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Schlagwort: Tierschutz Spenden

  • Tierheim Kürten-Weier Sanierung: Hundebereich erneuert – Finanzierung bleibt schwierig

    Tierheim Kürten-Weier Sanierung: Hundebereich erneuert – Finanzierung bleibt schwierig

    Im Tierheim Kürten-Weier ist der Hundebereich nach umfangreichen Arbeiten wieder sicherer nutzbar. Der Tierschutzverein Rhein-Berg hat unter anderem Bodenbeläge und Gitterstäbe erneuert. Derzeit leben nach Angaben des Vereins 23 Hunde in der Einrichtung. Zum 20-jährigen Bestehen des Tierheims fällt die Bilanz dennoch gemischt aus, denn weitere Gebäudeteile warten weiterhin auf eine Sanierung.

    Neue Böden und Gitter für 23 Hunde

    Die Arbeiten im Hundebereich waren nach Angaben des Vereins dringend notwendig. In den Hundeboxen und im Hundegang wurden die Bodenbeläge erneuert, außerdem ersetzte der Verein die bisherigen Gitterstäbe. Die neue Ausstattung soll den Alltag für Tiere und Beschäftigte sicherer machen und die Nutzung der betroffenen Räume langfristig ermöglichen. Für das Tierheim ist damit zumindest einer der wichtigsten Sanierungsabschnitte abgeschlossen.

    Finanziert wurde dieser Bauabschnitt nach Angaben der Vereinsvorsitzenden Karla Brandenburg ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erträgen einer Stiftung. Dabei handelt es sich um die Maria-Magdalena-Anders- und Maria-Juchem-Stiftung, die aus einem Nachlass hervorgegangen ist. Öffentliche Mittel spielten bei diesem Sanierungsabschnitt nach Darstellung des Vereins keine Rolle. Angesichts der hohen Gesamtkosten bleibt der Verein damit weiterhin stark von privaten Einnahmen abhängig.

    Der erhebliche Sanierungsbedarf hat eine längere Vorgeschichte. Nach Angaben des Tierschutzvereins wurde das heutige Tierheim in Kürten-Weier am 5. November 2006 eröffnet, während andere Berichte für die Errichtung teilweise das Jahr 2007 nennen. Bereits beim ursprünglichen Bau blieben Bereiche unvollendet, zudem soll über Jahre aufgrund eines Konstruktionsfehlers Wasser in die Gebäudesubstanz eingedrungen sein. Im Juni 2024 wurde allein der Sanierungsbedarf im Hundebereich mit rund 1,3 Millionen Euro beziffert, wobei damals auch ein möglicher Neubau als Alternative zu einer umfassenden Sanierung diskutiert wurde.

    Quarantänebereich bleibt Sanierungsfall

    Noch nicht abgeschlossen ist die Sanierung des Quarantänebereichs. Dort stehen drei Boxen für Tiere zur Verfügung, die beispielsweise von Ordnungsämtern beschlagnahmt wurden oder noch nicht vollständig geimpft sind. Gerade für neu aufgenommene Tiere ist eine getrennte Unterbringung wichtig, solange ihr gesundheitlicher Zustand oder Impfstatus noch nicht vollständig geklärt ist. Der Quarantänebereich gehört deshalb zu den Gebäudeteilen, die für den täglichen Betrieb des Tierheims eine zentrale Rolle spielen.

    Auch bei den Katzen wurden nach Angaben des Vereins inzwischen neue Boxen angeschafft. Die Finanzierung weiterer Maßnahmen bleibt allerdings angespannt. Eine erhoffte Unterstützung durch die Bethe-Stiftung kam nicht zustande, weil der Tierschutzverein nach Angaben Brandenburgs entsprechende Fristen versäumt hatte. Weitere Projekte müssen daher erneut überwiegend über Spenden, Mitgliedsbeiträge und eigene Einnahmen finanziert werden.

