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Schlagwort: Martin Balluch vor Ort

  • Fasane in Kisten in Hof am Leithagebirge: VGT berichtet über Polizeieinsatz und abgesagte Jagden

    Fasane in Kisten in Hof am Leithagebirge: VGT berichtet über Polizeieinsatz und abgesagte Jagden

    In Hof am Leithagebirge hat der Fund von Fasanen in Transportkisten nach Angaben des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Tiere hätten auf einem Anhänger auf dem Firmengelände eines Jagdleiters gestanden und sollten für Jagden im Burgenland ausgesetzt werden. Stattdessen seien sie nach Ungarn zum Verkäufer zurückgebracht worden; die geplanten Jagden seien ausgefallen. Der Verein schildert den Vorfall in seiner auf den 27. Oktober 2026 datierten Mitteilung und ordnet ihn dem vorausgegangenen Wochenende zu.

    Die Schilderung des VGT zum nächtlichen Einsatz

    Ausgangspunkt war dem VGT zufolge der Hinweis einer Jägerin. Daraufhin seien sieben Vereinsmitglieder nachts vor Ort gewesen und hätten die Fasane auf dem Gelände in der niederösterreichischen Gemeinde entdeckt. Der Verein beschreibt die Kisten als winzig und eng und gibt an, die Vögel hätten sich beim Eintreffen der Polizei bereits mindestens zehn Stunden darin befunden. VGT-Obmann Martin Balluch sei persönlich anwesend gewesen und habe um vier Uhr morgens die Polizei verständigt.

    Die Beamten hätten anschließend den Jagdleiter befragt und die Fasane inspiziert, berichtet der Verein. Der Mann habe zunächst erklärt, nichts von den Tieren zu wissen. Später habe er eingeräumt, sie im Burgenland aussetzen zu wollen, um vier Stunden danach sowie am Folgetag eine Treibjagd zu veranstalten. Auch die Angabe, dass die Fasane ohne Papiere aus Ungarn bezogen worden seien, schreibt der VGT dem Jagdleiter zu; eine eigene Stellungnahme des Mannes oder der Polizei liegt dazu nicht vor.

    VGT berichtet von Rücktransport und Jagdabsagen

    Die geplante Niederwildjagd sollte laut VGT im Revier zwischen Kaisersteinbruch und Wilflingsdorf stattfinden. Der Fundort der Vögel und das vorgesehene Jagdgebiet lagen damit in unterschiedlichen Bundesländern: Die Kisten standen in Niederösterreich, ausgesetzt werden sollten die Tiere im Burgenland. Dort ist das Aussetzen gezüchteter Fasane zur Jagd nach Darstellung des Vereins seit 2022 verboten. Der konkrete Vorwurf betrifft somit nicht allein die Unterbringung der Vögel, sondern auch deren vorgesehenen Einsatz bei den Jagden.

    Als unmittelbare Konsequenz nennt der VGT eine polizeiliche Verpflichtung, die Tiere unverzüglich zum Verkäufer nach Ungarn zurückzubringen. Der Jagdleiter habe weder eine Fasanerie noch eine Voliere besessen, in der er sie hätte unterbringen können. Wenige Stunden später sei der Rücktransport erfolgt. Die für Samstag und Sonntag vorgesehenen Jagden seien abgesagt worden: Nach dieser Schilderung wurden die Fasane also nicht wie geplant im Revier ausgesetzt.

    Mögliche Verstöße und Balluchs Forderung

    Der VGT sieht mögliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, das Tiertransportgesetz und Vorschriften für die Einfuhr von Tieren. Das sind rechtliche Vorwürfe des Vereins, keine mitgeteilten behördlichen oder gerichtlichen Feststellungen. Dass Transportbedingungen und Unterlagen getrennt zu betrachten sind, veranschaulicht auch die Kontrolle eines Tiertransporters mit 190 Kälbern auf der A94, bei der sowohl die Verladung als auch fehlende Dokumente beanstandet wurden. Die dortigen Feststellungen betrafen allerdings einen anderen Transport in Deutschland und entscheiden nichts über die rechtliche Bewertung des Fasanenfalls in Österreich.

    Balluch fordert als persönliche Konsequenz für den Jagdleiter den Entzug des Jagdscheins. Er bewertet den Vorgang als „Skandal“ und kritisiert insbesondere das geplante Aussetzen kurz vor dem Abschuss. Eine solche Forderung ist von einer tatsächlich angeordneten Maßnahme zu unterscheiden. Für die betroffenen Fasane bestand die vom VGT berichtete unmittelbare Folge zunächst im Rücktransport nach Ungarn; ob darüber hinaus Sanktionen gegen den Jagdleiter folgen, ist offen.

    Quellen