Umsiedlung von 30 Großkatzen aus ehemaligem Zoo Luján begonnen

In Argentinien hat die Umsiedlung von 30 Löwen und Tigern aus dem ehemaligen Zoo Luján begonnen. Die Tiere sollen schrittweise in zwei spezialisierte Schutzeinrichtungen in den USA und Südafrika gebracht werden. Verantwortlich für die Aktion ist die Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die nach einer Vereinbarung mit der argentinischen Regierung seit rund einem Jahr die Betreuung der verbliebenen Tiere übernommen hat. Für die Organisation handelt es sich um die bislang umfangreichste Rettungsmission dieser Art.

Von Luján in Schutzgebiete auf zwei Kontinenten

Der frühere Zoo liegt rund 70 Kilometer westlich von Buenos Aires und wurde 2020 geschlossen. Nach Angaben der beteiligten Organisationen lebten die Großkatzen dort unter schwierigen Bedingungen; Vier Pfoten kümmerte sich zunächst um ihre tägliche Versorgung und suchte parallel nach dauerhaften Unterbringungsmöglichkeiten. 15 Löwen und Tiger sollen in das Wildtierschutzgebiet The Wild Animal Sanctuary im US-Bundesstaat Colorado gebracht werden. Die übrigen Tiere sind für Lionsrock in Südafrika vorgesehen, ein von Vier Pfoten betriebenes Schutzzentrum für gerettete Wildtiere.

Die Aufteilung auf zwei Einrichtungen berücksichtigt die Kapazitäten der Schutzgebiete und ermöglicht eine schrittweise Durchführung der Transporte. Der konkrete Ablauf der einzelnen Verlegungen wurde öffentlich bislang nicht vollständig beschrieben. Fest steht jedoch, dass die Umsiedlung noch nicht abgeschlossen ist und die Tiere nach ihrer Ankunft dauerhaft in den jeweiligen Einrichtungen betreut werden sollen.

Kalu, Shelby, Brynn und Bella unter den betroffenen Tieren

Zu den Großkatzen aus Luján gehören unter anderem Kalu, Shelby, Brynn und Bella. Mit dem Transport verlassen sie die Haltung im ehemaligen Zoo und wechseln in Einrichtungen, die auf die Versorgung geretteter Wildtiere ausgerichtet sind. Eine Auswilderung ist bei in menschlicher Obhut aufgewachsenen Löwen und Tigern in der Regel keine realistische Perspektive; Schutzgebiete bieten daher eine dauerhafte Alternative zur Rückkehr in die freie Wildbahn.

Vier Pfoten bezeichnet die Aktion als bisher größte eigene Rettungsmission für Großkatzen. Die Organisation setzt damit die schrittweise Räumung des geschlossenen Zoos fort. Für die Tiere ist die Umsiedlung zugleich ein langfristiger Ortswechsel, bei dem Transport, Eingewöhnung und medizinische Betreuung aufeinander abgestimmt werden müssen.

Zwei Braunbären bereits nach Bulgarien gebracht

Die Großkatzen sind nicht die ersten Tiere aus Luján, die eine neue Unterbringung erhalten. Die beiden Braunbären Gordo und Florencia wurden bereits im Februar in ein Schutzgebiet nach Bulgarien gebracht. Damit wurden neben der laufenden Betreuung im ehemaligen Zoo bereits weitere internationale Lösungen für die verbliebenen Tiere umgesetzt.

Die Verlegung der 30 Löwen und Tiger soll nun in mehreren Etappen erfolgen. Erst nach Abschluss aller Transporte wird feststehen, wie viele Tiere tatsächlich in Colorado beziehungsweise in Lionsrock angekommen sind. Bis dahin bleibt die Umsetzung der Rettungsaktion der entscheidende nächste Schritt für die Großkatzen aus Luján.

Quellen

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