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Die Entscheidung markiert einen Einschnitt in der militärischen Ausbildung der Vereinigten Staaten: Das US-Militär Tierversuche Ende ist mit dem Inkrafttreten des National Defense Authorization Act 2026 Realität geworden. Künftig dürfen lebende Tiere nicht mehr in sogenannten Live-Fire-Übungen eingesetzt werden, bei denen Sanitäter unter Gefechtsbedingungen Verwundete versorgen lernen. Was jahrzehntelang als unverzichtbar galt, wird nun offiziell als überholt eingestuft.
Der Schritt ist bedeutsam, aber nicht widerspruchsfrei. Denn während ein besonders drastisches Kapitel geschlossen wird, bleiben andere Formen der Nutzung von Tieren weiterhin erlaubt. Genau diese Ambivalenz macht den Beschluss erklärungsbedürftig – und kritikwürdig.
Ende des Live-Fire-Trainings mit Tieren
Mit dem neuen Gesetz ist das Live-Fire-Training Verbot verbindlich festgeschrieben. Das Verteidigungsministerium darf keine lebenden Tiere mehr einsetzen, um Schuss- und Explosionsverletzungen zu simulieren. Betroffen sind unter anderem Ziegen und Schweine, die bislang in der militärischen Traumaausbildung verwendet wurden.
Stattdessen sollen moderne Alternativen genutzt werden. Vorgesehen sind Simulatoren, Hightech-Mannequins, menschliche Körperspender oder speziell geschulte Darsteller. Ziel ist es, die militärische Traumaausbildung auf einem hohen Niveau zu halten, ohne weiteres Tierleid zu verursachen. Befürworter verweisen darauf, dass die Simulation medizinische Ausbildung inzwischen realistische Szenarien ermögliche, die den Einsatz lebender Tiere entbehrlich machen.
Der Gesetzgeber bezeichnete die bisherigen Methoden offen als veraltet. Das ist bemerkenswert, denn noch vor wenigen Jahren argumentierten militärische Stellen, es gebe keinen gleichwertigen Ersatz für lebende Organismen im Training.
Verbot schmerzhafter Forschung an Katzen und Hunden
Über das Live-Fire-Training hinaus enthält das Gesetz eine weitere Einschränkung: das schmerzhafte Forschung Verbot an Hauskatzen und Hunden. Trainings, Experimente oder Tests, die nach den Kategorien des US-Landwirtschaftsministeriums als besonders leidvoll gelten, sind künftig untersagt.
Darunter fallen unter anderem extreme Umweltbelastungen, unausweichliche Reize oder erzwungene körperliche Erschöpfung. Allerdings sieht das Gesetz Ausnahmen vor, etwa wenn Belange der nationalen Sicherheit geltend gemacht werden. Damit bleibt ein Interpretationsspielraum bestehen, der Kritiker skeptisch stimmt.
Unverändert zulässig bleiben andere Tierversuche Militär, etwa Stich- oder Brandverletzungen sowie Waffentests – sofern die Tiere betäubt werden. Das Gesetz zieht also keine grundsätzliche rote Linie, sondern reguliert selektiv.
Teil eines größeren politischen Trends
Das US-Militär Tierversuche Ende fügt sich in eine breitere Entwicklung ein. Bereits 2018 hatte die Küstenwache der USA ein dauerhaftes Ende von Live-Tissue-Trainings beschlossen. 2024 folgte das Veteranenministerium mit dem Ausstieg aus Tierversuchen an Katzen, Hunden und Primaten. Im Mai 2025 kündigte auch die Marine an, entsprechende Forschung einzustellen.
Diese Entscheidungen sind Ausdruck einer wachsenden Tierschutz Bundespolitik, die den Einsatz moderner Technik stärker gewichtet als tradierte Ausbildungspraktiken. Dennoch zeigen Berichte der staatlichen Rechnungsprüfung, dass der tatsächliche Umfang und Fortschritt des Ausstiegs lange Zeit unklar blieb. Transparenz war – und ist – ein zentrales Defizit.
Zwischen ethischem Fortschritt und militärischem Pragmatismus
Befürworter des Gesetzes verweisen auf den technischen Fortschritt. Realistische Trainingsanzüge mit künstlicher Haut, Blut und Organen können heute lebensbedrohliche Verletzungen detailgetreu nachbilden. Für viele ist damit klar: Der Einsatz lebender Tiere ist weder ethisch noch fachlich notwendig.
Gleichzeitig gibt es Stimmen aus der Praxis, die diese Einschätzung nicht uneingeschränkt teilen. Ehemalige Sanitäter betonen, dass die emotionale Dringlichkeit einer Behandlung an einem lebenden Organismus nicht vollständig simulierbar sei. Die medizinische Gefechtsausbildung stehe unter extremem Zeit- und Stressdruck – Faktoren, die sich nur begrenzt künstlich erzeugen ließen.
Diese Argumente erklären, warum das Gesetz zwar als Fortschritt gilt, aber nicht als endgültige Abkehr von der Tiernutzung im Militär.
Fazit: Fortschritt mit Vorbehalt
Das US-Militär Tierversuche Ende im Bereich des Live-Fire-Trainings ist ein symbolisch und praktisch wichtiger Schritt. Er beendet eine Praxis, die über Jahrzehnte kaum öffentlich hinterfragt wurde, und setzt auf zeitgemäße Ausbildungsformen. Gleichzeitig bleibt der Beschluss selektiv: Andere tierexperimentelle Verfahren bleiben erlaubt, Ausnahmen sind vorgesehen, und die vollständige Ersetzung tierischer Modelle ist nicht vorgeschrieben.
Aus Sicht eines sachlichen Tierschutzes ist das Ergebnis ambivalent. Positiv ist die klare Abkehr von besonders drastischen Methoden. Kritisch bleibt, dass das Militär weiterhin selbst definiert, wo ethische Grenzen verlaufen. Der Fortschritt ist real – aber er endet dort, wo militärische Zweckmäßigkeit als höherwertig eingestuft wird.
Quellen:
- Smithsonian Magazine – U.S. Military Ends Practice of Shooting Live Animals to Train Medics to Treat Battlefield Wounds – https://www.smithsonianmag.com/smart-news/us-military-ends-practice-of-shooting-live-animals-to-train-medics-to-treat-battlefield-wounds-180987942/
- GERATI – Warum gibt es 2024 noch immer Tierversuche in Deutschland und wie wichtig sind Tierversuche für die Medizin? – https://gerati.de/2024/01/01/warum-gibt-tierversuche-in-deutschland/
