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Schlagwort: Telefonische Polizeiauskunft

  • Stallbrand in Brügge: Kilian Dreißig kritisiert fehlende Angaben zu Tierverlusten

    Stallbrand in Brügge: Kilian Dreißig kritisiert fehlende Angaben zu Tierverlusten

    Nach einem Putenstallbrand in Brügge in der brandenburgischen Prignitz kritisiert Journalist Kilian Dreißig die polizeilichen Auskünfte zu den betroffenen Tieren. Auf Vegpool veröffentlicht er einen Auskunftswechsel, in dem die Polizei zwar die Rettung eines großen Teils der Puten meldet, aber keine Zahlen zu verletzten oder getöteten Tieren nennt. Für den Sachschaden liegt dagegen eine Schätzung im niedrigen sechsstelligen Bereich vor. Dreißig verlangt deshalb zumindest eine grobe Größenordnung zu den Folgen für die Tiere.

    Stroh brannte in einem von vier Putenställen

    Das Feuer brach nach der Polizeimeldung an einem Donnerstagmorgen gegen 05:30 Uhr in einem Putenstall an der Ortsverbindungsstraße zwischen Brügge und Rohlsdorf aus. Nach den damaligen Erkenntnissen geriet Stroh in einem der vier Putenställe in Brand. Zur Klärung der Ursache wurde die Kriminaltechnik hinzugezogen. Sie ermittelte eine offene Gasheizung als mögliche Brandursache; eine abschließend festgestellte Ursache ist damit nicht benannt.

    Die polizeiliche Pressemitteilung beschreibt den Brandherd, den geschätzten Sachschaden und die mögliche Ursache, enthält jedoch keine Angaben zum Schicksal der Puten. Genau an diesem Unterschied setzt Dreißigs Nachfrage an. Die Schadenssumme beschreibt die wirtschaftliche Dimension des Feuers, beantwortet aber nicht die Frage nach verletzten oder getöteten Tieren. Für die Beurteilung der Folgen dieses Stallbrandes sind das zwei unterschiedliche Größen, die einander nicht ersetzen.

    Die Polizei nennt eine Rettung, aber keine Tierzahlen

    Nach seiner Darstellung wandte sich Dreißig am 30. Oktober mit einer journalistischen Anfrage an die verantwortliche Polizeistelle. Er fragte ausdrücklich, ob Tiere verletzt oder getötet worden seien, und bat gegebenenfalls um Tierarten und jeweilige Zahlen. In der von ihm veröffentlichten Antwort heißt es nach Rücksprache mit der Kriminalpolizei: „Ein großer Teil der Puten konnte gerettet werden.“ Unmittelbar anschließend erklärt der Absender: „Zu verletzten oder gar getöteten Tieren habe ich aktuell keine Zahlen vorliegen.“

    Dreißig gab sich damit nicht zufrieden und bat erneut um eine ungefähre Angabe statt einer exakten Zählung. Er verwies dabei auf die vor Ort eingesetzten Kollegen und regte an, die Anfrage weiterzuleiten. Anschließend habe ein Polizeibeamter ihn angerufen und erneut erklärt, ihm lägen keine Daten vor. Dreißigs Eindruck aus diesem Gespräch, es könnten tatsächlich Tiere verletzt worden sein, bleibt seine persönliche Interpretation und ist keine Bestätigung eines solchen Geschehens.

    In einer weiteren von Dreißig wiedergegebenen Auskunft nennt die Polizei verschiedene eingesetzte Feuerwehren. Aufgeführt werden unter anderem die Freiwilligen Feuerwehren Freyenstein und Sadebeck sowie das Amt Meyenburg. Die Mitteilung endet mit dem Satz: „Weitere Angaben können nicht getätigt werden.“ Dreißig kritisiert damit einen konkreten Gegensatz in der Auskunft: Beteiligte Einsatzkräfte werden benannt, eine Größenordnung zu den betroffenen Tieren erhält er nicht.

    Ein Blick von außen ersetzt keine Bilanz

    Dreißig berichtet außerdem, selbst nach Brügge gefahren und um den Betrieb herumgelaufen zu sein. Aus der Ferne habe er keinen Hinweis auf einen Brand entdeckt. Er schränkt diese Beobachtung ausdrücklich ein: Ohne Zugang sei sie kaum aussagekräftig. Seine Besichtigung liefert damit keine Antwort auf die Frage, was mit den Puten im betroffenen Stall geschah.

    Bei der Einordnung von Brandschutz in der Nutztierhaltung kommt es auch darauf an, zwischen Gebäudeschäden und den Folgen für Tiere zu unterscheiden. Die Formulierung vom geretteten „großen Teil“ enthält weder eine absolute Zahl noch einen bezifferten Anteil. Aus ihr lässt sich auch nicht ableiten, dass sämtliche übrigen Puten verletzt oder getötet wurden. Entscheidend für eine nachvollziehbare Bilanz wäre deshalb eine Auskunft, die gerettete, verletzte und getötete Tiere auseinanderhält.

    Quellen