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Schlagwort: Wildtierverbot in Portugals Zirkussen

  • Umzug von Elefantin Julie nach Pangea: Neues Zuhause durch freiwillige Vereinbarung

    Umzug von Elefantin Julie nach Pangea: Neues Zuhause durch freiwillige Vereinbarung

    Elefantin Julie lebt als erste Bewohnerin der Auffangstation Pangea im portugiesischen Alentejo. Ihr Wechsel vom Zirkus Víctor Hugo Cardinali wurde durch eine freiwillige Vereinbarung mit der Einrichtung ermöglicht. Pangea gab ihre Ankunft am 2. Juli 2026 bekannt; Africanews berichtet, dass sie bereits im Juni eingezogen war. Für Julie beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt, den ihre bisherigen Halter weiter begleiten.

    Nach Angaben von Pangea war Julie sowohl Portugals letzte Zirkuselefantin als auch das letzte Wildtier in einem portugiesischen Zirkus. Die Organisation verbindet ihre Aufnahme deshalb mit dem Abschluss der Umsetzung des portugiesischen Wildtierverbots für Zirkusse. Für das Tier selbst ist vor allem entscheidend, dass nun ein dauerhaftes Zuhause zur Verfügung steht. Der Fall macht damit eine praktische Aufgabe sichtbar, die über einen gesetzlichen Stichtag hinausreicht: Auch nach dem Ende von Auftritten müssen Unterbringung und Betreuung organisiert sein.

    Der Zirkus bleibt an Julies Eingewöhnung beteiligt

    Julie gehört seit 1988 zum Zirkus Víctor Hugo Cardinali. In der Pangea-Mitteilung beschreibt Zirkusdirektor Víctor Hugo Cardinali die Entscheidung als schwierig, weil die Elefantin nahezu vier Jahrzehnte Teil seiner Familie gewesen sei. Ausschlaggebend für sein Vertrauen sei gewesen, den Umzug gemeinsam mit Pangea gestalten und anschließend beteiligt bleiben zu können. Er kündigte an, Julie auch in ihrem neuen Zuhause weiter zu begleiten.

    Pangea erklärte im Juli, Cardinali bleibe während der Eingewöhnung eng eingebunden, während das spezialisierte Team der Station die Betreuung übernehme. Die Einrichtung kündigte außerdem Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen der Beweglichkeit an. Nach ihrer Darstellung war Julie 2024 mit dem Wirksamwerden des Verbots aus dem Auftrittsbetrieb ausgeschieden; im selben Jahr starb ihr letzter verbliebener Artgenosse. Die Überführung betrifft somit sowohl die langfristige Versorgung einer älteren Elefantin als auch die Perspektive auf erneuten Kontakt zu anderen Elefanten.

    Mehr Wahlmöglichkeiten im Alltag

    Das Pangea-Gelände umfasst rund 402 Hektar und erstreckt sich über die Gemeinden Alandroal und Vila Viçosa. Die Größe des gesamten Reservats ist dabei von den Bereichen zu unterscheiden, die Julie tatsächlich nutzen kann. Stationsleiter Ryan Hockley beschreibt gegenüber Africanews einen Alltag mit rund um die Uhr möglichem Zugang zum Stall und zu zwei Außenbereichen. Julie könne selbst entscheiden, wo sie sich aufhalte, und bewege sich deutlich mehr als zuvor.

    Tierpfleger Johnny Nascimento schildert ihre Eingewöhnung als schrittweisen Prozess. Anfangs sei Julie zurückhaltend gewesen, nach etwa einer Woche habe sie zunehmend Vertrauen gefasst und eigene Entscheidungen im Außengelände getroffen. Hockley berichtet außerdem von ungefähr 100 Kilogramm Gewichtszunahme während der ersten gut drei Monate. Seine Vermutung, dabei handle es sich vor allem um zusätzliche Muskulatur, ist allerdings eine Einschätzung des Stationsleiters und keine mitgeteilte medizinische Feststellung.

    Ein Verbot braucht auch einen Unterbringungsplatz

    Pangea zufolge beschloss Portugal das Wildtierverbot für Zirkusse 2018, vollständig wirksam wurde es 2024. Julie konnte die Zirkushaltung nach Darstellung der Einrichtung dennoch erst verlassen, als ein geeigneter Platz verfügbar war. Einen anderen Weg beschrieb GERATI beim historischen staatlichen Aufkauf der letzten vier dänischen Zirkuselefanten: Dort wurden die Tiere für insgesamt 1,5 Millionen Euro übernommen. Gemeinsam ist beiden unterschiedlichen Vorgängen die praktische Notwendigkeit, den Übergang mit den bisherigen Haltern zu organisieren; ein Kaufpreis für Julie wird damit nicht behauptet.

    Pangea will künftig weitere Elefanten aus europäischen Zirkussen, Zoos und anderen Haltungen aufnehmen. Africanews nennt als Ausbauziel eine Kapazität für insgesamt 20 bis 30 Tiere. Das ist eine geplante Größenordnung, keine bereits erreichte Belegung. Für Julie ist zunächst die angekündigte Aufnahme der Elefantin Kariba von unmittelbarer Bedeutung: Pangea erwartete sie in seiner Juli-Mitteilung im weiteren Jahresverlauf, während Africanews November als geplanten Ankunftsmonat nennt.

    Weitere Aufnahme geplant, keine Besucheröffnung

    Betrieben wird die Station von der portugiesischen Associação Natureza Pangea, unterstützt vom britischen Pangea Trust. Africanews berichtet, dass Mittel verschiedener Organisationen und Spender den Aufbau ermöglichten. Für Besucher ist die Auffangstation geschlossen; Pangea begründet dies mit der Ruhe, die Julie und künftige Bewohner zur Eingewöhnung benötigen. Für Julies nächsten Lebensabschnitt steht damit die Betreuung im Mittelpunkt – und als nächster konkret angekündigter Schritt die Ankunft einer weiteren Elefantin.

    Quellen