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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

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Schlagwort: Stefanie Sabet in Essenbach

  • Rückgang der Schlachtschweinepreise: VEZG senkt Notierung auf 1,32 Euro

    Rückgang der Schlachtschweinepreise: VEZG senkt Notierung auf 1,32 Euro

    Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat ihre Schlachtschweinenotierung am 28. Oktober 2026 um acht Cent auf 1,32 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gesenkt. Als Grund nannte sie ein umfangreiches Angebot, das die Nachfrage übersteige. Die neue Preisempfehlung gilt vom 29. Oktober bis zum 4. November. Gegenüber dem vorherigen Niveau von 1,40 Euro entspricht der Abschlag einem Rückgang um rund 5,7 Prozent.

    Für Schweinehalter wird damit unmittelbar weniger Erlös je Kilogramm angesetzt. Bei einem Schlachtgewicht von 99 Kilogramm bedeutet der Preisunterschied rechnerisch 7,92 Euro weniger je Tier, wenn ausschließlich die Veränderung des Basispreises betrachtet wird. Auf 1.000 entsprechend schwere Schweine hochgerechnet wären das 7.920 Euro. Diese Beispielrechnung verdeutlicht die Größenordnung des Abschlags; sie ist keine vollständige betriebliche Gewinn- oder Verlustrechnung.

    Umfangreiches Angebot trifft auf schleppenden Fleischabsatz

    Der Marktbericht der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz beschreibt ein weiterhin umfangreiches Angebot bei stetiger Vermarktung. Zugleich übten einige Schlachtunternehmen Druck auf die Erzeugerpreise aus und verwiesen dabei auf einen schleppenden Fleischabsatz. An der Börse blieb dem Bericht zufolge bereits der zehnte Auktionstermin in Folge ohne Umsatz. Dass Schweine weiter vermarktet werden, bedeutet unter diesen Bedingungen also noch keine Stabilität beim Preis.

    Zur Marktlage gehören auch die Mengen- und Gewichtsdaten der VEZG: Ihre Preisinformation nennt eine Vermarktungsmenge von 279.000 Schweinen nach 277.100 in der Vorwoche. Das sind 1.900 Tiere oder rechnerisch rund 0,7 Prozent mehr, also ein vergleichsweise kleiner Anstieg innerhalb dieser Wochengegenüberstellung. Beim Schlachtgewicht weist die Übersicht 99,0 Kilogramm aus, eine Zunahme um 0,4 Kilogramm gegenüber dem vorherigen Wert. Damit nahmen in dieser Erfassung sowohl die Tierzahl als auch das Gewicht zu; die Entwicklung des Angebots lässt sich deshalb nicht allein an der Zahl vermarkteter Schweine ablesen. Wie groß der von der VEZG beschriebene Angebotsüberhang gegenüber der Nachfrage tatsächlich ausfällt, lässt sich daraus allerdings nicht beziffern. Dafür fehlt in dieser Gegenüberstellung eine entsprechende Mengenangabe zur Nachfrage.

    Die VEZG weist in ihrer Preisinformation einen FOM-Nadel-Basispreis von 1,32 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht aus. Die Preise verstehen sich netto und frei Eingang Schlachtstätte. Die Landwirtschaftskammer bezeichnet die VEZG-Empfehlungen außerdem als Leitnotierungen für Schlachtstätten in Rheinland-Pfalz. Der Abschlag ist damit auch für die regionale Marktbeobachtung eine wichtige Orientierungsgröße und nicht bloß eine isolierte Zahl in einer bundesweiten Preistabelle.

    Ferkelpreis stabil, Finanzierung des Stallumbaus umstritten

    Beim Ferkelpreis meldete der auf raiffeisen.com veröffentlichte AgE-Bericht vom 29. Oktober zunächst keine weitere Senkung: Er blieb bei 28 Euro je Tier. Zugleich berichtete AgE, dass Schweinehalter bereits beim vorherigen Schlachtschweinepreis von 1,40 Euro je Kilogramm rote Zahlen geschrieben hätten. Eine unveränderte Ferkelnotierung und ein sinkender Schlachtschweinepreis sind deshalb unterschiedliche Signale innerhalb derselben Branche. Der stabile Ferkelpreis hebt den rechnerischen Erlösrückgang beim Verkauf schlachtreifer Tiere nicht auf.

    Wie eng laufende Einnahmen und längerfristige Investitionsfragen zusammenliegen, zeigte bereits der Veredelungstag des Deutschen Bauernverbandes am 27. Oktober in Essenbach. Nach dem AgE-Bericht forderte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet dort vor mehr als 500 Landwirtinnen und Landwirten ein nationales Sonderprogramm für die Sauenhaltung. Außerdem verlangte sie eine verlässliche Finanzierung der fast 1.000 Anträge im Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung über 2028 hinaus. Die Forderung betrifft damit auch die längerfristige Finanzierung des Stallumbaus, während der neue Preisabschlag die laufenden Verkaufserlöse berührt.

    Rainer will Umbauanträge finanzieren, verspricht aber kein Sauenprogramm

    Der zugeschaltete Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bekräftigte laut AgE, alle Umbauanträge finanzieren zu wollen. Für das von der Branche geforderte Sonderprogramm für Sauenhalter im Umfang von 200 Millionen Euro gab er dagegen keine Zusage und verwies auf die angespannte Haushaltslage. Zur kurzfristigen Entlastung nannte er das laufende Liquiditätsprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Über ein zweites Programm sei sein Ministerium mit dem Bundesfinanzministerium im Austausch; außerdem setze er sich für eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage ein.

    Damit haben die angesprochenen Hilfen einen unterschiedlichen Status. Das erste Liquiditätsprogramm läuft bereits, ein zweites war Gegenstand von Gesprächen. Für die Finanzierung der Umbauanträge erklärte Rainer seine Absicht, während er das zusätzliche Sauenprogramm ausdrücklich nicht versprach. Für betroffene Betriebe ist diese Unterscheidung praktisch entscheidend: Eine politische Finanzierungsabsicht lässt sich noch nicht wie eine verfügbare Hilfe in die eigene Planung einstellen.

    Quellen