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Schlagwort: Wildhut Graubünden

  • Massenabsturz von rund 80 Schafen in Graubünden: Wildhut findet keinen Wolfseinfluss

    In der Surselva bestätigte Adrian Arquint den Fall von rund 80 getöteten Schafen. Der Co-Leiter des Bündner Amts für Jagd und Fischerei bestätigte den Vorfall. Die Wildhut war vor Ort, um die verendeten Tiere zu beurteilen. Nach Angaben Arquints wurden keine Hinweise auf einen Wolfseinfluss gefunden.

    Wildhut prüfte mögliche Wolfsbeteiligung

    Bei einem Absturz einer derart großen Herde stellt sich unmittelbar die Frage, ob die Tiere von einem Wolf aufgeschreckt wurden. Genau diesen möglichen Zusammenhang ließ das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden prüfen. Die Wildhut war zur Beurteilung der Tiere vor Ort. Nach der Einschätzung von Adrian Arquint wurden dabei jedoch keine Hinweise auf einen Wolfseinfluss gefunden.

    Arquint erklärte, die Zahl der getöteten Schafe liege in dieser Größenordnung. Der Co-Leiter des Bündner Amts für Jagd und Fischerei bestätigte den Fall in der Surselva. Zur Untersuchung vor Ort sagte er: „Unsere Wildhut war zur Beurteilung der Tiere vor Ort.“ In einem solchen Fall stelle sich stets die Frage, ob ein Wolf den Massenabsturz beeinflusst haben könnte. Nach Angaben Arquints wurden keine Hinweise auf einen Wolfseinfluss gefunden.

    Damit ist der aktuelle Vorfall nach dem bislang veröffentlichten Sachstand nicht als Wolfsriss eingeordnet. Die Tiere kamen durch den Absturz ums Leben; ein Einfluss des Wolfs wurde nach Angaben Arquints nicht festgestellt. Eine konkrete andere Ursache nennt die Meldung nicht. Gerade diese Trennung ist für die Einordnung wichtig: Ein großer Tierverlust allein ist noch kein Nachweis für einen Raubtierangriff.

    Für Tierhalter ist der Verlust dennoch gravierend. Rund 80 Schafe auf einmal zu verlieren, bedeutet einen massiven Einschnitt für die betroffene Herde. Zugleich zeigt der Fall, wie schnell ein Absturz im alpinen Gelände in die Wolfsdebatte eingeordnet wird. Die behördliche Prüfung führt hier jedoch zu einem anderen Ergebnis als der zunächst naheliegende Verdacht.

    Vergleichbarer Vorfall in der Surselva

    Dass die Frage nach dem Wolf bei solchen Ereignissen besonders aufmerksam gestellt wird, hat auch mit einem früheren Fall in derselben Region zu tun. In einem früheren Vorfall stürzten im Val Cristallina in der Surselva 71 Schafe einer größeren Herde in die Tiefe. 40 Tiere überlebten den Sturz nicht. Damals war die Ursache zunächst unklar.

    Damals war die Ursache zunächst unklar. Arno Puorger vom Amt für Jagd und Fischerei Graubünden bezeichnete den Wolf als naheliegendste Vermutung und verwies auf eine Verletzung an einem Schaf, die typischen Wolfsbissen ähnelte. Die damalige Einschätzung war ausdrücklich eine Vermutung und kein abschließender Nachweis. Der historische Fall zeigt deshalb vor allem, warum die Untersuchung der Tierkörper und der Situation vor Ort für die Bewertung entscheidend ist.

    Im aktuellen Fall ist von rund 80 Tieren die Rede. Die Wildhut war zur Beurteilung der Tiere vor Ort. Aus dieser ähnlichen Größenordnung folgt jedoch nicht, dass beide Abstürze dieselbe Ursache hatten. Der frühere Vorfall liefert einen regionalen Hintergrund, ersetzt aber nicht die aktuelle Beurteilung der Wildhut.

    Bedeutung für Herdenschutz und Wildtiermanagement

    Der Fall macht zwei Fragen sichtbar, die in der öffentlichen Debatte häufig miteinander vermischt werden. Zum einen geht es darum, wie Schafe in schwierigem alpinem Gelände vor Abstürzen geschützt werden können. Zum anderen muss geklärt werden, ob ein Wolf tatsächlich an einem Ereignis beteiligt war. Maßnahmen gegen Wolfsangriffe beantworten nicht automatisch die Frage nach der Absturzursache.

    Für Behörden und Tierhalter hat diese Unterscheidung praktische Bedeutung. Ein bestätigter Wolfsangriff kann andere Meldungen und Bewertungen auslösen als ein Absturz ohne erkennbaren Wolfseinfluss. Im aktuellen Fall steht deshalb nicht eine neue Wolfsfeststellung im Mittelpunkt, sondern der außergewöhnlich hohe Verlust von Nutztieren. Die Wildhut war zur Beurteilung der Tiere vor Ort und fand keinen Hinweis auf eine Beteiligung des Wolfs.

    Die entscheidende Information für die weitere Diskussion lautet damit: Rund 80 Schafe stürzten in der Surselva über eine Felswand in den Tod. Die Wildhut war zur Beurteilung der Tiere vor Ort. Der Verdacht auf einen Wolf wurde geprüft, konnte nach Angaben des zuständigen Amts jedoch nicht bestätigt werden. Für die Einordnung des Ereignisses muss daher zwischen dem sicheren Tierverlust und der nicht belegten Wolfsbeteiligung unterschieden werden.

    Quellen