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Schlagwort: Wolf Greimerath Kalb

  • Hochwald: Zwei Wolfsrisse und neue Abschussregeln

    Hochwald: Zwei Wolfsrisse und neue Abschussregeln

    Bei Greimerath ist ein Kalb von einem Wolf getötet worden, wenige Wochen später starben rund zehn Kilometer entfernt elf Schafe. In beiden Fällen bestätigten Spezialisten des Landes den Wolf als Angreifer. Die Vorfälle verschärfen im Hochwald die Frage, wann der Schutz von Nutztieren einen behördlichen Eingriff gegen einen Wolf rechtfertigen kann.

    Zwei Risse in kurzer Folge

    Das Kalb wurde Mitte August auf einer Weide bei Greimerath tot aufgefunden. Nach der Untersuchung des Landes war ein Wolf für den Tod des erst sieben Tage alten Tieres verantwortlich. Knapp drei Wochen später verlor ein Schafhalter in der näheren Umgebung elf Tiere bei einem weiteren Angriff.

    Die räumliche Nähe der Fälle erhöht den Druck auf die betroffenen Halter. Für Weidetierhalter geht es dabei nicht nur um den finanziellen Wert einzelner Tiere, sondern auch um die Frage, ob Schutzmaßnahmen im Alltag ausreichen und wie schnell Behörden auf wiederholte Risse reagieren können. Eine automatische Abschussentscheidung folgt aus den beiden bestätigten Fällen allerdings nicht.

    Schnellere Abschüsse bleiben an Voraussetzungen gebunden

    Die Eckpunkte des geplanten Landesjagdgesetzes sollen den Umgang mit dem Wolf in Rheinland-Pfalz praxisnäher regeln. Nach den dazu veröffentlichten Eckpunkten wird der Wolf in das Landesjagdgesetz aufgenommen. Welche rechtlichen Möglichkeiten künftig konkret gelten, hängt vom weiteren Gesetzgebungsprozess ab.

    Für die aktuelle Situation im Hochwald bedeutet das: Die Risse müssen dokumentiert und fachlich bewertet werden; ob daraus eine konkrete Maßnahme gegen ein bestimmtes Tier folgt, ist im weiteren Verfahren zu klären. Entscheidend sind unter anderem die sichere Zuordnung des Angriffs, die örtliche Situation und die Frage, ob ein wiederholt auffälliger Wolf als Verursacher infrage kommt. Die geplante Regelung könnte Verfahren beschleunigen, ersetzt aber nicht die Einzelfallprüfung.

    Zwischen Schutz der Herden und Schutzstatus des Wolfs

    Die politische Debatte über das Jagdrecht wird bundesweit von der Forderung begleitet, Wölfe bei Nutztierrissen schneller entnehmen zu können. Ein Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes zeigt, dass der Gesetzgeber den rechtlichen Umgang mit dem Wolf neu justieren will. In der Praxis bleibt jedoch maßgeblich, welche Regelung am konkreten Ort gilt und welche Behörde für die Entscheidung zuständig ist.

    Für Landwirte und Schafhalter im Hochwald zählt deshalb weniger die politische Ankündigung als die Reaktionsgeschwindigkeit vor Ort. Nach einem bestätigten Riss können sie eine genaue Prüfung des Geschehens und eine Bewertung der Schutzsituation erwarten; einen unmittelbaren Anspruch auf eine Abschussgenehmigung begründen die beiden Fälle allein nicht. Wie das geplante Landesrecht angewendet wird, dürfte sich daher gerade an Regionen mit wiederholten Nutztierschäden zeigen.

    Ähnliche Verfahren machen deutlich, dass eine Abschussgenehmigung rechtlich angreifbar bleiben kann, selbst wenn eine Behörde einen Eingriff für erforderlich hält. Auch in einem anderen Fall musste anschließend ein Gericht über den weiteren Weg entscheiden.

    Was die Fälle im Hochwald jetzt verändern

    Die bestätigten Risse liefern den Behörden einen konkreten Anlass, die Situation im Hochwald eng zu beobachten. Sie belegen jedoch noch nicht, dass derselbe Wolf für alle getöteten Tiere verantwortlich ist oder dass bereits die Voraussetzungen für einen Abschuss erfüllt sind. Genau diese Unterscheidung ist für die betroffenen Halter entscheidend: Der Nachweis eines Wolfsangriffs und die rechtliche Erlaubnis, ein bestimmtes Tier zu töten, sind zwei verschiedene Schritte.

    Der praktische Prüfstein des geplanten Jagdgesetzes liegt damit in der Umsetzung. Es muss den Schutz von Nutztieren ernst nehmen, ohne aus jedem bestätigten Riss automatisch eine Abschussentscheidung zu machen. Für die Menschen im Hochwald entscheidet sich seine Wirkung daran, ob Bewertungen schneller erfolgen und rechtssichere Maßnahmen greifen, bevor weitere Herden betroffen sind.

    Quellen