Rhossi soll nach fast zwei Jahren Pflege von Wales in den Golf von Mexiko zurückkehren

Eine gestrandete Meeresschildkröte soll wieder ausgewildert werden

Die seltene Atlantik-Bastardschildkröte Rhossi soll aus Wales zurück in den Golf von Mexiko gebracht werden. Das Tier war im Dezember 2023 entkräftet an einem Strand entdeckt worden, nachdem es offenbar in deutlich zu kalte Gewässer geraten war. Das Anglesey Sea Zoo übernahm die Pflege und brachte Rhossi nach Angaben des Zoos auf ein Gewicht von 21 Kilogramm. Für den Rücktransport über rund 8.000 Kilometer wurde eine speziell temperierte Transportbox vorbereitet.

Rhossi ist damit die vierte Meeresschildkröte, die das Team des Zoos innerhalb von zehn Jahren rehabilitiert hat. Der Fundort in Wales lag weit außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets der Art. Als mögliche Ursache für die ungewöhnliche Strandung werden starke Winde genannt, die das Tier aus seinen warmen Meeresströmungen abgetrieben haben könnten. Einen abschließenden Nachweis für diesen Ablauf nennt der Bericht jedoch nicht. Die Atlantik-Bastardschildkröte gilt zudem als seltenste Meeresschildkrötenart der Welt.

Der Rückflug verlangt besondere Transportbedingungen

Während des Fluges kann Rhossi nicht im Wasser bleiben. Die Pfleger müssen deshalb Haut, Augenbereich und Panzer regelmäßig feucht halten, damit das Tier nicht austrocknet. Nach Angaben des Anglesey Sea Zoo sollen dafür unter anderem Vaseline und Gleitgel verwendet werden. Die Mittel dienen dabei nicht der Behandlung einer Erkrankung, sondern dem Schutz der empfindlichen Haut während des mehrstündigen Transports.

Die Reiseplanung erforderte zudem Abstimmungen zwischen Wales und dem vorgesehenen Zielgebiet in Mexiko beziehungsweise den USA. Der konkrete Freilassungsort wird in den vorliegenden Berichten nicht näher benannt. Fest steht lediglich, dass Atlantik-Bastardschildkröten ihre Eier an wenigen Stränden an der mexikanischen Küste und im US-Bundesstaat Texas ablegen.

Artenschutz endet nicht mit der Rettung am Strand

Die Atlantik-Bastardschildkröte, auch Kemp-Bastardschildkröte genannt, gilt als stark gefährdet und hat ein vergleichsweise kleines Fortpflanzungsgebiet. National Geographic beschreibt die Art als Meeresschildkröte mit wichtigen Brutplätzen in Mexiko und Texas. Diese Einordnung erklärt, warum die Rückführung eines einzelnen Tieres mehr ist als der Abschluss einer tiermedizinischen Pflege: Rhossi soll wieder in ein Gebiet gelangen, in dem die Art natürlicherweise vorkommt und sich fortpflanzen kann.

Das Anglesey Sea Zoo plant nach eigenen Angaben den Bau eines spezialisierten Rettungszentrums für gestrandete Meeresbewohner. Der Fall Rhossi liefert dafür praktische Erfahrungen mit längerfristiger Pflege, Gewichtszunahme und einem internationalen Tiertransport. Eine unabhängige amtliche Bewertung des Gesundheitszustands oder der konkreten Transportgenehmigungen ist in den verfügbaren Berichten nicht enthalten. Für die Nachricht entscheidend ist daher der dokumentierte Ablauf der Rehabilitation und die angekündigte Rückführung, nicht eine darüber hinausgehende Bewertung des Projekts.

Die Rückführung in den Golf von Mexiko soll Rhossi nach fast zwei Jahren Pflege wieder in den natürlichen Lebensraum bringen. Für das Aquarium bedeutet das zugleich, dass erfolgreiche Rehabilitation nicht auf dauerhafte Haltung zielt, sondern auf die Rückkehr eines belastbaren Tieres in die freie Wildbahn.

#### Quellen:: https://www.nordisch.info/natur-forschung/irre-odyssee-schildkroete-verschwimmt-sich-um-8-000-km-zurueck-geht-es-nun-im-flieger/

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