Zum Inhalt springen

Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Schlagwort: Zoo Leipzig Feldhamster Projekt

  • Wiederansiedlung des Feldhamsters bei Wiedemar: 500 Zoohamster finden zurück in die Agrarlandschaft

    Wiederansiedlung des Feldhamsters bei Wiedemar: 500 Zoohamster finden zurück in die Agrarlandschaft

    Bei Wiedemar nordöstlich von Leipzig wächst eine neue Feldhamster-Population heran. Rund 500 im Zoo Leipzig gezüchtete Tiere wurden dort seit dem Start des Projekts vor vier Jahren ausgewildert. Die ersten Jungtiere wurden bereits sechs Wochen nach Beginn beobachtet – inzwischen gibt es auf den Flächen zahlreiche Baueingänge.

    30 Hektar für eine bedrohte Tierart

    Die Auswilderung findet auf geschützten Ackerflächen statt und wird kontinuierlich beobachtet. Der Feldhamster gilt als vom Aussterben bedroht. Für das Projekt stellt der Wiedemarer Landwirt Andre Kleiber 30 Hektar zur Verfügung. Er unterstützt die Wiederansiedlung, weil der Artenschutz für ihn zur Bewirtschaftung der Flächen dazugehört.

    „Wir wollen der Natur etwas zurückgeben“, sagte Kleiber dem MDR. Zugleich betonte er, dass der Erfolg noch nicht dauerhaft gesichert sei. Die Population müsse weiter wachsen und auf zusätzliche Flächen ausgedehnt werden.

    Thomas Liebenstein vom Zoo Leipzig bezeichnete die frühe Fortpflanzung der ausgewilderten Tiere als großen Erfolg. Feldhamster leben als Einzelgänger und kommen nur zur Paarungszeit zusammen. Auch unter kontrollierten Bedingungen ist die Zucht deshalb anspruchsvoll: Passen die Tiere nicht zusammen, müssen sie unmittelbar wieder getrennt werden.

    Weitere Landwirte sollen einsteigen

    Für die langfristige Sicherung der Population werden weitere landwirtschaftliche Betriebe gesucht. Nach Angaben von Ben Fleischer vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen erhalten teilnehmende Landwirte eine Entschädigung für die Bereitstellung geeigneter Flächen.

    Der Nutzen soll dabei über den Feldhamster hinausgehen. Fleischer zufolge profitieren von den Maßnahmen zahlreiche weitere Arten, weil die Ackerflächen wieder stärker als Lebensraum strukturiert werden. Geplant sind Inseln der Biodiversität in der Agrarlandschaft, die auch langfristig Vorteile für die Landwirtschaft bringen sollen.

    Das Pilotprojekt wird inzwischen von der Europäischen Union finanziell gefördert. Die Unterstützung soll die sichere Wiederansiedlung erleichtern – entscheidend bleibt jedoch, dass ausreichend geeignete Flächen zur Verfügung stehen. Der Erfolg von Wiedemar zeigt damit zweierlei: Zoopopulationen können den Ausgangspunkt für eine Wiederansiedlung bilden, dauerhaft funktioniert sie aber nur gemeinsam mit Landwirten vor Ort.

    Quellen