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Schlagwort: Truthahnfarmen Thanksgiving

  • H5N1 breitet sich in US-Truthahnbeständen aus – kurz vor Thanksgiving

    H5N1 breitet sich in US-Truthahnbeständen aus – kurz vor Thanksgiving

    In Minnesota, North Dakota und South Dakota breitet sich die Vogelgrippe H5N1 in kommerziellen Truthahnbeständen aus. Seit dem 12. August wurden nach Angaben des US-Tier- und Pflanzengesundheitsdienstes APHIS in den drei Bundesstaaten fünf Bestände in South Dakota, drei Populationen in Minnesota und ein Bestand in North Dakota erfasst, die zusammen rund 417.700 Vögel umfassen. Der Zeitpunkt ist für die Branche besonders kritisch: Thanksgiving am 26. November gehört zu den wichtigsten Absatzphasen für Truthahn in den USA.

    Ausbrüche in mehreren Bundesstaaten

    Allein in South Dakota wurden seit dem 12. August fünf kommerzielle Bestände mit zusammen rund 284.000 Tieren bestätigt. Betroffen sind unter anderem Masttruthähne und Zuchtbestände im Beadle, Hamlin, Edmunds, McPherson und Turner County. In Minnesota summieren sich drei betroffene Populationen auf 92.100 Vögel. Zu den jüngsten Fällen zählen zwei Betriebe mit 44.300 beziehungsweise 18.000 Tieren; zuvor war bereits ein Bestand mit 29.800 Truthähnen im Wright County betroffen.

    Am 1. September wurde H5N1 außerdem in einer Anlage im LaMoure County in North Dakota nachgewiesen. Dort waren 41.600 Truthähne betroffen. Es handelt sich um den zweiten Ausbruch in diesem Landkreis in diesem Jahr, nachdem bereits im April ein Fall auf einer kommerziellen Farm bestätigt worden war. Die räumliche Verteilung zeigt Fälle in mehreren Bundesstaaten des oberen Mittleren Westens und der nördlichen Great Plains.

    Die Region hat für den US-Markt besonderes Gewicht. Minnesota zählt zu den führenden Truthahnproduzenten der USA.

    Keulungen belasten Betriebe vor der Feiertagssaison

    Bei bestätigten Infektionen werden betroffene Herden unter Aufsicht von Bundes- und Landesbehörden getötet, beseitigt und die Ställe anschließend gereinigt und desinfiziert. Die Maßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung verhindern, führen für die Betriebe aber zu unmittelbaren Tierverlusten, zusätzlichen Kosten und längeren Produktionsausfällen. Vor Thanksgiving und Weihnachten wächst damit der Druck auf Erzeuger, Verarbeiter und Lieferketten.

    Die Behörden sehen derzeit keinen Hinweis auf einen landesweiten Versorgungsengpass. Ob weitere Ausbrüche die verfügbare Menge oder die Preise stärker beeinflussen, hängt vor allem davon ab, ob sich H5N1 in den kommenden Wochen auf zusätzliche Bestände ausbreitet.

    Der aktuelle Cluster ist Teil der seit 2022 anhaltenden H5N1-Lage in der US-Geflügelhaltung. Der beginnende Herbstzug ist eine allgemeine epidemiologische Möglichkeit für erneute Virusaktivität, ohne dass daraus ein konkreter Eintragsweg in die einzelnen Betriebe abgeleitet werden kann. Ein konkreter Eintragsweg in die einzelnen Betriebe wurde öffentlich nicht für jeden Fall festgestellt. Möglich sind neben direktem Kontakt auch kontaminierter Kot, Wasser, Kleidung, Fahrzeuge oder Arbeitsgeräte.

    Behörden unterscheiden zwischen Betriebsrisiko und Verbraucherrisiko

    Für Beschäftigte in betroffenen Betrieben ist die Gefahr größer als für die Allgemeinbevölkerung. Die US-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention CDC empfehlen bei Arbeiten mit erkrankten oder verendeten Vögeln persönliche Schutzausrüstung; diese Hinweise richten sich damit insbesondere an Beschäftigte beim Umgang mit solchen Tieren und bei der Räumung betroffener Bestände.

    Für Menschen ohne direkten Kontakt zu infizierten Tieren bewertet die CDC das Risiko weiterhin als gering. Hinweise auf eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nach den vorliegenden Angaben nicht. Die Einordnung unterscheidet sich damit deutlich von der Situation in den Betrieben, in denen ganze Bestände unter behördlicher Aufsicht geräumt werden müssen.

    Auch der Verzehr von Truthahn ist nach Angaben der US-Lebensmittelbehörden nicht grundsätzlich problematisch. Für ordnungsgemäß zubereitete Lebensmittel liegen nach den vorliegenden Angaben keine Hinweise auf eine Übertragung der Vogelgrippe vor. Das USDA empfiehlt, Geflügel vollständig durchzugaren und eine Kerntemperatur von 165 Grad Fahrenheit, also rund 74 Grad Celsius, zu erreichen; dieser Hinweis betrifft Verbraucher bei der Zubereitung von Geflügel.

    Für die Truthahnindustrie liegt die entscheidende Frage deshalb nicht in einer unmittelbaren Gefährdung der Verbraucher, sondern in der weiteren Entwicklung der Tierseuche. Jeder zusätzliche Ausbruch kann kurz vor dem saisonalen Nachfragehöhepunkt neue Keulungen und Produktionsausfälle auslösen. Wie stark Biosicherheitsmaßnahmen und behördliche Überwachung die Folgen begrenzen können, entscheidet sich nun an den einzelnen Betrieben.

    Quellen