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Schlagwort: Meteorschacht auf Firmenareal

  • Gewässerverschmutzung in St. Gallen: Ölsperre und Reinigung nach mutmaßlichem Öleintrag

    Gewässerverschmutzung in St. Gallen: Ölsperre und Reinigung nach mutmaßlichem Öleintrag

    In Rüthi im Kanton St. Gallen ist am 3. November 2026 eine Gewässerverschmutzung in einem Seitenbach kurz vor dessen Einmündung in den Binnenkanal entdeckt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte Öl über eine Meteorwasserleitung in das Gewässer gelangt sein. Die Feuerwehr errichtete eine Ölsperre und unterband den weiteren Zufluss. Ob Tiere und Pflanzen durch die Verschmutzung geschädigt wurden, war nach dem am 4. November veröffentlichten Bericht des Rheintalers noch offen.

    Feuerwehr sichert Bach und sperrt Zufluss

    Die Meldung ging am Dienstag kurz vor 17 Uhr bei der kantonalen Notrufzentrale ein. Während die Feuerwehr die Ölsperre errichtete, suchten die Einsatzkräfte nach dem Ursprung der Verschmutzung. Dabei fanden sie einen betroffenen Meteorschacht auf einem Firmenareal. Im Schacht setzten sie einen Ballon ein, um zu verhindern, dass weiteres verunreinigtes Wasser in den Bach gelangte. Anschließend saugten sie das verschmutzte Wasser ab und reinigten die Meteorwasserleitung.

    Die Maßnahmen griffen damit an zwei verschiedenen Stellen an: im Gewässer und im Entwässerungssystem. Eine Ölsperre soll schwimmende Stoffe zurückhalten oder deren weitere Ausbreitung eingrenzen. Die Absperrung im Schacht diente dagegen dazu, den Nachfluss zu stoppen. Das anschließende Absaugen und Reinigen ergänzte diese Sicherung um die Entfernung des verunreinigten Wassers aus dem betroffenen System.

    Regenwasserleitungen können zum Eintragsweg werden

    Der mutmaßliche Weg über die Meteorwasserleitung erklärt, weshalb die Einsatzkräfte neben dem Bach auch einen Schacht auf dem Firmenareal sichern mussten. Solche Schächte nehmen Oberflächenwasser auf, etwa Regenwasser von befestigten Plätzen oder Straßen. Je nach Entwässerungssystem wird dieses Wasser über eine Leitung in ein Gewässer abgeführt. Es durchläuft dabei nicht zwangsläufig eine Abwasserreinigungsanlage. Ein Regenwasserablauf ist deshalb kein geeigneter Entsorgungsweg für Öl, Farben oder Reinigungsmittel.

    Für Betriebe und Grundstückseigentümer ist damit die Zuordnung ihrer Abläufe eine konkrete Vorsorgefrage: Welche Schächte führen wohin? Geeignete Lagerbehälter, Auffangvorrichtungen und eine klare Kennzeichnung der Schächte können helfen, versehentliche Einleitungen zu verhindern. Ölwechsel und die Reinigung ölverschmutzter Gegenstände gehören an entsprechend ausgerüstete Orte. Bei einer auffälligen Verfärbung, einem Ölfilm oder ungewöhnlichem Geruch im Bach sollten Beobachter die Polizei unter der Schweizer Notrufnummer 117 verständigen und Fundort, Uhrzeit sowie Auffälligkeiten nennen. Unbekannte Substanzen sollten weder berührt noch mit Wasser weggespült oder eigenmächtig mit Chemikalien behandelt werden.

    Folgen für die Tierwelt werden beobachtet

    Neben der Feuerwehr waren mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen, der kantonale Umweltschadendienst und die Fischereiaufsicht im Einsatz. Die möglichen Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen werden weiter beobachtet. Grundsätzlich können viele Öle einen Film auf der Wasseroberfläche bilden und abhängig von Stoff, Menge und Umweltbedingungen den Sauerstoffaustausch sowie Wasserorganismen beeinträchtigen. Das beschreibt ein mögliches Risiko, nicht einen bereits festgestellten Schaden in Rüthi. Für den betroffenen Bach bleibt deshalb die Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt auch nach der technischen Sicherung ein eigener Teil der Schadensbeurteilung.

    Quellen