Der Arbeitstag beginnt vor dem ersten Besucher
Wenn sich im Zoo Landau am frühen Morgen die ersten Türen zu Stallungen und Gehegen öffnen, beginnt die wichtigste Routine des Tages: Die Tiere werden begrüßt und genau beobachtet. Hat ein Tier gefressen, bewegt es sich wie gewohnt und wirkt es aufmerksam? Solche Fragen richten den Blick auf Veränderungen, die im laufenden Besucherbetrieb leicht unsichtbar bleiben können. Zoodirektor und Tierarzt Dr. Jens-Ove Heckel sagt, Tierpflegende bemerkten schon am Gang, wenn etwas nicht stimme.
Anlässlich des Welttierschutztags richtet sich der Blick hinter die Kulissen. Die Botschaft aus Landau richtet sich dabei nicht nur auf die sichtbare Pflege einzelner Tiere, sondern auf das Zusammenspiel vieler Fachleute. Tierpflegende, Tierarzt, Zoologin, Gärtnerin, Handwerker und Pädagogen arbeiten in der Einrichtung gemeinsam für Tierwohl, Artenschutz, Forschung und Bildung. Diese Aufgaben fallen im Zoo nicht an getrennten Tagen an, sondern gehören nach der Darstellung des Zoos zum Alltag des gesamten Jahres.
Tierwohl ist Teamarbeit
Die morgendliche Beobachtung ist deshalb mehr als ein kurzer Rundgang. Sie liefert dem Team Hinweise darauf, ob Verhalten, Futteraufnahme und Bewegungsabläufe dem gewohnten Muster entsprechen. Für Besucher ist diese Arbeit kaum sichtbar, für die Beschäftigten bildet sie den Ausgangspunkt des Tages. Ihre praktische Bedeutung liegt darin, Auffälligkeiten früh wahrzunehmen und sie im jeweiligen fachlichen Zusammenhang einzuordnen.
Dazu braucht es unterschiedliche Perspektiven. Tierpflegende kennen die Tiere aus der täglichen Betreuung, veterinärmedizinische Fachleute beurteilen gesundheitliche Fragen, Zoologen befassen sich mit Verhalten und Haltung. Gärtner und Handwerker sichern zugleich die funktionierenden Lebensbereiche, während Pädagogen Wissen über Tiere vermitteln. Erst dieses Zusammenspiel macht aus der Tierpflege ein umfassenderes Management, das neben dem einzelnen Tier auch Artenschutz, Forschung und Bildung berücksichtigt.
Landau als Beispiel für den VdZ-Verbund
Nach Angaben des Verbandes der Zoologischen Gärten beginnt der Morgen in ähnlicher Weise auch in den weiteren 70 wissenschaftlich geführten Mitgliedszoos des VdZ. Sie liegen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien. Rund 41 Millionen Menschen besuchen diese Einrichtungen jährlich. Die Zahlen verdeutlichen die Größenordnung des Verbunds, sagen aber für sich genommen noch nichts über die konkrete Qualität der Haltung in jedem einzelnen Gehege aus.
Die Verbindung von täglicher Betreuung und Wissensvermittlung ist für die Einrichtungen ein zentraler Teil ihres Selbstverständnisses. Im Zoo Landau gehört dazu, Besuchern Kenntnisse über Tiere und ihre Gefährdung zu vermitteln. Zoopädagogische Angebote sollen den Blick vom einzelnen Tier im Gehege auf dessen Lebensraum und mögliche Bedrohungen in der Natur erweitern. Damit wird der Besuch nicht nur als Beobachtung, sondern auch als Bildungsanlass verstanden.
Forschung und Artenschutz reichen über das Gehege hinaus
Zum Aufgabenbild wissenschaftlich geführter Zoos zählen außerdem Forschungskooperationen. Nach den Angaben zum VdZ beteiligen sich die Mitgliedszoos gemeinsam mit Hochschulen und anderen Einrichtungen an rund 200 wissenschaftlichen Studien pro Jahr. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können nicht nur für die Tiere im Zoo relevant sein, sondern auch für Artgenossen in der Natur. Eine solche Wirkung hängt allerdings davon ab, dass Forschungsergebnisse tatsächlich in Schutzmaßnahmen oder ein besseres Verständnis der Arten einfließen.
Auch bei der Zucht bedrohter Arten stimmen sich wissenschaftlich geführte Zoos europaweit darüber ab, welche Tiere in welchen Einrichtungen gehalten und gezüchtet werden. Ziel sind gesunde und genetisch vielfältige Bestände. Auch der Zoo Landau arbeitet mit Universitäten, Naturschutzorganisationen und Behörden zusammen. Zudem unterstützt der Zoo Schutzprojekte vor Ort.
Der Welttierschutztag lenkt damit den Blick auf eine Arbeit, die lange vor den Öffnungszeiten beginnt. In Landau steht am Anfang keine spektakuläre Aktion, sondern die genaue Kenntnis jedes einzelnen Tieres. Die Tiere werden begrüßt und genau beobachtet. Der entscheidende Beitrag des Teams besteht darin, Beobachtung, Pflege, medizinische Einschätzung, praktische Instandhaltung und Wissensvermittlung täglich miteinander zu verbinden.
Quellen
- suewpress.de – 02.10.2026 – Welttierschutztag. Für jedes Tier ein ganzes Team. – https://suewpress.de/details/02102026-welttierschutztag-fuer-jedes-tier-ein-ganzes-team
- MRN-News – Landau – Natürlich auch am Welttierschutztag: Für jedes Tier ein ganzes Team, jeden Tag – https://www.mrn-news.de/2026/10/01/landau-natuerlich-auch-am-welttierschutztag-fuer-jedes-tier-ein-ganzes-team-jeden-tag-655789
- Pfalz-Express – Welttierschutztag im Landauer Zoo: Für jedes Tier ein ganzes Team – Pfalz-Express – https://www.pfalz-express.de/offizieller-welttierschutztag-im-landauer-zoo-fuer-jedes-tier-ein-ganzes-team-jeden-tag/
- Wochenblatt Reporter – Welttierschutztag im Zoo Landau: Warum hinter jedem Tier ein Team steht – Landau – https://www.wochenblatt-reporter.de/landau/c-lokales/welttierschutztag-im-zoo-landau-warum-hinter-jedem-tier-ein-team-steht_a897493
