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Schlagwort: Igel in Frauenfeld

  • Igel fällt nachts in Schacht – Polizei befreit stacheligen Spaziergänger in Frauenfeld

    Igel fällt nachts in Schacht – Polizei befreit stacheligen Spaziergänger in Frauenfeld

    Aufmerksame Passanten entdecken den Igel

    Ein nächtlicher Spaziergang endete für einen Igel in Frauenfeld in einer gefährlichen Falle. Aufmerksame Passanten bemerkten das Tier in einem Schacht und alarmierten die Kantonspolizei Thurgau. Der Igel konnte sich aus der Vertiefung offenbar nicht selbst befreien.

    Die Besatzung des Einsatzfahrzeugs „Bodan 720“ traf nach Angaben der Polizei wenige Minuten später ein. Die Einsatzkräfte entfernten den Schachtdeckel und holten das Tier aus seiner misslichen Lage. Anschließend konnte der Igel unverletzt weiterlaufen.

    Schächte werden im Siedlungsraum zur Falle

    Der Vorfall zeigt ein alltägliches, aber oft unterschätztes Risiko für Wildtiere in Städten und Wohngebieten. Igel sind überwiegend nachts unterwegs und durchqueren auf der Suche nach Nahrung und geeigneten Verstecken auch Gärten, Wege und andere bebaute Flächen. Offene Schächte, steile Gruben und glatte Vertiefungen können dabei zu Fallen werden, aus denen die Tiere nicht mehr aus eigener Kraft herauskommen. Weitere Hintergruende bietet der GERATI-Beitrag Was macht ein Dresdner Igel, in Caracas Venezuela?.

    Für Grundstückseigentümer bedeutet das: Schächte und ähnliche Gefahrenstellen sollten abgedeckt oder so gesichert werden, dass kein Tier hineinfallen kann. Wo eine vollständige Abdeckung nicht möglich ist, können geeignete Rampen oder andere Ausstiegshilfen den Tieren den Weg zurück an die Oberfläche ermöglichen. Entscheidend ist, dass die Konstruktion stabil, rutschfest und verletzungssicher ist.

    Auch Zäune beeinflussen, ob sich Igel in einem Siedlungsgebiet bewegen können. Kleine Durchschlüpfe zwischen benachbarten Gärten erleichtern den Tieren den Zugang zu Nahrung und Rückzugsorten. Als praktikabel gelten Öffnungen von ungefähr 13 mal 13 Zentimetern mit glatten Kanten, an denen sich die Tiere nicht verletzen können.

    Nicht jeder Igel braucht menschliche Hilfe

    Die Kantonspolizei Thurgau weist zugleich darauf hin, dass ein gesunder Igel, der nachts aktiv unterwegs ist, normalerweise nicht eingefangen werden muss. Anders sieht es bei offensichtlich verletzten, apathischen oder stark geschwächten Tieren aus. In solchen Fällen sollte eine Igelstation oder eine andere Fachstelle kontaktiert werden, statt das Tier eigenständig zu behandeln. Weitere Hintergruende bietet der GERATI-Beitrag Tierschutzpartei: Wir fordern einen Rettungsschirm für den Tierschutz!.

    Wer Igel im Garten unterstützen möchte, kann bei trockener Witterung eine flache Schale mit frischem Wasser bereitstellen. Milch ist dagegen nicht geeignet. Naturnahe Bereiche mit Hecken, Sträuchern, Laub und ruhigen Verstecken bieten den Tieren mehr als vollständig aufgeräumte Rasenflächen. Weitere Hintergruende bietet der GERATI-Beitrag Auswertung Dezember 2014 für Gerati.de und die Facebook-Seite PeTA – Nein Danke.

    Besondere Vorsicht ist bei Fadenmähern und Motorsensen erforderlich. Vor dem Einsatz sollten dichtes Gras, Heckenränder und Gebüsch kontrolliert werden, weil sich Igel dort tagsüber verstecken können. Ein kurzer Blick vor dem Mähen kann schwere Verletzungen verhindern.

    Kleine Sicherungen verhindern den nächsten Rettungseinsatz

    In Frauenfeld war letztlich die Aufmerksamkeit der Passanten entscheidend. Ohne ihren Hinweis wäre der Igel im Schacht möglicherweise unbemerkt geblieben. Die schnelle Hilfe der Polizei brachte das Tier zwar unverletzt zurück in seine Umgebung, doch dauerhafte Sicherungen an Schächten und Gruben sind der wirksamere Schutz.

    Der Fall macht damit deutlich, dass Wildtierhilfe nicht immer aufwendige Maßnahmen erfordert. Ein gesicherter Schacht, ein Durchgang im Zaun und ein naturnaher Garten können im Siedlungsraum den Unterschied zwischen einer sicheren Nacht und einem gefährlichen Notfall ausmachen.

    Quellen