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Schlagwort: Waffen sichergestellt Rheda

  • Polizeieinsatz in Rheda: Leopard, Löwe und Greifvögel unter sichergestellten Präparaten

    Polizeieinsatz in Rheda: Leopard, Löwe und Greifvögel unter sichergestellten Präparaten

    In einer Wohnung an der Ringstraße in Rheda-Wiedenbrück hat die Polizei zahlreiche präparierte Tiere und Waffen sichergestellt. Unter den Exponaten befanden sich nach Angaben der Einsatzkräfte unter anderem ein Leopard, ein kleiner Löwe und zahlreiche Greifvögel. Gegen den 47-jährigen Bewohner wird wegen möglicher Verstöße gegen das Waffengesetz und das Bundesnaturschutzgesetz ermittelt.

    Stundenlange Sicherstellung in einer Wohnung

    Der Einsatz fand in Rheda statt. Vor Ort stießen die Beamten auf eine umfangreichere Sammlung präparierter Tiere.

    Wegen des Umfangs der Sicherstellung wurde das Technische Hilfswerk aus Gütersloh hinzugezogen. Die Einsatzkräfte mussten die Exponate aus der Wohnung bergen und abtransportieren. Die Arbeiten dauerten mehrere Stunden. Welche Mengen genau beschlagnahmt wurden und wie die einzelnen Präparate in die Wohnung gelangten, ist bislang nicht bekannt.

    Artenschutzrechtliche Fragen im Mittelpunkt

    Besonders relevant ist die Sicherstellung wegen möglicher artenschutzrechtlicher Fragen bei den Präparaten. Für die einzelnen Tiere gelten je nach Art und Herkunft unterschiedliche rechtliche Vorgaben. Entscheidend ist unter anderem, ob eine rechtmäßige Herkunft nachgewiesen werden kann und ob für Besitz, Einfuhr oder Weitergabe die erforderlichen Dokumente vorliegen.

    Der bloße Besitz eines präparierten Tieres ist deshalb nicht automatisch strafbar. Bei geschützten Arten können fehlende Herkunftsnachweise oder Verstöße gegen gesetzliche Verbote jedoch Konsequenzen nach sich ziehen. Im konkreten Fall ist bislang offen, wie die einzelnen Exponate rechtlich einzuordnen sind. Auch die tatsächliche Zahl der sichergestellten Tiere wurde bisher nicht öffentlich genannt.

    Der Fall zeigt zugleich, warum solche Sicherstellungen praktisch aufwendig sind. Präparate sind häufig empfindlich, sperrig und nicht ohne Weiteres zu transportieren. Bei einer Sammlung mit großen Tieren wie einem Leoparden oder einem Löwen ist deshalb weit mehr erforderlich als der Abtransport gewöhnlicher Beweismittel. Zur Unterstützung bei der aufwendigen Sicherstellung der Präparate wurde das THW hinzugezogen.

    Ermittlungen gegen den Bewohner laufen weiter

    Neben den artenschutzrechtlichen Vorwürfen prüft die Polizei mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz. Welche Waffen gefunden wurden, wie viele es waren und worin der konkrete Verdacht besteht, ist bislang nicht mitgeteilt worden. Ebenso gibt es derzeit keine Angaben dazu, ob die Waffen und die Tierpräparate in einem gemeinsamen Zusammenhang stehen.

    Für den 47-jährigen Bewohner gilt bis zu einer abschließenden gerichtlichen Entscheidung die Unschuldsvermutung. Die Sicherstellung der Präparate und Waffen ist zunächst eine Ermittlungsmaßnahme und ersetzt keinen Nachweis einer Straftat. Die Ermittlungen dauern noch an.

    Im konkreten Fall ist bislang offen, wie die einzelnen Exponate rechtlich einzuordnen sind. Fehlen erforderliche Unterlagen, kann dies weitere Prüfungen oder Maßnahmen der zuständigen Behörden nach sich ziehen. In Rheda-Wiedenbrück entscheidet nun die weitere Untersuchung, ob aus dem ungewöhnlichen Fund konkrete strafrechtliche Vorwürfe gegen den Bewohner entstehen.

    Quellen