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Schlagwort: Tiger Fritz

  • Tiger Fritz: VETO erstattet Strafanzeige nach Wildtier-Shooting in Wachtberg-Berkum

    Strafanzeige nach Aufnahmen aus Wachtberg-Berkum

    Die Tierschutzorganisation VETO hat bei der Staatsanwaltschaft Bonn Strafanzeige gegen einen Dompteur von Melody’s Circusland erstattet. Anlass sind Videoaufnahmen von einem Wildtier-Shooting in Wachtberg-Berkum, das Ende August stattfand. Im Mittelpunkt steht der Tiger Fritz, der nach Darstellung der Organisation während der Veranstaltung mehrfach gewaltsam an einer Halsleine gezogen worden sein soll. VETO spricht deshalb vom Verdacht der Tierquälerei und beanstandet zusätzlich die Unterbringung der Tiger bei dem Betrieb.

    Die Aufnahmen wurden nach Angaben der veröffentlichten Mitteilung am Vorabend zugänglich gemacht. Das Shooting soll rund 60 Minuten gedauert haben; Fritz sei damals 14 Monate alt gewesen. VETO beschreibt, wie der Dompteur den Tiger ruckartig an der Halsleine gezogen habe, damit das Tier für die Teilnehmenden gefügig werde. Ob dieses Verhalten strafrechtlich als Tierquälerei zu bewerten ist, ist damit allerdings noch nicht entschieden: Die Anzeige löst zunächst die Prüfung durch die zuständigen Strafverfolgungsbehörden aus.

    Vorwurf und rechtliche Konsequenz

    Der konkrete Vorwurf richtet sich gegen den Umgang mit dem Tier während eines Angebots, bei dem Gäste Fotos mit einem Tiger machen konnten. Das Shooting soll rund 60 Minuten gedauert haben. Entscheidend ist dabei nicht allein das Bildmotiv, sondern die Frage, mit welchen Mitteln das Tier in die gewünschte Position gebracht wurde. Die von VETO beschriebenen Bewegungen an der Halsleine sind Anlass für die Anzeige.

    Die Organisation hat die Anzeige nicht nur auf das Shooting beschränkt. Nach ihrer Darstellung umfasst sie auch den Verdacht einer nicht artgemäßen Unterbringung der weiteren Tiger bei Melody’s Circusland. VETO hat Strafanzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei und der nicht artgemäßen Unterbringung der Tiger erstattet. Sie bringt die Vorwürfe jedoch in ein förmliches Verfahren. Gerade bei einem Vorwurf, der sich auf einen sichtbaren Ausschnitt eines einzelnen Shootings stützt, kommt es deshalb auf die vollständige Auswertung des Materials und die Einordnung der tatsächlichen Abläufe an.

    VETO hat Strafanzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei und der nicht artgemäßen Unterbringung der Tiger erstattet. Sie bringt die Vorwürfe jedoch in ein förmliches Verfahren. Gerade bei einem Vorwurf, der sich auf einen sichtbaren Ausschnitt eines einzelnen Shootings stützt, kommt es deshalb auf die vollständige Auswertung des Materials und die Einordnung der tatsächlichen Abläufe an.

    VETO verbindet Fall mit Forderung nach Wildtierverbot

    VETO nutzt den Fall zugleich für eine politische Kampagne. In einer gestarteten Petition fordert die Organisation Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Tiere im Zirkus bundesweit zu verbieten. Nach ihrer Argumentation sollen dadurch Gesetzeslücken beim Handel und bei der Haltung von Zirkustieren geschlossen werden. Die Organisation stellt den Vorfall in einen größeren Zusammenhang mit kommerziellen Wildtier-Fotoshootings.

    Die Organisation stellt den Vorfall in einen größeren Zusammenhang mit kommerziellen Wildtier-Fotoshootings. Ihre Sprecherin Scarlett Treml kritisierte, dass vergleichbare Angebote in Deutschland möglich seien, obwohl sich viele Menschen über Tigershootings in anderen Ländern empörten. Sie erklärte zudem, kein Tiger mache dies freiwillig. Diese Aussagen sind politische und tierschutzfachliche Bewertungen von VETO, nicht die Feststellungen einer Behörde oder eines Gerichts.

    Als weiteren Hintergrund verweist die veröffentlichte Darstellung auf Angaben von PETA, wonach der Betreiber von Melody’s Circusland zwischen 2018 und 2024 insgesamt 14 Tiger gezüchtet haben soll. Die meisten Tiere sollen an andere Betriebe abgegeben worden sein. Genannt werden dabei Einrichtungen in Sachsen, Polen und Belgien. Dieser Hinweis betrifft die Zucht- und Abgabepraxis des Betreibers und ist von der strafrechtlichen Bewertung des Shootings zu trennen.

    Was nun im Mittelpunkt steht

    Der Fall Fritz verbindet damit drei Ebenen: eine konkrete Videoaufnahme, eine Strafanzeige und eine politische Forderung nach einem bundesweiten Verbot von Wildtieren im Zirkus. Für die strafrechtliche Prüfung ist zunächst maßgeblich, was während des Shootings tatsächlich geschah und ob der Umgang mit dem Tiger gegen geltende Vorschriften verstieß. VETO hat bei der Staatsanwaltschaft Bonn Strafanzeige erstattet. Für die politische Debatte steht dagegen die weitergehende Frage im Raum, ob die bestehenden Regeln solche Angebote ausreichend verhindern.

    Die unmittelbare Konsequenz für Fritz hängt von den weiteren behördlichen Schritten und der Bewertung seiner Haltung ab. VETO hat Strafanzeige erstattet. Die Anzeige betrifft den Verdacht der Tierquälerei und die nicht artgemäße Unterbringung der Tiger bei Melody’s Circusland. VETOs Kampagne zielt bereits darüber hinaus: Sie will aus dem einzelnen Vorfall eine bundesweite Regeländerung für Wildtiere in Zirkusbetrieben machen.

    Quellen