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Schlagwort: Ammoniakbelastung durch Tierhaltung

  • Mäuserettung in Wien: Tierschutz Austria übernimmt rund 300 Tiere

    Mäuserettung in Wien: Tierschutz Austria übernimmt rund 300 Tiere

    Tierschutz Austria hat rund 300 Mäuse aus einer Wiener Wohnung übernommen und im Tierschutzhaus Vösendorf untergebracht. Ursprünglich war die Aufnahme von etwa 30 Tieren geplant, berichtete der ORF unter Berufung auf eine Aussendung der Organisation. Tatsächlich mussten damit ungefähr zehnmal so viele Mäuse aufgenommen werden wie erwartet. Beim Einfangen half die Hunde-Such-Hilfe Österreich; die Tiere wurden anschließend nach Geschlechtern getrennt.

    Verschmutzte Terrarien und Mäuse in Haushaltsgeräten

    Die Organisation schildert eine Haltung auf engstem Raum in stark verschmutzten Terrarien. Männliche und weibliche Mäuse seien nicht getrennt gewesen und hätten sich unkontrolliert vermehrt. Hinzu kamen nach ihrer Darstellung erhebliche Kotablagerungen und eine hohe Ammoniakbelastung. Die Terrarien boten außerdem keine sichere Begrenzung: Die Mäuse konnten daraus entkommen.

    Der Einsatz beschränkte sich deshalb nicht auf das Leeren der Unterkünfte. Nach Angaben der Organisation hatten sich die Tiere bereits in Böden, Wänden und Decken sowie in angrenzenden Räumen ausgebreitet. Selbst in Haushaltsgeräten wurden Mäuse gefunden. Aus der zunächst vorgesehenen Übernahme eines überschaubaren Bestands wurde damit ein Einfangeinsatz in verschiedenen Bereichen der Wohnung.

    Medizinische Versorgung und weiterer Nachwuchs

    Im Tierschutzhaus steht neben der Unterbringung die medizinische Versorgung an. Die Organisation berichtet von Bisswunden, Tumoren und anderen Erkrankungen bei zahlreichen Tieren. „Viele der Tiere waren verletzt oder krank. Wir mussten sofort handeln, um Schlimmeres zu verhindern“, sagte Stephan Scheidl, Tierheimleiter von Tierschutz Austria, dem Bericht von t-online zufolge. Welche Behandlung die einzelnen Mäuse benötigen, hängt damit von unterschiedlichen Verletzungen und Erkrankungen ab.

    Einige bereits trächtige Weibchen haben inzwischen Junge bekommen. Die bei der Übernahme genannte Zahl von rund 300 Mäusen beschreibt deshalb nicht abschließend, wie viele Tiere anschließend zu betreuen sind. Als nächster Schritt ist die Kastration der männlichen Mäuse vorgesehen. Fortpflanzungskontrolle ist auch Gegenstand des von GERATI beschriebenen Programms zur Sterilisation von Hunden und Katzen in Quartu; in Vösendorf gehört sie nun zur weiteren Versorgung eines bereits übernommenen Bestands.

    Bereits die zweite große Aufnahme aus derselben Wohnung

    Die Vorgeschichte macht den Fall besonders: Tierschutz Austria war nach eigener Darstellung schon etwa ein halbes Jahr zuvor in derselben Wohnung tätig geworden. Damals hatte die Organisation rund 2.100 Nagetiere aufgenommen, wie t-online berichtet. Die Größenordnung lag damit etwa siebenmal so hoch wie bei der nun gemeldeten Übernahme. Die beiden Zahlen stehen für getrennte Einsätze und dürfen nicht als gleichzeitig vorgefundener Tierbestand verstanden werden.

    Scheidl verwies bei der Einordnung solcher Fälle auch auf die Menschen hinter der Tierhaltung. „Hinter solchen Fällen stecken oft menschliche Schicksale und Überforderung. In diesen Momenten zählt allein, dass geholfen wird“, erklärte er. Damit beschreibt er eine mögliche soziale Dimension solcher Einsätze, ohne eine konkrete persönliche Ursache für diesen Fall zu benennen. Für die aufgenommenen Mäuse reicht die Aufgabe inzwischen über das Einfangen hinaus: Verletzte und kranke Tiere werden versorgt, hinzugekommener Nachwuchs muss betreut werden, und die angekündigten Kastrationen stehen noch bevor.

    Quellen