Zum Inhalt springen

Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Schlagwort: Tollwut Fledermaus Kontakt

  • Tollwut bei Fledermaus in Altenburg entdeckt: Behörden warnen vor Kontakt

    Tollwut bei Fledermaus in Altenburg entdeckt: Behörden warnen vor Kontakt

    Labor bestätigt Infektion bei Breitflügelfledermaus

    Bei einer im Stadtgebiet von Altenburg gefundenen Breitflügelfledermaus ist ein Tollwut-Virus nachgewiesen worden. Nach Angaben des Landratsamtes Altenburger Land handelt es sich um den ersten registrierten Fall dieser Art im Landkreis. Das Tier wurde vom Fledermausschutz Ostthüringen zum Veterinäramt gebracht. Weil die Fledermaus offenbar erheblich litt, wurde sie dort eingeschläfert. Anschließend ging das Tier zur Untersuchung an das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz. Eine Laboranalyse bestätigte die Infektion mit dem Tollwut-Virus. Für die Bevölkerung bestand nach Behördenangaben zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr. Der Fall zeigt dennoch, warum auffällige Wildtiere nicht selbst versorgt oder aus unmittelbarer Nähe untersucht werden sollten. Das Veterinär- und das Gesundheitsamt des Altenburger Landes raten ausdrücklich dazu, kranke, tote oder ungewöhnlich verhaltende Tiere nicht anzufassen. Stattdessen sollte das zuständige Veterinäramt informiert werden.

    Übertragung setzt direkten Kontakt voraus

    Das Ansteckungsrisiko im Alltag ist nach Einschätzung der Behörden äußerst gering. Eine Übertragung kann etwa durch einen Biss oder Kratzer sowie durch Kontakt von Speichel oder Exkrementen mit Schleimhäuten erfolgen. Fledermäuse sind nachtaktive Tiere und meiden Menschen normalerweise. Sie greifen Menschen nicht gezielt an. Wer einem solchen Tier begegnet, sollte deshalb Abstand halten und insbesondere nicht versuchen, es mit bloßen Händen aufzunehmen. Das gilt auch dann, wenn die Fledermaus bewegungslos erscheint oder hilfsbedürftig wirkt. Kommt es dennoch zu einem Biss, Kratzer oder zum Kontakt von Speichel mit Schleimhäuten, muss die betroffene Stelle sofort medizinisch abgeklärt werden. Ein Arzt oder eine Notaufnahme kann prüfen, ob eine vorbeugende Behandlung oder Impfung erforderlich ist. Für Hunde- und Katzenhalter bleibt zudem ein aktueller Tollwutschutz ihrer Tiere wichtig. Weitere Hintergruende bietet der GERATI-Beitrag PETA-Anzeige gegen Rinderhalter im Landkreis Rosenheim – Veterinäramt stellte Mängel fest.

    Fledermaustollwut ist von klassischer Tollwut zu unterscheiden

    Der Altenburger Nachweis ist nicht mit der klassischen terrestrischen Tollwut gleichzusetzen. Diese Form der Tollwut, die unter anderem durch Füchse übertragen werden kann, gilt in Deutschland seit 2008 als getilgt. Bei Fledermäusen werden dagegen weiterhin verschiedene Lyssaviren nachgewiesen, zu denen auch Tollwutviren gehören. Die Unterscheidung ist für die Einordnung des Falls entscheidend: Der Fund bedeutet nicht, dass die klassische Tollwut in der Region wieder verbreitet ist. Er belegt vielmehr einen einzelnen Virusnachweis bei einem Wildtier. Für die Bevölkerung folgt daraus vor allem eine klare Verhaltensregel: Nicht anfassen, Abstand halten und fachkundige Hilfe verständigen.

    Quellen