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Sechs Steinkäuze ausgewildert: Artenschutzprojekt in Heidelberg meldet Rekordjahr

Sechs Steinkäuze ausgewildert im Rahmen des Artenschutzprojekts Heidelberg auf einem Ast sitzend.

Sechs junge Steinkäuze sind in der Region Heidelberg ausgewildert worden. Der Zoo Heidelberg und der BUND Dossenheim setzten dabei auf die sogenannte Soft-Release-Methode: Die Vögel blieben zunächst drei Tage in kleinen Volieren direkt an geeigneten Nisthilfen, bevor die Gitter geöffnet wurden.

Volieren als Startpunkt für neue Reviere

Während dieser Eingewöhnungszeit wurden die Jungkäuze mit Futter versorgt. Die Nisthilfe lernten sie dabei bereits als sicheren Ort kennen. Nach der Freilassung konnten sie deshalb in der Umgebung bleiben und den Kasten weiterhin nutzen. Ziel ist, dass die Tiere an den vorgesehenen Standorten eigene Reviere besetzen.

Vier der sechs Steinkäuze wurden im Zoo Heidelberg geboren und aufgezogen. Zwei weitere Tiere kamen aus dem Alpenzoo Innsbruck. Nach Angaben von Joshua Förg, Kurator im Zoo Heidelberg, soll der Austausch zugleich die genetische Vielfalt innerhalb der regionalen Population stärken.

Die Auswilderungen fanden an fünf Standorten in Leimen, Reilingen und Heidelberg statt. An einem Standort wurden ein Männchen aus Innsbruck und ein Weibchen aus Heidelberg in zwei wenige Meter voneinander entfernten Volieren freigelassen. Ob daraus im kommenden Jahr ein neues Brutpaar entsteht, soll die weitere Beobachtung zeigen.

Sieben Jungvögel nach früherer Auswilderung

Dass die Methode an geeigneten Standorten erfolgreich sein kann, zeigte sich bereits zuvor. 2024 wurde an einem Ort ohne vorherigen Steinkauznachweis ein Vogel per Soft-Release ausgewildert. Im folgenden Jahr wurde dort ein unberingtes Weibchen beobachtet. 2026 kam es an diesem Standort zu einer Brut mit sieben Jungvögeln.

Auch insgesamt entwickelte sich das Projekt „Gemeinsam für den Steinkauz“ positiv. Zwischen Hemsbach-Laudenbach und Reilingen wurden 2026 insgesamt 90 Jungvögel dokumentiert. Die Zahl der Brutpaare stieg von 17 im Vorjahr auf 22. Zusätzlich wurden 23 Revierpaare erfasst.

Seit dem Projektstart im Jahr 2020 hat sich die regionale Verbreitung deutlich erweitert. Damals war in der Großregion nur ein bekanntes Brutpaar dokumentiert. Inzwischen verteilen sich die 22 Brutpaare auf zehn Gemarkungen, darunter Heidelberg, Ladenburg und Weinheim.

Die sechs neuen Auswilderungen sind damit Teil eines länger angelegten Bestandsaufbaus. Entscheidend wird sein, ob sich die freigelassenen Vögel dauerhaft an den Standorten halten und weitere Brutpaare bilden. Die dokumentierten Bruten und die steigenden Paarzahlen liefern dafür bislang eine positive Entwicklung.

Quellen

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