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Schlagwort: forKIDS-Therapiezentren

  • Therapie trifft Abenteuer: forKIDS Sommerprojektwochen verbinden Zirkus, Bewegung und Spiel

    Therapie trifft Abenteuer: forKIDS Sommerprojektwochen verbinden Zirkus, Bewegung und Spiel

    Die forKIDS-Therapiezentren des Diakoniewerks haben Kindern in Tirol während ihrer Sommerprojektwochen Möglichkeiten geboten, therapeutisch erlernte Fähigkeiten außerhalb des klassischen Behandlungsraums anzuwenden. Dabei spielten Bewegung, gemeinsames Erleben und spielerische Herausforderungen eine zentrale Rolle. Zum Programm gehörten unter anderem Zirkusangebote, Klettern, Hippotherapie und verschiedene Wahrnehmungsübungen. Gerade der Zirkus zeigt dabei, dass diese Form der Freizeitgestaltung weit mehr sein kann als reine Unterhaltung.

    Zirkus als spielerische Ergänzung zur Therapie

    In Innsbruck konnten sich die Kinder an zwei Tagen in unterschiedlichen Zirkusdisziplinen ausprobieren. Dazu gehörten Purzelbäume, Pantomime, Hula-Hoop und Jonglieren. Nach Angaben des Diakoniewerks standen dabei nicht nur Bewegung und Geschicklichkeit im Mittelpunkt, sondern ebenso Aufmerksamkeit, Kreativität, Koordination und Selbstbewusstsein. Damit wurden Fähigkeiten angesprochen, die auch in therapeutischen Zusammenhängen eine wichtige Rolle spielen können.

    Der Zirkus bietet dafür besondere Voraussetzungen, weil Kinder Bewegungsabläufe ausprobieren können, ohne dass jede Übung unmittelbar als klassische Therapie wahrgenommen wird. Wer jongliert, balanciert oder einen Hula-Hoop-Reifen kontrolliert, trainiert beispielsweise Konzentration, Körpergefühl und Bewegungskoordination. Gleichzeitig entstehen Erfolgserlebnisse, wenn eine zuvor schwierige Übung schließlich gelingt. Gerade dieser spielerische Zugang kann Kindern helfen, sich auf Herausforderungen einzulassen und eigene Grenzen neu kennenzulernen.

    Hinzu kommt die soziale Komponente. Anders als in einer Einzeltherapie erleben sich die Kinder innerhalb einer Gruppe, beobachten andere Teilnehmer und können sich gegenseitig unterstützen. Pantomime oder gemeinsame Zirkusübungen erfordern außerdem Aufmerksamkeit für andere Menschen und fördern die Kommunikation. Das Beispiel der forKIDS-Projektwochen zeigt damit, dass Zirkusangebote durchaus Elemente enthalten können, die therapeutische Arbeit sinnvoll ergänzen.

    Klettern fordert Konzentration und Körperkontrolle

    Auch die Klettertage in Imst, Zams und Reutte kombinierten Bewegung mit therapeutisch relevanten Anforderungen. Die Kinder mussten ihre Bewegungen planen, das Gleichgewicht halten und ihre Kräfte gezielt einsetzen. Gleichzeitig erforderte das Klettern Konzentration und die Bereitschaft, sich auf neue Situationen einzulassen. Fähigkeiten, die zuvor in der Therapie erarbeitet wurden, konnten dadurch unter veränderten Bedingungen erprobt werden.

    Solche Angebote verändern vor allem den Kontext. Eine koordinative Übung findet dann nicht mehr in einem Therapieraum statt, sondern an einer Kletterwand. Das Ziel bleibt vergleichbar, während die Umgebung für die Kinder deutlich stärker nach Freizeit und Abenteuer aussieht. Gerade dadurch können zusätzliche Motivation und neue Lernerfahrungen entstehen.

    Hippotherapie verbindet Bewegung und Kontakt zum Pferd

    Bei der Hippotherapie kam zusätzlich der unmittelbare Kontakt mit Pferden hinzu. Bewegungen des Pferdes können körperliche Reaktionen hervorrufen und verlangen vom Reiter unter anderem Gleichgewicht und Anpassung an einen ständig wechselnden Bewegungsablauf. Gleichzeitig entsteht eine Situation, in der das Tier selbst Teil des therapeutischen Umfeldes wird.

