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Schlagwort: nicht invasive Probengewinnung

  • Schweinehybrid Zoo Hannover – Studie findet keinen Hinweis auf natürliche Kreuzung

    Schweinehybrid Zoo Hannover – Studie findet keinen Hinweis auf natürliche Kreuzung

    Sie sahen aus wie mögliche Kreuzungen zwischen afrikanischen Wildschweinen und Hausschweinen. Doch die Genanalyse führte zu einem anderen Ergebnis. Eine internationale Forschungsgruppe untersuchte vermeintliche Schweine-Hybriden und fand bei den analysierten Tieren keine genetischen Hinweise auf eine natürliche Kreuzung zwischen den Arten. Auch Haare von Pinselohrschweinen aus dem Zoo Hannover flossen in die im April 2026 veröffentlichte Untersuchung ein.

    Haare aus dem Zoo Hannover für Genanalyse

    Der Erlebnis-Zoo Hannover stellte für die Untersuchung Haare seiner Pinselohrschweine zur Verfügung. Dafür war kein medizinischer Eingriff notwendig. Die Proben konnten nach Angaben des Zoos beim regelmäßigen Kraulen der Tiere gesammelt werden und wurden anschließend gemeinsam mit Material weiterer Pinselohrschweine aus europäischen Einrichtungen genetisch untersucht.

    Der Beitrag des Zoos war damit vergleichsweise klein, für die Forschung aber dennoch relevant. Für genetische Vergleichsuntersuchungen benötigen Wissenschaftler möglichst zuverlässiges Material verschiedener Tierarten und Populationen. Die Proben der Pinselohrschweine dienten dabei als Referenz für die Frage, ob die vermeintlichen Hybriden tatsächlich genetische Merkmale afrikanischer Wildschweine aufwiesen.

    Ungewöhnliches Aussehen führte auf die falsche Spur

    Ausgangspunkt der Studie waren Tiere, deren äußere Merkmale den Verdacht auf Kreuzungen zwischen afrikanischen Wildschweinen und Hausschweinen geweckt hatten. Genau diese Annahme ließ sich bei den untersuchten Proben jedoch genetisch nicht bestätigen.

    Statt einer Mischung aus afrikanischen Wildschweinen und Hausschweinen fanden die Forschenden unterschiedliche europäische und asiatische Hausschwein-Abstammungslinien. Das auffällige Erscheinungsbild der Tiere lässt sich demnach zumindest in diesen Fällen durch die genetische Vielfalt innerhalb verschiedener Hausschweinlinien erklären.

    Damit zeigt die Untersuchung auch, wie leicht äußere Merkmale zu falschen Schlussfolgerungen führen können. Ein Tier kann Merkmale zeigen, die an eine andere Art erinnern, ohne dass tatsächlich eine entsprechende Kreuzung stattgefunden hat. Erst die genetische Analyse ermöglicht eine deutlich genauere Einordnung.

    Afrikanische Schweinepest als Forschungshintergrund

    Die Fragestellung ist auch im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest von Bedeutung. Afrikanische Wildschweinarten können das Virus tragen, ohne vergleichbar schwer zu erkranken wie europäische und asiatische Wildschweine oder Hausschweine. Bei diesen kann eine Infektion dagegen schwere und häufig tödliche Verläufe verursachen.

    Für die Forschung ist deshalb interessant, welche genetischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Schweinearten bestehen und ob vermeintliche Kreuzungen tatsächlich genetische Eigenschaften afrikanischer Wildschweine besitzen. Die untersuchten Tiere lieferten dafür allerdings keinen Beleg.

    Aus dem Ergebnis lässt sich jedoch nicht ableiten, dass natürliche Kreuzungen zwischen den betreffenden Arten grundsätzlich unmöglich sind. Die Studie zeigt lediglich, dass bei den konkret untersuchten Tieren keine entsprechende Hybridisierung genetisch nachgewiesen werden konnte. Ebenso untersucht die Arbeit nicht, ob Pinselohrschweine eine besondere Rolle als Reservoir für das Virus spielen.

    Zoo-Forschung kann auch mit wenigen Haaren beginnen

    Der Fall zeigt gleichzeitig, dass wissenschaftliche Forschung in Zoos nicht zwangsläufig mit aufwendigen oder belastenden Untersuchungen verbunden sein muss. Im Zoo Hannover reichten einige beim Kraulen ausgefallene Haare aus, um genetisches Vergleichsmaterial für ein internationales Forschungsprojekt bereitzustellen.

    Solche Proben können bei Fragen zur Herkunft, Verwandtschaft oder genetischen Vielfalt von Tieren eine wichtige Rolle spielen. Gerade in der zoologischen Forschung lassen sich dadurch Daten gewinnen, ohne Tiere für die Probenentnahme zusätzlich belasten zu müssen.

    Im konkreten Fall führte die Genanalyse vor allem zu einer Korrektur des ersten Eindrucks: Die auffällig aussehenden Schweine waren bei den untersuchten Fällen keine genetisch nachweisbaren Hybriden mit afrikanischen Wildschweinen. Das ungewöhnliche Aussehen allein reichte also nicht aus, um ihre Abstammung korrekt zu bestimmen.

    Quellen