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Schlagwort: Zoopädagogik

  • Wild Love Stories im Naturschutz-Tierpark Görlitz: So erklärt die Ausstellung das Liebesleben der Tiere

    Wild Love Stories im Naturschutz-Tierpark Görlitz: So erklärt die Ausstellung das Liebesleben der Tiere

    Drei Räume über Verführung, Paarung und Nachwuchs

    Im Naturschutz-Tierpark Görlitz können Besucher in der interaktiven Entdeckerwelt „Wild Love Stories“ die Fortpflanzungsstrategien verschiedener Tierarten erkunden. Die Dauerausstellung wurde am 4. Juli 2026 eröffnet und richtet sich an Familien, Jugendliche und Erwachsene. In drei Bereichen geht es um Verführung, Paarung sowie Nachwuchs und dessen Aufzucht. Der Tierpark möchte damit biologische Zusammenhänge vermitteln, die im natürlichen Lebensraum vieler Tiere für Menschen kaum zu beobachten sind.

    Analoge Mitmachstationen, Illustrationen und multimediale Elemente zeigen, wie unterschiedlich Tiere Partnerschaften bilden und Nachwuchs großziehen. Beispiele reichen von Flamingos und Pinguinen bis zu Kängurus, Ameisenigeln, Fledermäusen, Katzen und Löwen. Auch ungewöhnliche biologische Merkmale werden erklärt, etwa die Fortpflanzungsanatomie von Koalas oder die unterschiedlichen Milchsorten, mit denen Kängurumütter ihren Nachwuchs versorgen können. Die Ausstellung verbindet diese Besonderheiten mit spielerischen Angeboten, die sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen sollen.

    Vom Kinderbuch zur Erlebniswelt

    Die Ausstellung basiert auf dem Sachbuch „Das Liebesleben der Tiere“ von Katharina von der Gathen mit Illustrationen von Anke Kuhl. Tierparkdirektor Dr. Sven Hammer entwickelte daraus das Konzept einer räumlich erlebbaren Entdeckerwelt. Nach Angaben des Tierparks ist das Angebot in dieser Form einmalig im deutschsprachigen Raum. Die Inhalte des Buches werden durch interaktive Stationen und multimediale Elemente ergänzt, sodass Besucher biologische Vorgänge nicht nur nachlesen, sondern spielerisch entdecken können.

    Die Ausstellung soll jedoch nicht ausschließlich Wissen über Balz, Paarung und Nachwuchs vermitteln. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Zusammenhang zwischen Fortpflanzung, Lebensräumen und Artenvielfalt. Besucher erfahren, warum der Schutz natürlicher Lebensräume eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass viele Tierarten erfolgreich Nachwuchs bekommen können. Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt der Erlebnis-Zoo Hannover, dessen GERATI-Beitrag über Umweltbildung in Yukon Bay zeigt, wie zoologische Einrichtungen komplexe ökologische Zusammenhänge durch anschauliche Bildungsangebote vermitteln.

    Kindgerecht, aber nicht ohne sensible Themen

    Die Ausstellung setzt auf eine offene Sprache und vermeidet es, biologische Vorgänge zu verschweigen. Einzelne Bereiche, darunter ein „Genitalien-Kabinett“ und eine sogenannte Peep-Show, sind räumlich abgetrennt. Hinweise machen kenntlich, welche Inhalte für Kinder ab acht Jahren geeignet sind; Eltern können selbst entscheiden, welche Stationen sie gemeinsam mit ihren Kindern ansehen. Dabei verwendet die Ausstellung ausschließlich vereinfachte Illustrationen und Animationen, keine echten Fotografien oder Filmaufnahmen von Paarungen. Auch weniger romantische Aspekte des tierischen Fortpflanzungsverhaltens werden aufgegriffen, wobei sensiblere Darstellungen entsprechend gekennzeichnet sind.

    Für den Tierpark verbindet „Wild Love Stories“ damit Zoopädagogik und Artenschutz. Die Ausstellung ist im regulären Eintritt enthalten und täglich ab 9 Uhr zugänglich. Ihre praktische Bedeutung liegt vor allem darin, dass Familien biologische Themen gemeinsam entdecken können, ohne dass der Besuch auf reine Unterhaltung beschränkt bleibt. Aus ungewöhnlichen Tierbeispielen werden anschauliche Anknüpfungspunkte für Fragen zu Fortpflanzung, Verhalten und dem Schutz bedrohter Arten. Damit ergänzt die Entdeckerwelt die klassischen Aufgaben zoologischer Einrichtungen um ein Bildungsangebot, das biologische Vielfalt aus einer ungewöhnlichen Perspektive vermittelt.

    Quellen