    Tiergestützte Angebote unterscheiden sich damit von vielen klassischen Übungen, weil sie Bewegung, Wahrnehmung und emotionale Erfahrungen miteinander verbinden können. Für die Kinder entsteht dabei keine künstliche Übungssituation, sondern eine unmittelbare Interaktion mit einem Tier. Auch das macht deutlich, wie unterschiedlich therapeutische Ansätze gestaltet werden können.

    Sinnesreisen und Bewegungsparcours ergänzen das Programm

    In Telfs und Schwaz standen außerdem Sinnesreisen, Wahrnehmungsspiele und Bewegungsparcours auf dem Programm. Die unterschiedlichen Aktivitäten wurden an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der jeweiligen Kinder angepasst. Dabei konnten motorische Übungen ebenso eine Rolle spielen wie Wahrnehmung, Orientierung und soziale Interaktion.

    Gerade Kinder, denen Kontakte mit anderen Menschen oder ungewohnte Situationen schwerfallen, erhalten durch solche Gruppenangebote zusätzliche Übungsmöglichkeiten. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Programmpunkte anzubieten, sondern therapeutisch erarbeitete Fähigkeiten in andere Alltagssituationen zu übertragen. Genau darin liegt der besondere Ansatz der Sommerprojektwochen.

    Kostenloses Therapieangebot und zusätzliche Projekttage

    Das Diakoniewerk betreibt in Tirol neun forKIDS-Therapiezentren. Die regulären Therapieangebote werden im Auftrag des Landes Tirol und der Sozialversicherungsträger für Familien kostenlos bereitgestellt. Die zusätzlichen Sommerprojekttage gehen über diesen normalen Therapieumfang hinaus und werden vor allem durch Spenden und Unterstützung regionaler Partner ermöglicht.

    In diesem Jahr beteiligten sich unter anderem die Serfaus Fiss Ladis Bergbahnen und die Sparkasse Tirol. Auch lokale Kletterhallen unterstützten die Durchführung der Projekttage in St. Anton und Imst. Dadurch konnten die Kinder an Angeboten teilnehmen, die ansonsten nicht zum regulären Therapiealltag gehören würden, ohne dass zusätzliche Teilnahmegebühren für die Familien anfielen.

    Ein ähnliches Konzept wurde bereits bei einem früheren forKIDS-Sommerprojekt in Wörgl umgesetzt. Dort wurden Bewegung und Naturerlebnisse ebenfalls mit einem Besuch auf einem Pferdehof verbunden. Weitere Informationen dazu finden sich beim Sommerprojekt des forKIDS-Therapiezentrums Wörgl.

    Wenn Therapie nicht wie Therapie aussieht

    Die Sommerprojektwochen verdeutlichen einen wichtigen Punkt: Therapeutische Förderung muss nicht ausschließlich in einem Behandlungszimmer stattfinden. Zirkus, Klettern oder der Kontakt mit Pferden können Situationen schaffen, in denen Kinder Beweglichkeit, Konzentration, Koordination und soziale Fähigkeiten praktisch einsetzen. Die eigentliche Therapie wird dadurch nicht ersetzt, sondern durch reale und spielerische Erfahrungen ergänzt.

    Gerade beim Zirkus wird sichtbar, dass diese Angebote einen konkreten pädagogischen und therapeutischen Nutzen besitzen können. Jonglage, Pantomime oder andere Zirkusdisziplinen bestehen nicht nur aus Unterhaltung, sondern verlangen Körperkontrolle, Ausdauer, Aufmerksamkeit und Mut. Wer Zirkus deshalb grundsätzlich nur als Show betrachtet, übersieht einen Teil dessen, was solche Angebote für Kinder leisten können.

    Die forKIDS-Sommerprojektwochen zeigen, wie Therapie, Freizeit und gemeinsames Erleben miteinander verbunden werden können. Möglich wird das durch die Zusammenarbeit der Therapiezentren, regionaler Einrichtungen und privater Unterstützer. Für die teilnehmenden Kinder entsteht dadurch nicht einfach ein Ferienprogramm, sondern ein Umfeld, in dem bereits erlernte Fähigkeiten unter neuen und oft motivierenden Bedingungen weiterentwickelt werden können.

    Quellen