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Schlagwort: BLV Importstopp

  • Importstopp für betroffene Fleisch- und Fleischerzeugnisse aus Brasilien in der Schweiz

    Importstopp für betroffene Fleisch- und Fleischerzeugnisse aus Brasilien in der Schweiz

    Seit dem 3. September dürfen betroffene Fleisch- und Fleischerzeugnisse aus Brasilien nicht mehr in die Schweiz eingeführt werden. Auslöser sind fehlende Garantien Brasiliens zum Einsatz und zur Reduktion von Antibiotika in der Nutztierhaltung. Dabei geht es nicht um einen festgestellten einzelnen Schadstofffund in einer bestimmten Schweizer Lieferung, sondern um die Voraussetzungen für Fleischeinfuhren.

    Antibiotika-Garantien als Voraussetzung für Einfuhren

    Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bestätigte den Importstopp. Drittstaaten müssen für die Ausfuhr tierischer Produkte in die Schweiz beziehungsweise in die EU belegen, dass ihre Produkte die Vorgaben zum Einsatz und zur Reduktion von Antibiotika in der Tierhaltung erfüllen. Brasilien habe bislang nicht ausreichend belegt, dass seine Produkte diese Vorgaben erfüllen, teilte das BLV mit.

    Nach Darstellung des BLV dient die Maßnahme der Prävention von Antibiotikaresistenzen. Dabei geht es nicht um einen festgestellten einzelnen Schadstofffund in einer bestimmten Schweizer Lieferung, sondern um die Voraussetzungen, unter denen ein Land seine tierischen Produkte exportieren darf. Weil die Schweiz und die EU im Veterinärbereich eng zusammenarbeiten, gelten für entsprechende Importe aus Drittstaaten grundsätzlich gemeinsame Bedingungen.

    Rindfleischversorgung bleibt weitgehend stabil

    Für den Schweizer Fleischmarkt dürfte der Stopp unterschiedlich starke Folgen haben. Nach Angaben der Branchenorganisation Proviande werden fast 80 Prozent des in der Schweiz konsumierten Rindfleischs im Inland produziert. Welche Bedeutung brasilianische Lieferungen für die Rindfleischversorgung haben, geht aus diesen Angaben jedoch nicht hervor.

    Beim Geflügel ist die Abhängigkeit von Importen größer. Brasilien hält in diesem Bereich einen signifikanten Importanteil. Proviande rechnet dennoch nicht mit einem Versorgungsengpass. Ob die Umstellung auf andere Lieferanten ohne Mehrkosten gelingt, ist allerdings offen: Preissteigerungen für Konsumentinnen und Konsumenten lassen sich derzeit nicht ausschließen.

    Händler wechseln bei einzelnen Produkten die Lieferanten

    Migros und Coop erklärten, dass nur wenige ihrer Produkte unmittelbar betroffen seien. Coop verweist auf alternative Herkunftsländer. Migros stellt bei einzelnen Convenience-Produkten, darunter Poulet-Nuggets, auf Ware aus der Europäischen Union um.

    Damit betreffen die von den Händlern genannten Umstellungen nur wenige Produkte. Für den Einkauf bedeutet der Importstopp deshalb nach deren Angaben zunächst keine flächendeckende Knappheit.

    Entscheidung über eine Rückkehr steht noch aus

    Eine Wiederaufnahme der Importe ist laut BLV nicht ausgeschlossen. Nach Angaben des BLV werden die betroffenen brasilianischen Produkte in der EU derzeit überprüft. Voraussetzung für eine erneute Zulassung bleibt, dass Brasilien die geforderten Garantien zum Antibiotikaeinsatz erfüllt und die EU-Staaten zustimmen.

    Damit entscheidet sich die weitere Entwicklung nicht allein an der Verfügbarkeit von Fleisch, sondern an der Anerkennung der Produktions- und Kontrollsysteme. Proviande erwartet keinen Versorgungsengpass, während Händler alternative Lieferanten nutzen oder ihre Beschaffung umstellen. Preissteigerungen für Konsumentinnen und Konsumenten lassen sich beim Geflügel jedoch derzeit nicht ausschließen.

    Quellen