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Schlagwort: Aufgabe der Schafhaltung

  • Wolfsangriff in Breddorf: Begutachter sieht Wolf als Verursacher dreier toter Schafe

    Wolfsangriff in Breddorf: Begutachter sieht Wolf als Verursacher dreier toter Schafe

    Drei tote Schafe in Breddorf gehen nach der im Weser-Kurier wiedergegebenen Einschätzung eines Rissbegutachters auf einen Wolf zurück. Für ihren Halter Lüder Busekros dürfte der Verlust zugleich das Ende seiner Schafhaltung bedeuten: Er erklärte, sich wohl keine neuen Tiere anzuschaffen. Die drei Pommerschen Landschafe lebten auf einer Weide direkt hinter seinem Haus am Ortsrand Richtung Ostersode. Busekros hielt sie aus Liebhaberei und zur Pflege der Pferdeweide.

    Begutachtung und Genproben sind unterschiedliche Schritte

    Busekros fand die Tiere dem Bericht zufolge an einem Dienstagabend, als er sie füttern wollte. Den Angriff vermutete er in der vorausgegangenen Nacht; ein Kalenderdatum des Vorfalls ist nicht angegeben. Am Mittwoch untersuchte ein Rissbegutachter die Kadaver, wie Kammer-Sprecher Wolfgang Ehrecke dem Weser-Kurier am darauffolgenden Donnerstag erläuterte. Der Begutachter teilte demnach die Einschätzung des Halters, dass ein Wolf die Schafe getötet habe. Zugleich nahm der vor Ort eingesetzte Förster Genproben und schickte sie an das Wolfsbüro des Umweltministeriums; ob sie analysiert würden, konnte Ehrecke damals nicht sagen.

    Die Unterscheidung zwischen einer Einschätzung am Fundort und einem genetischen Ergebnis ist für die Einordnung solcher Fälle wichtig. Im gesonderten Wolfsriss-Fall in Saalfelden berichtete GERATI im Oktober 2026 darüber, dass erst eine DNA-Analyse den zunächst anders eingeschätzten Verursacher klärte. Der ebenfalls separat behandelte DNA-Nachweis im Pitztal betraf darüber hinaus die Zuordnung von Ziegenrissen zu einem bestimmten Wolf. Für Breddorf beschrieb Ehrecke dagegen den Stand nach der Untersuchung der Kadaver und der Weiterleitung der Proben.

    Drei Weidetiere verloren, Ersatz wohl ausgeschlossen

    Die getöteten Tiere hießen Lana, Marjella und Mischa und waren nicht versichert. Busekros hatte sie fünf Jahre zuvor von Michael Ruhnau aus Bülstedt bezogen. Nach seiner Schilderung sollten die Schafe die Pferdeweide hinter dem Haus pflegen. Ihr Verlust betrifft damit nicht nur drei einzeln benannte Tiere, sondern auch die von ihm gewählte Form der Weidepflege.

    Ruhnau zeigte sich über den Tod der ihm bekannten Tiere ebenfalls betroffen. Er verwies im Bericht darauf, dass das Pommersche Landschaf eine alte, bedrohte Haustierrasse sei, die in den 1980er-Jahren beinahe verschwunden wäre. Als Stärken der Rasse nannte er die Möglichkeit ganzjähriger Außenhaltung und die gute Betreuung des Nachwuchses durch die Muttertiere. Seine Beschreibung macht verständlich, weshalb er die Schafe nicht allein nach ihrer Fleischleistung oder dem wirtschaftlichen Wert ihrer Wolle beurteilt.

    Zaunpflege und die Forderung nach Abschüssen

    Busekros berichtete, der Zaun sei unbeschädigt geblieben, und vermutete deshalb, der Wolf sei darübergesprungen. Ruhnau sprach sich dafür aus, auffällig gewordene Wölfe zu schießen; darunter verstand er Tiere, die elektrisch gesicherte Zäune überwinden. Zugleich betonte er den laufenden Aufwand solcher Schutzmaßnahmen: Damit die Elektrodrähte wirkten, müsse das Gras am Zaun regelmäßig gemäht werden. Seine Forderung nach Abschüssen ist eine politische Position, während das Überspringen des Zauns in Busekros’ Schilderung eine Vermutung zum Ablauf bleibt.

    Für andere betroffene Halter beschreibt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen konkreten Umgang mit einem Rissverdacht: Den Fundort unberührt lassen, gegen weitere Aasfresser sichern und eine Verunreinigung durch Hunde vermeiden. Die Kammer erläutert außerdem ein standardisiertes Verfahren vor Ort und eine anschließende schriftliche Mitteilung über den Verursacher. Auf ihrer Informationsseite zur Richtlinie Wolf nennt sie sowohl finanzielle Unterstützung für vorbeugende Schutzmaßnahmen als auch Billigkeitsleistungen bei Nutztierschäden. Diese allgemeinen Angebote sagen jedoch nichts darüber aus, ob Busekros für seinen Verlust eine Zahlung erhalten konnte.

    Busekros stellte nach dem Verlust eine andere Nutzung seines Winterstalls in Aussicht. Er könne ihn einem weiteren Breddorfer Schafhalter für dessen fünf Tiere anbieten. Im Stall seien die Schafe nach seiner Einschätzung relativ sicher. Während er selbst wohl auf neue Schafe verzichten will, könnte der frei gewordene Platz damit zumindest einer anderen kleinen Haltung zugutekommen.

    Quellen