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Schlagwort: Sachkunde Schädlingsbekämpfung

  • Schädlingsbekämpfung im Geflügelstall: Was neue Regeln für Betriebe bedeuten

    Schädlingsbekämpfung im Geflügelstall: Was neue Regeln für Betriebe bedeuten

    Podcast rückt rechtssichere Schädlingsbekämpfung in den Mittelpunkt

    Wie lassen sich Ratten, Mäuse und die Rote Vogelmilbe in Geflügelställen wirksam bekämpfen, ohne gesetzliche Vorgaben aus dem Blick zu verlieren? Eine aktuelle Podcastfolge widmet sich genau dieser Frage. Michael Prior von HygaCert und Esra von Braak von Agro Pest Control (APC) sprechen darin über praktische Vorgehensweisen, verbreitete Mythen und die Umsetzung neuer Verordnungen in Geflügel- und Schweinebetrieben. Dabei geht es auch um eine Kombination aus digitalem Monitoring, Sachkunde und Hygiene.

    Der Anlass ist für Tierhalter unmittelbar relevant: Schadnager können Futter verunreinigen, in Stallbereiche eindringen und die betriebliche Biosicherheit erschweren. Sie können zudem Erreger wie Salmonellen oder E. coli sowie Parasiten wie die Rote Vogelmilbe in den Bestand eintragen. Zugleich ist der Einsatz von Bekämpfungsmitteln an Vorgaben zu Sachkunde, Anwendung und Dokumentation gebunden. Die Podcastfolge ordnet diese Anforderungen aus Sicht der beiden Fachleute ein, liefert aber keine behördliche Einzelfallentscheidung für konkrete Betriebe.

    Monitoring statt ungezielter Anwendung

    Im Mittelpunkt der vorgestellten Strategie steht ein Zusammenspiel aus Hygiene, baulichen Maßnahmen, Kontrolle und gezielter Bekämpfung. Dazu gehören Ordnung im Umfeld des Stalls, das Verschließen möglicher Zugänge und eine systematische Beobachtung von Befallsspuren. Digitale Werkzeuge können diese Beobachtung unterstützen. Erst wenn bekannt ist, wo und wann Schadnager auftreten, können Kontrollgänge und weitere Maßnahmen sinnvoll ausgerichtet werden.

    MS Schippers stellt in diesem Zusammenhang ein digitales Hygienemanagement unter dem Namen HyCare vor. Nach der Darstellung im Beitrag können digitale Fallen einen Fang registrieren und den Betriebsleiter über die HyCare-App über den Standort informieren. Das soll Kontrollen auf die tatsächlich relevanten Bereiche konzentrieren und die Dokumentation erleichtern. Die Technik ersetzt damit nicht die fachliche Beurteilung des Befalls, kann aber Abläufe im Stall übersichtlicher machen.

    Für die Praxis ist diese Unterscheidung entscheidend. Ein digitales Signal zeigt zunächst einen konkreten Kontrollbedarf an; es ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer vollständigen Bewertung der Bestandssituation. Auch Hygiene und bauliche Abdichtung bleiben Bestandteile eines integrierten Vorgehens. APC unterstützt nach Angaben des Beitrags bei individuellen Bekämpfungskonzepten und Risikoanalysen.

    Neue Anforderungen an Sachkunde und Dokumentation

    Besondere Aufmerksamkeit gilt den rechtlichen Rahmenbedingungen für antikoagulante Rodentizide. Im Beitrag werden die Neufassung der Gefahrstoffverordnung und die TRGS 540 als Regelwerke genannt, die für Betriebe und Anwender zusätzliche Anforderungen bedeuten. Der Pflanzenschutz-Sachkundenachweis allein soll danach nicht mehr dauerhaft für alle Tätigkeiten ausreichen. Trotz einer Fristverlängerung bis 2030 empfiehlt der Beitrag, Termine für die Sachkunde frühzeitig zu buchen.

    Für Geflügelhalter folgt daraus vor allem ein organisatorischer Handlungsbedarf. Zuständigkeiten müssen geklärt, Nachweise aktuell gehalten und Anwendungen nachvollziehbar dokumentiert werden. Wer die Bekämpfung an einen Dienstleister überträgt, muss außerdem darauf achten, dass dieser über die erforderliche Qualifikation und geeignete Arbeitsabläufe verfügt. HygaCert wird im Beitrag als Organisation genannt, die unter anderem Audits, Schulungsstandards und Qualitätsanforderungen begleitet und nach DIN EN 16636 zertifiziert ist.

    Der Hinweis auf eine Übergangsfrist bis 2030 wird im Beitrag mit der Empfehlung verbunden, Schulungen frühzeitig zu planen. Dies soll Engpässe und Engstellen bei den Kursanbietern vermeiden. Für Betriebe bedeutet das nicht, dass bis dahin jede Anforderung aufgeschoben werden kann. Welche Pflichten im Einzelfall gelten, hängt vielmehr von Tätigkeit, Wirkstoff, Anwendung und Qualifikation der beteiligten Personen ab.

    Praktischer Nutzen liegt in der Verbindung der Maßnahmen

    Die Podcastfolge setzt damit nicht auf ein einzelnes Produkt oder einen isolierten Bekämpfungsschritt. Ihr Ansatz verbindet digitale Überwachung mit Stallhygiene, baulicher Prävention, Sachkunde und fachlicher Beratung. Michael Prior und Esra von Braak sprechen außerdem über Mythen in der Schädlingsbekämpfung. Für Tierhalter liegt der praktische Nutzen vor allem darin, Befall früher zu erkennen, Maßnahmen gezielter einzuleiten und die erforderlichen Arbeitsschritte besser nachzuweisen. Konkrete Einzelfalllösungen ersetzt das Gespräch jedoch nicht: Die geeignete Vorgehensweise muss an Stall, Tierbestand, Befallsdruck und geltende Zulassungs- und Anwendungsvorgaben angepasst werden. Gerade bei Rodentiziden entscheidet deshalb nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch die rechtssichere und dokumentierte Anwendung über die Qualität des Managements. Für Geflügel- und Schweinebetriebe wird Schädlingsbekämpfung damit zu einer dauerhaften Managementaufgabe. Die entscheidende Konsequenz der aktuellen Diskussion lautet: Monitoring, Hygiene und Sachkunde müssen zusammen gedacht werden, statt erst nach einem sichtbaren Befall zu reagieren.

    Quellen