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Schlagwort: Strafanzeige von PETA

  • Brand bei Grosselfingen: PETA erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hechingen

    Brand bei Grosselfingen: PETA erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hechingen

    Rund 400 Tiere sterben im Feuer

    Bei einem Großbrand auf einem Geflügelhof bei Grosselfingen sind rund 400 Hühner und Gänse verendet. Die Feuerwehr traf am Samstagnachmittag ein, als Teile des landwirtschaftlichen Anwesens bereits vollständig brannten. Zwei Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, außerdem zerstörte das Feuer landwirtschaftliche Maschinen und große Teile des Hofes.

    Die zunächst auf etwa 600 geschätzte Zahl der toten Tiere wurde später nach unten korrigiert. Einsatzkräfte schnitten nach Angaben des Einsatzleiters Frank Flieg einen Zaun auf und brachten überlebende Tiere in ein freies Gehege. Für die geretteten Tiere war nach dem Brand zunächst auch die Versorgung mit Futter ein praktisches Problem.

    PETA stellt Strafanzeige – Eingang zunächst nicht bestätigt

    Die Tierrechtsorganisation PETA teilte mit, am 21. September Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hechingen erstattet zu haben. Der Eingang der Anzeige war am Mittwoch zunächst noch nicht unabhängig von der Behörde bestätigt. Eine Strafanzeige ist zudem kein Nachweis dafür, dass Verantwortliche gegen Straf- oder Tierschutzvorschriften verstoßen haben.

    PETA-Fachreferentin Julia Weibel richtet den Vorwurf an die Verantwortlichen des Hofes. Nach Auffassung der Organisation werde der Tod von Tieren bei einem Stallbrand aufgrund mangelnder Brandschutzmaßnahmen billigend in Kauf genommen. Ob auf dem betroffenen Hof Brandschutzvorgaben verletzt wurden, ist derzeit ebenso ungeklärt wie die genaue Ursache des Feuers.

    PETA fordert neben einer möglichen Verantwortung der Tierhalter auch strengere gesetzliche Regelungen zum Schutz von Tieren in Ställen. Die Organisation verbindet den konkreten Brand außerdem mit ihrer grundsätzlichen Forderung nach einer veganen Lebensweise. Diese politische und gesellschaftliche Bewertung ist von den laufenden Ermittlungen zur Brandursache zu trennen.

    Ermittlungen zur Brandursache laufen weiter

    Die Kriminalpolizei untersucht, wie das Feuer ausbrach. Nach dem derzeit bekannten Stand gibt es weder eine bestätigte Brandursache noch eine behördliche Feststellung zu möglichen Mängeln bei der Haltung oder beim Brandschutz. Erst die Ermittlungen können klären, ob technische Defekte, ein Unfall oder andere Umstände den Brand ausgelöst haben.

    Auch die Arbeit der Einsatzkräfte stand im Mittelpunkt des Geschehens. Die Feuerwehr musste zunächst Menschen schützen, den Brand bekämpfen und zugleich versuchen, Tiere aus dem brennenden Bereich zu retten. Dass zahlreiche Tiere gerettet werden konnten, änderte nichts daran, dass für etwa 400 Hühner und Gänse jede Hilfe zu spät kam.

    Spenden sollen den betroffenen Betrieb unterstützen

    Neben dem juristischen Vorstoß von PETA formierte sich unmittelbar praktische Hilfe für die betroffene Familie. Michael Pyka, ein Freund der Familie Beck, startete eine Online-Spendenkampagne. Bis zum Mittwochnachmittag waren nach seinen Angaben bereits mehr als 40.000 Euro zusammengekommen.

    Das Geld soll die Familie nach dem Verlust großer Teile des Hofes, von Maschinen und Tieren unterstützen. Für die überlebenden Tiere standen zunächst die Unterbringung und die Versorgung mit Futter im Vordergrund. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt vorerst von der politischen Debatte über Stallbrandschutz auf die konkrete Bewältigung der Brandfolgen.

    Entscheidend für die weitere rechtliche Bewertung bleibt nun, was Polizei und Staatsanwaltschaft zur Brandursache und zu den Bedingungen auf dem Hof feststellen. Der Vorwurf von PETA steht im Raum, eine strafrechtliche Verantwortlichkeit ist damit jedoch noch nicht festgestellt.

    Quellen