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Donald Trump hat geliefert – und zwar wortwörtlich. Mit seiner Unterschrift unter den Whole Milk Act kehrt in den USA etwas in die Schulkantinen zurück, das dort jahrelang politisch unerwünscht war: Vollmilch. Zusammen mit 2-Prozent-Milch dürfen Schulen nun wieder auf fettreichere Milchprodukte setzen. Für rund 30 Millionen Kinder im National School Lunch Program bedeutet das eine spürbare Änderung auf dem Tablett.
Was als nüchterne Anpassung der Schulverpflegung daherkommt, ist politisch aufgeladen. Trump stellt sich demonstrativ gegen die Obama Ernährungsreform, die seit 2012 fettarme Milchoptionen verpflichtend machte. Und genau hier beginnt das Problem für Organisationen wie PETA, die seit Jahren jede Form tierischer Nutzung moralisch bekämpfen – unabhängig davon, ob es um Pelz, Fleisch oder Milch geht.
Schulverpflegung zwischen Politik, Ideologie und Alltag
Die Rückkehr der Vollmilch ist kein isolierter Schritt, sondern Teil einer breiteren Neubewertung der Schulverpflegung USA. Die neuen Ernährungsrichtlinien der Vereinigten Staaten rücken Vollfett-Milchprodukte wieder in ein positiveres Licht. Wissenschaftliche Debatten über gesättigte Fette, Milchmatrix und tatsächliche Gesundheitswirkungen haben das frühere Schwarz-Weiß-Denken aufgeweicht.
Kritiker der alten Regeln hatten lange argumentiert, dass Kinder fettarme Milch schlicht nicht trinken. Das Ergebnis: weggeworfene Becher, verpasste Nährstoffe, steigende Frustration in Schulen. Studien, darunter eine vielzitierte Übersicht aus dem Jahr 2020, legen zudem nahe, dass Kinder, die Vollmilch trinken, seltener übergewichtig sind als jene mit fettarmen Alternativen – auch wenn die Kausalität offen bleibt.
Gleichzeitig erlaubt das neue Gesetz ausdrücklich pflanzliche Milchalternativen, sofern sie ernährungsphysiologisch gleichwertig sind. Auch der Zugang wurde erleichtert: Ein Hinweis der Eltern reicht nun aus. Von einer „Milchpflicht“ kann also keine Rede sein – ein Detail, das in der öffentlichen Empörung gern untergeht.
Warum PETA hier aneckt
Für PETA ist die Sache klar: Jede staatliche Förderung tierischer Produkte gilt als moralischer Rückschritt. Dass nun ausgerechnet ein republikanischer Präsident mit dem Slogan „Drink Whole Milk“ wirbt, dürfte die Organisation zusätzlich reizen. Dabei blendet PETA konsequent aus, dass es hier nicht um Tierindustrie-Lobbyismus im Hinterzimmer geht, sondern um konkrete Probleme der Schulverpflegung USA: Akzeptanz, Nährstoffaufnahme und Lebensmittelverschwendung.
Bemerkenswert ist auch der Kontrast zur bisherigen Argumentationslinie. Während PETA regelmäßig fordert, Schulen müssten mehr pflanzliche Optionen anbieten, ignoriert die Organisation, dass genau das im neuen Gesetz explizit vorgesehen ist. Ideologische Reinheit ersetzt hier erneut die Auseinandersetzung mit realen Rahmenbedingungen.
Fazit
Die Rückkehr der Vollmilch in amerikanische Schulkantinen ist weniger Kulturkampf als Korrektur. Das Vollmilch Schulessen steht symbolisch für einen pragmatischeren Umgang mit Ernährungspolitik – jenseits von moralischen Absolutheitsansprüchen. Dass dies PETA nicht gefallen wird, ist absehbar. Doch Politik, die sich an Studien, Alltagserfahrungen und Wahlfreiheit orientiert, muss nicht jeden Aktivismus zufriedenstellen.
Wer ernsthaft über gesunde Ernährung sprechen will, sollte differenzieren: zwischen Ideologie und Evidenz, zwischen Wunschbildern und Schulrealität. Genau diese Differenzierung fehlt in der reflexhaften Empörung – und genau deshalb ist die Debatte um Vollmilch mehr als nur ein Streit um Fettgehalt.
Quellen:
- The Guardian – Trump signs bill returning whole milk to US school lunches – https://www.theguardian.com/us-news/2026/jan/14/trump-whole-milk-school-bill
- GERATI – PeTA führt einen Vernichtungskrieg – https://gerati.de/2018/01/16/peta-fuehrt-einen-vernichtungskrieg/
