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Schlagwort: Vogelbeobachtung im Winter

  • Umbau der Vogelhalle im Vivarium Darmstadt verbessert die Winterbeobachtung

    Umbau der Vogelhalle im Vivarium Darmstadt verbessert die Winterbeobachtung

    Das Vivarium Darmstadt hat seine Vogelhalle umgestaltet und die bisherige Noppenfolie durch stufenlos zu öffnende Fenster ersetzt. Damit verbessert sich besonders im Winter der Blick auf Säbelschnäbler und andere Watvögel, die zwischen dem Gebäude und ihrer Außenanlage wechseln. Die Bürgerstiftung Darmstadt finanzierte den Umbau mit 15.000 Euro. Die Veränderung setzt an einem wichtigen Detail der bestehenden Anlage an: Dort, wo bislang eine wetterabhängig angebrachte Folie hing, lassen sich nun Durchblick und Durchgang mit einer verstellbaren Fensteröffnung verbinden.

    Verstellbare Fenster statt auf- und abgehängter Folie

    Die bisherige Lösung erforderte wiederkehrende Handgriffe: In der kalten Jahreszeit wurde der Weg ins Freie mit Noppenfolie verhängt, die abhängig vom Wetter auf- oder abgehängt werden musste. So erläuterte es Vivariumsleiter Frederik Linti in dem Bericht der Frankfurter Rundschau. Die neuen Fenster lassen sich dagegen stufenlos öffnen, sodass die Vögel darunter hindurchschlüpfen können. Die Öffnung erstreckt sich über die gesamte Gebäudeseite und kann bei Frost vollständig geschlossen werden. Für den Betrieb bedeutet das einen Wechsel von einer zeitweise angebrachten Abdeckung zu einer fest eingebauten, regulierbaren Konstruktion.

    Die Möglichkeit zum vollständigen Schließen gehört dabei ebenso zur neuen Lösung wie der Durchlass für die Tiere. Eine stufenlose Einstellung erlaubt Zwischenstellungen zwischen offen und geschlossen. Damit lässt sich der Übergang zwischen Vogelhaus und Freigehege anders an die Witterung anpassen als mit der bisherigen Folie. Frank Siemund, Betriebsleiter beim städtischen Träger EAD, bezeichnete den Eingriff als „vielleicht nicht so spektakulär“, schrieb ihm aber „eine große Wirkung für Tiere und Menschen“ zu. Seine Bewertung richtet sich damit auf eine bauliche Veränderung, die vor allem im täglichen Gebrauch der Anlage zum Tragen kommt.

    50 Watvögel zwischen Innenteich und Freigehege

    Die im Bericht beschriebene Vogelgemeinschaft umfasst 46 Säbelschnäbler, einen Austernfischer, zwei Brachvögel und einen Kiebitz. Zusammen sind das 50 Vögel aus vier Arten; die schwarz-weiß gefiederten Säbelschnäbler stellen mit Abstand den größten Anteil. Besucher können somit innerhalb einer Anlage mehrere Watvogelarten beobachten. Das längliche Gebäude verfügt über einen begehbaren Holzsteg und bietet einen Blick ins Freie. Unter der Bezeichnung „Neues Fenster ins Wattenmeer“ verbindet die Gestaltung die Vogelhaltung mit dem Eindruck einer von Wasser geprägten Landschaft, statt die Tiere lediglich in einem geschlossenen Innenraum zu zeigen.

    Zum Geschehen gehören sowohl der Teich im Vogelhaus als auch das Gewässer im vorgelagerten Freigehege. Die Tiere steigen ins Wasser, waten darin und bewegen sich zwischen beiden Bereichen. Nach Lintis Darstellung sind die Vögel wenig kälteempfindlich und halten sich überwiegend draußen auf. Für die Beobachtung ist deshalb entscheidend, dass auch der Außenbereich gut sichtbar bleibt: Ein Blick allein auf den Innenteich würde einen wesentlichen Aufenthaltsbereich der Tiere auslassen. Der praktische Nutzen der Fenster ergibt sich damit aus der Nutzung der Anlage durch ihre Bewohner, nicht allein aus einer veränderten Gebäudefassade.

    Bürgerstiftung verbindet den Umbau mit ihrem Bildungsengagement

    Die Finanzierung passt zum Engagement der Bürgerstiftung Darmstadt für Kinder- und Jugendbildung. Geschäftsführer Gerd Wieber erklärte, die Stiftung wolle mit ihren Projekten viele Menschen erreichen; das Vivarium trage dazu bei, bereits Kindern die Vielfalt der Natur zu zeigen. Der geförderte Umbau betrifft einen Ort, den Linti als eine der beliebtesten Anlagen des Tierparks bezeichnete. Die Unterstützung fließt damit in die Weiterentwicklung eines vorhandenen Beobachtungsangebots. Ihr Ansatz ist konkret: Die Begegnung mit den Tieren soll auch unter den Bedingungen der kalten Jahreszeit besser möglich sein.

    Genaues Hinsehen spielt im Vivarium auch bei den von GERATI vorgestellten Fotoworkshops und Bildungsangeboten der Zooschule eine Rolle. Dort gehören das Betrachten von Tieren und ihrer Umgebung sowie Fragen der Tierhaltung zum Programm. Die Vogelhalle bietet mit ihrer Wattenmeerlandschaft einen eigenen inhaltlichen Zugang zur Naturbeobachtung. Linti verwies in diesem Zusammenhang auf die Gefährdung der Wattenmeere durch Umweltverschmutzung. Damit führt der Bildungsanspruch über das Erkennen einzelner Vogelarten hinaus: Die Tiere können zugleich zum Ausgangspunkt werden, um ihren Lebensraum und dessen Gefährdung zu vermitteln.

    Quellen