Ein gemeinsamer Plan für bedrohte Arten
Der Zoo Zürich richtet seinen Artenschutz am sogenannten One Plan Approach der Weltnaturschutzunion IUCN aus. Der Ansatz soll die Haltung bedrohter Tiere im Zoo, die Erforschung ihrer Arten und den Schutz von Lebensräumen als zusammengehörige Aufgaben behandeln. Damit beschreibt der Zoo seine Arbeit nicht als isolierte Tierhaltung, sondern als Teil einer grösseren Strategie zur Bewahrung der Artenvielfalt. Die entsprechende Erklärung veröffentlichte der Zoo Zürich am 1. Oktober 2026.
Im Mittelpunkt stehen zwei Bausteine: Zoos sollen Reservepopulationen bedrohter Arten erhalten, zugleich sollen diese Arten wissenschaftlich erforscht werden. Die Reservepopulationen bilden dabei eine zusätzliche Schutzkomponente innerhalb des Gesamtkonzepts. Der Zoo Zürich stellt den Ansatz als Möglichkeit dar, verschiedene Massnahmen miteinander zu verknüpfen, statt sie unabhängig voneinander zu planen. Eine konkrete Erfolgsbilanz für eine einzelne Tierart nennt die Mitteilung allerdings nicht.
Haltung und Forschung gehören zusammen
Die Verbindung von Haltung und Forschung verändert den Blick auf die Aufgaben eines Zoos. Tiere werden in diesem Modell nicht nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Präsentation für Besucher betrachtet, sondern auch als Teil einer Reservepopulation und als Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit. Welche Erkenntnisse daraus für den Artenschutz entstehen, hängt davon ab, wie sie dokumentiert, geteilt und in weitere Schutzmassnahmen übertragen werden. Der One Plan Approach formuliert dafür den organisatorischen Rahmen, ersetzt aber nicht die konkrete Arbeit an einzelnen Arten und Projekten.
Für den Zoo Zürich bedeutet das eine engere Verknüpfung seiner innerbetrieblichen Aufgaben mit dem Naturschutz ausserhalb der Einrichtung. Die Reservehaltung soll nicht neben der Forschung stehen, sondern mit ihr verbunden werden. Gleichzeitig ordnet der Ansatz die Arbeit des Zoos in ein Netzwerk ein, das über Zürich hinausreicht. Genau darin liegt die praktische Relevanz für die Haltung bedrohter Wildtiere: Ihr Beitrag soll nicht an den Grenzen des Zoogeländes enden.
Lokale Organisationen und Regierungen einbezogen
Nach Darstellung des Zoo Zürich richtet sich der One Plan Approach nicht nur an wissenschaftlich geführte Zoos. Genannt werden auch lokale Naturschutzorganisationen, Regierungen und weitere Organisationen, die am Natur- und Artenschutz beteiligt sind. Diese Akteure sollen eine gemeinsame Sichtweise auf die jeweilige Art und ihre Schutzaufgaben entwickeln. Der Ansatz zielt damit auf Zusammenarbeit, nicht auf voneinander getrennte Einzelprojekte.
Der Zoo beschreibt ausdrücklich eine gemeinsame Sichtweise der beteiligten Akteure. Statt nebeneinander her zu arbeiten, sollen sie nach diesem Ansatz zusammengeführt werden. Der Ansatz zielt damit auf eine abgestimmte Zusammenarbeit im Natur- und Artenschutz. Wie die Zusammenarbeit in einzelnen Projekten ausgestaltet wird, erläutert die Mitteilung nicht.
Vom Leitgedanken zur überprüfbaren Wirkung
Der One Plan Approach bündelt damit mehrere Ebenen des Artenschutzes: die Sicherung bedrohter Tierbestände, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen. Der Zoo Zürich bezeichnet ihn als ganzheitlichen Ansatz und verbindet damit das Ziel, den Schutz bedrohter Tierarten möglichst wirksam zu organisieren. Nach Darstellung des Zoos erzielt der One Plan Approach damit das Maximum an Schutz für bedrohte Tierarten.
Der entscheidende Punkt liegt deshalb in der Umsetzung. Reservepopulationen und Forschung können nur dann über die Zooanlage hinaus Wirkung entfalten, wenn Erkenntnisse weitergegeben und mit lokalen Schutzprojekten verbunden werden. Ebenso müssen Erfahrungen aus den Lebensräumen in die Arbeit der Zoos zurückfliessen. Der Zoo Zürich setzt mit dem One Plan Approach auf genau diese Verbindung: Artenschutz soll nicht aus einzelnen Inseln bestehen, sondern durch gemeinsame Planung und gegenseitigen Wissenstransfer stärker zusammenwirken.
Quellen
- zoo.ch – Auf einen Blick: One Plan Approach – https://www.zoo.ch/ueber-uns/medienmitteilungen/mm-20261001-opa
