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Schlagwort: PETA fordert Freiheit für den Kraken

  • World Octopus Day: PETA fordert Freiheit für den Kraken im Sea Life Hannover

    World Octopus Day: PETA fordert Freiheit für den Kraken im Sea Life Hannover

    PETA fordert zum World Octopus Day am 8. Oktober die Freilassung eines Kraken aus dem Sea Life Hannover und ein grundsätzliches Ende der Krakenhaltung in Zoos und Aquarien. Die Tierrechtsorganisation appelliert damit erneut an die Einrichtung in Hannover. Bereits 2024 hatte PETA nach eigener Darstellung die Einrichtung aufgefordert, die Krakenhaltung zu beenden. Nach Darstellung der Organisation wurde der aktuell gehaltene Krake aus seinem natürlichen Lebensraum gefangen und hat eine Lebenserwartung von nur ein bis zwei Jahren.

    PETA macht aus dem Aktionstag eine konkrete Forderung

    In einem Brief bat PETA die Verantwortlichen des Sea Life Hannover, den aktuell dort gehaltenen Kraken in seine Heimat zurückzubringen. Nach Darstellung der Organisation wurde das Tier aus seinem natürlichen Lebensraum gefangen. Bereits 2024 hatte PETA die Einrichtung nach eigener Darstellung aufgefordert, die Krakenhaltung zu beenden. Tanja Breining, PETAs Fachreferentin für Fische und Meerestiere, verbindet die Forderung mit einer grundsätzlichen Kritik an der Haltung: Tiere dürften nicht einfach aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen werden, um Menschen in Aquarien zu unterhalten.

    PETA begründet ihre Position außerdem mit der kurzen Lebenserwartung von Kraken. Nach Angaben der Organisation werden für die Haltung in Zoos und Aquarien deshalb immer wieder neue Tiere aus dem Meer gefangen. Die Forderung richtet sich somit nicht nur gegen das einzelne Becken in Hannover, sondern gegen das gesamte Modell der Krakenhaltung in menschlicher Obhut. Eine Stellungnahme des Sea Life Hannover ist in der vorliegenden Mitteilung nicht enthalten.

    Für Besucher hätte PETAs Vorschlag praktische Folgen: Der Krake wäre nicht mehr als lebendes Ausstellungstier zu sehen. Die Einrichtung müsste ihre Vermittlung mariner Lebensräume anders gestalten. Als Alternative verweist die Organisation auf technische Angebote. Im Scottish Seabird Center im schottischen North Berwick könnten Besucher demnach per Webcam Meerestiere und Seevögel beobachten, ohne sie zu stören; virtuelle Unterwassererlebnisse könnten zusätzlich eingesetzt werden.

    Sylt als Beispiel für einen Kurswechsel

    PETA verweist auf das Sylt Aquarium als Beispiel dafür, dass ein Verzicht auf Krakenhaltung möglich sei. Die Organisation hatte das Aquarium zum World Octopus Day 2024 aufgefordert, die Haltung zu beenden. PETA zufolge lebte dort zuletzt kein Krake mehr. Die Verantwortlichen hätten auf Nachfrage schriftlich mitgeteilt, künftig auf die Haltung von Kraken verzichten zu wollen.

    Der Sylt-Fall ist für die aktuelle Kampagne deshalb wichtig, weil PETA ihn als konkreten Gegenentwurf zur Ausstellungshaltung präsentiert. PETA zufolge lebt im Sylt Aquarium kein Krake mehr. Die Verantwortlichen hätten auf Nachfrage schriftlich mitgeteilt, künftig auf die Haltung von Kraken verzichten zu wollen. Statt ein weiteres Tier einzusetzen, könne ein Aquarium auf technische Vermittlungsformen ausweichen. Ob Sea Life Hannover einen vergleichbaren Schritt plant, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

    Intelligenz und Ökosysteme im Mittelpunkt der Argumentation

    Zur Begründung ihrer Forderung beschreibt PETA Kraken als besonders lernfähige Tiere. Die Organisation verweist auf komplexe Denkleistungen, Werkzeuggebrauch und Lernen durch Beobachtung. Außerdem hebt sie hervor, dass Kraken bei der Jagd mit Muränen und Zackenbarschen kooperieren können. Mark Benecke wird in der Mitteilung mit der Einschätzung zitiert, Tintenfische seien verspielt und unterschieden bei ihren Artgenossen – ob Mensch oder Tier – zwischen unterschiedlichen Sympathien.

    PETA verbindet diese Darstellung mit einem ökologischen Argument: Gefangene Kraken fehlten in den jeweiligen Meeresökosystemen. Sie könnten sich dort nicht mehr fortpflanzen und stünden als potenzielle Partner oder Elterntiere nicht zur Verfügung. Jeder Fang trägt nach Darstellung der Organisation zur Schwächung der lokalen Population bei. Diese Schlussfolgerung gibt die Position der Organisation wieder; konkrete Bestandszahlen für die Haltung im Sea Life Hannover nennt die Mitteilung nicht.

    Als historischen Hintergrund führt PETA den Kraken Inky an. Im April 2016 gelang ihm die Flucht aus einem Aquarium in Neuseeland. Das Beispiel soll aus Sicht der Organisation zeigen, dass Kraken anpassungsfähig sind und ihrem natürlichen Lebensraum wieder zugeführt werden könnten. Für den aktuellen Fall in Hannover ist damit jedoch nicht belegt, ob und unter welchen Bedingungen eine Auswilderung des dort gehaltenen Tieres möglich wäre.

    Die Kampagne zum World Octopus Day bleibt damit auf zwei Ebenen angelegt. PETA verlangt konkret die Freilassung des Kraken in Hannover. Zugleich fordert die Organisation einen grundsätzlichen Verzicht auf diese Form der Tierhaltung. Für das Sea Life steht damit nicht nur die Frage nach einem einzelnen Tier im Becken im Raum, sondern auch, ob die Einrichtung ihre Besucher künftig stärker mit Webcams und virtuellen Darstellungen statt mit lebenden Kraken über die Unterwasserwelt informieren will.

    Quellen