    Große und anspruchsvolle Hunde bleiben länger

    Neben den baulichen Problemen beschäftigt das Tierheim auch die Vermittlung seiner Hunde. Nach Angaben des Vereins leben dort überwiegend größere oder verhaltensauffällige Tiere, die nicht ohne Weiteres in jeden Haushalt vermittelt werden können. Als Beispiel nennt der aktuelle Bericht einen Australischen Hütehund, der bereits mehrere Haltungswechsel hinter sich hat und nach Angaben des Tierheims Erfahrung sowie ausreichend Beschäftigung benötigt. Für solche Tiere kann die Suche nach geeigneten neuen Haltern entsprechend länger dauern.

    Lange Aufenthalte belasten wiederum die Kapazitäten des Tierheims. Jeder dauerhaft belegte Platz bindet Personal, Futterkosten, medizinische Versorgung und weitere Ressourcen. Gleichzeitig können weniger neue Tiere aufgenommen werden, wenn vorhandene Hunde über Monate oder sogar länger im Tierheim bleiben. Gerade bei anspruchsvolleren Hunden hängt eine erfolgreiche Vermittlung deshalb stark davon ab, ob Interessenten mit den jeweiligen Anforderungen umgehen können.

    Kommunale Pauschalen sorgen weiter für Diskussionen

    Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Finanzierung von Fundtieren und beschlagnahmten Tieren. Die fünf beteiligten Kommunen zahlen dem Tierschutzverein für die Betreuung von Fundtieren nach den vorliegenden Berichten bislang pauschal einen Euro je Einwohner und Jahr. Der Verein hält diese Finanzierung nach eigener Darstellung nicht in allen Fällen für ausreichend, insbesondere wenn hohe Tierarztkosten entstehen. Medizinische Behandlungen können schnell mehrere Tausend Euro kosten und damit die verfügbaren Mittel erheblich belasten.

    Bei beschlagnahmten Tieren gelten dagegen andere Abrechnungsregeln. Nach Angaben des Tierheims werden für solche Tiere 15 Euro pro Tier und Tag sowie anfallende Tierarztkosten berechnet. In der Vergangenheit gab es bereits Diskussionen darüber, ob einzelne Tiere rechtlich als Fundtiere oder als beschlagnahmte Tiere einzustufen waren. Diese Unterscheidung ist für die Finanzierung entscheidend und war deshalb Gegenstand von Gesprächen zwischen dem Tierschutzverein und den beteiligten Kommunen.

    Unterstützt wird das Tierheim bei der medizinischen Versorgung durch die Kürtener Tierarztpraxis von Marc und Maren Walther. Der Verein arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der Praxis zusammen. Mit Gerd Kortschlag ist außerdem ein neuer stellvertretender Vorsitzender hinzugekommen, der die ehrenamtliche Vereinsarbeit unterstützen soll. Neben der Finanzierung bleibt damit auch die personelle Organisation ein wichtiger Bestandteil des laufenden Betriebs.

    Nach der Sanierung ist vor der nächsten Baustelle

    Mit dem sanierten Hundebereich ist ein wesentlicher Teil der dringendsten Arbeiten abgeschlossen. Weitere Projekte sind jedoch bereits absehbar, darunter Maßnahmen am Seminar- und Trödelraum, an der Terrasse sowie an den Sozialräumen für die Mitarbeitenden. Auch der Quarantänebereich bleibt ein wichtiger Sanierungsfall. Von einer abgeschlossenen Gesamtsanierung kann deshalb bislang keine Rede sein.

    Das Tierheim Kürten-Weier steht damit weiterhin vor zwei miteinander verbundenen Herausforderungen. Einerseits müssen ausreichende Einnahmen für den laufenden Betrieb und weitere Bauarbeiten gesichert werden. Andererseits benötigt die Einrichtung geeignete Menschen für Hunde, die aufgrund ihrer Größe, Vorgeschichte oder ihres Verhaltens nicht schnell vermittelt werden können. Der abgeschlossene Hundebereich verbessert die unmittelbaren Bedingungen, löst die strukturellen und finanziellen Probleme des Tierheims jedoch noch nicht.

    Quellen