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Schlagwort: Umbau des Tierbestands im Zoo Zürich

  • Abschluss der Weltbiodiversitätskonferenz in Armenien: Neue Initiativen für bestehende Ziele

    Abschluss der Weltbiodiversitätskonferenz in Armenien: Neue Initiativen für bestehende Ziele

    Die 17. Weltbiodiversitätskonferenz in Armenien ist mit einer erneuten Bekräftigung des Weltnaturschutzabkommens und Initiativen zu dessen Umsetzung zu Ende gegangen. Nach der Darstellung des Zoo Zürich bekannten sich die beteiligten Staaten in der Abschlusserklärung ausdrücklich zum Kunming-Montreal-Abkommen von 2022. Während der zweiwöchigen Konferenz hatten 196 Staaten über den Schutz der biologischen Vielfalt verhandelt. Der Zoo bewertet das Ergebnis als kleinere Fortschritte, sieht darin aber keinen großen Durchbruch.

    Im Mittelpunkt steht damit die Umsetzung bereits vereinbarter Ziele. Das Abkommen umfasst 23 Ziele; verschiedene in Armenien angestoßene Initiativen sollen deren Umsetzung beschleunigen. Nach dem Bericht des Zoos hatte der erste globale Zwischenbericht zu Beginn der Konferenz deutlich gemacht, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen. Zu den konkreten Vorgaben gehört, bis 2030 jeweils 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Die erneute politische Zustimmung ist deshalb an einer praktischen Aufgabe zu messen: Aus dem Bekenntnis müssen Schutzmaßnahmen werden, die diese Flächenziele tatsächlich näherbringen.

    Drei Initiativen gegen umweltschädliche Subventionen

    Einen wichtigen Fortschritt sieht der Zoo Zürich beim Abbau umweltschädlicher Subventionen. In Armenien wurden seinem Bericht zufolge drei Initiativen dazu ins Leben gerufen. Der finanzielle Maßstab dafür stammt bereits aus dem Abkommen von 2022: Schädliche Anreize sollen bis 2030 um mindestens 500 Milliarden US-Dollar jährlich reduziert oder umgewidmet werden. Zugleich sollen die Finanzflüsse zugunsten der Biodiversität bis dahin auf mindestens 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen.

    Diese beiden Vorgaben betreffen unterschiedliche Aufgaben. Die eine setzt bei Anreizen für umweltschädliche Aktivitäten an, die andere beim Geld für den Schutz der biologischen Vielfalt. Die Beträge lassen sich deshalb nicht einfach zu einem gemeinsamen Förderbudget zusammenrechnen. Ebenso bedeuten drei neue Initiativen noch nicht, dass die vereinbarten jährlichen Finanzziele erreicht sind. Für die praktische Wirkung des Konferenzergebnisses kommt es darauf an, welche Mittel tatsächlich umgelenkt und welche zusätzlichen Finanzflüsse für Biodiversität mobilisiert werden. Die Finanzierung bezeichnet der Zoo weiterhin als größten Knackpunkt der Konferenz.

    Welche Rolle Erhaltungszuchtprogramme spielen

    Für Zoos ist besonders das vierte Ziel des Abkommens relevant. Es umfasst nach der Erläuterung des Zoo Zürich unter anderem den Schutz bedrohter Arten außerhalb ihres natürlichen Lebensraums, den sogenannten Ex-situ-Artenschutz. Dazu gehören koordinierte Erhaltungszuchtprogramme, an denen sich die Zürcher Einrichtung beteiligt. Unter dem Dach der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien, EAZA, werden nach ihren Angaben mehr als 500 solcher Programme geführt. Der Zoo Zürich selbst koordiniert acht Europäische Erhaltungszuchtprogramme, darunter das Programm für die stark gefährdete Kubataube.

    Wie konkret solche Programme auf einzelne Tiere und ihre Abstammung ausgerichtet sind, veranschaulicht der Fossa-Nachwuchs im Duisburger Zoo. Dort hob eine Zoosprecherin die Bedeutung des Vaters für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm hervor, weil seine Gene bislang in Europa nicht vertreten seien. In Zürich soll der eigene Beitrag zum Artenschutz auch die künftige Zusammensetzung des Tierbestands prägen. Die Einrichtung erklärt, ihren Bestand schrittweise auf bedrohte oder für die Forschung relevante Arten umzustellen. Das ist eine eigene strategische Entscheidung des Zoos und kein in Armenien neu beschlossenes Zuchtprogramm.

    Lebensräume bleiben die entscheidende Ergänzung

    Neben der Erhaltungszucht betont der Zoo Zürich den Schutz natürlicher Lebensräume. Nach eigenen Angaben engagiert er sich weltweit in neun großen, langfristigen Naturschutzprojekten und investiert dafür jährlich rund 2,5 Millionen Franken. Dazu gehört die Unterstützung des Nouabalé-Ndoki-Nationalparks in der Republik Kongo. Diese Arbeit verdeutlicht die unterschiedlichen Ebenen des Artenschutzes: Zuchtprogramme befassen sich mit dem Erhalt von Arten außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume, während Schutzprojekte deren Lebensräume sichern sollen. Für den Erfolg der in Armenien bekräftigten Ziele bleibt deshalb die Verbindung von konkreter Schutzarbeit und veränderter Finanzierung entscheidend.

    Quellen