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Schlagwort: Tierschutz Lüneburg

  • Protest gegen Tiere im Zirkus beim Circus Belly in Lüneburg

    Protest gegen Tiere im Zirkus beim Circus Belly in Lüneburg

    Protest vor dem Circus Belly

    Vor dem Circus Belly in Lüneburg haben Tierschützer gegen den Einsatz von Tieren in der Manege demonstriert. Mit Plakaten und Transparenten machten sie deutlich, dass sich ihre Aktion grundsätzlich gegen Tierauftritte im Zirkus richtet. Auf den Schildern standen unter anderem die Sätze „Tiere haben Rechte“ und „Kein Applaus für Tierausbeutung“. Der Protest zielte damit nicht auf eine einzelne Tierart oder eine konkret benannte Situation, sondern auf das Grundprinzip von Tieren in Zirkusvorstellungen. Zahlen zu den Demonstrierenden oder Angaben zu einer bestimmten beteiligten Organisation enthält der Bericht nicht. Fest steht jedoch: Die Aktion fand unmittelbar vor dem Circus Belly statt.

    Versammlung wurde an den Parkplatz verlegt

    Zunächst hatten sich die Demonstrierenden auf dem vom Circus Belly angemieteten Gelände versammelt. Nach dem Bericht musste die Gruppe den Standort verlassen, weil die Fläche während des Gastspiels privat genutzt wurde. Anschließend verlegten die Tierschützer ihren Protest in den Eingangsbereich am Parkplatz. Damit blieb die Kundgebung in direkter Nähe zum Zirkus und zu dessen Publikum. Über polizeiliche Maßnahmen oder weitere Zwischenfälle berichtet die Meldung nicht.

    Circus Belly betont Haltung und Herkunft der Tiere

    Der Circus Belly bewertet seine Tierhaltung anders als die Demonstrierenden. Lüneburg Aktuell hatte bereits einige Tage zuvor mit einem Verantwortlichen des Zirkus gesprochen. Dabei sei versichert worden, die Tiere würden artgerecht und entsprechend den geltenden Vorschriften gehalten. Als weiteres Argument verweist der Circus Belly auf die Herkunft der Tiere. Die meisten seien bereits im Zirkus geboren und dort aufgewachsen. Diese Darstellung beschreibt die Position des Betriebs, beantwortet aber nicht die grundsätzliche Forderung der Tierschützer: Sie lehnen Tiere in der Manege unabhängig davon ab, ob sie im Zirkus geboren wurden oder woanders aufgewachsen sind. Eine unabhängige Bewertung der konkreten Haltungsbedingungen liegt in dem aktuellen Bericht nicht vor. Deshalb stehen in Lüneburg zwei unterschiedliche Maßstäbe nebeneinander. Die Demonstrierenden beurteilen vor allem den Einsatz von Tieren in der Show grundsätzlich kritisch, während der Circus Belly auf Haltung, Herkunft und die Einhaltung von Vorgaben verweist.

    Öffentliche Debatte reicht weiter zurück

    Der aktuelle Protest steht im Zusammenhang mit einer seit Jahren geführten Auseinandersetzung über Tiere beim Circus Belly. Die Volksstimme berichtete 2015 über ein Gastspiel in Wernigerode, bei dem der Zirkus zahlreiche große beziehungsweise exotische Tiere mitführte. Genannt wurden damals unter anderem Alligatoren, ein Schimpanse, Tiger und Löwen. Der damalige Zirkusdirektor Klaus Köhler erklärte, Besucher kämen auch wegen der exotischen Tiere zu den Vorstellungen.

    In demselben Bericht verwies eine Tierschutzorganisation auf mögliche Belastungen durch beengte Platzverhältnisse, häufige Standortwechsel und eine aus ihrer Sicht unzureichende Ernährung. Diese Kritik wurde als Position der Organisation wiedergegeben. Köhler wies sie zurück und erklärte, der Zirkus werde häufig kontrolliert; außerdem verwies er auf tierärztliche Begutachtungen an den jeweiligen Standorten. Auch die Protestform ist aus früheren Gastspielen bekannt. Die HNA berichtete 2015 von einer beim Zirkus angemeldeten Veranstaltung unter dem Motto „Pro Zirkus“, die als Gegenposition zu Tierhaltungsgegnern gedacht gewesen sei. Ein Mitorganisator bezeichnete solche parallelen Aktionen damals als wiederkehrendes Muster im Konflikt zwischen Zirkussen und Tierschutzgruppen. Für Lüneburg bleibt der praktische Gegensatz dennoch konkreter als die ältere Debatte: Die Demonstrierenden wollten am Gastspielort Aufmerksamkeit für einen tierfreien Zirkus schaffen. Der Circus Belly hielt dem seine Darstellung einer regelkonformen Haltung und die Herkunft der Tiere entgegen. Der Streit dreht sich damit nicht nur um einzelne Plakate, sondern um die entscheidende Frage, ob eine aus Sicht des Betriebs angemessene Haltung den grundsätzlichen Einwand gegen Tierauftritte überhaupt ausräumen kann.

    Quellen