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Schlagwort: Soforthilfe durch Tierpfleger und Tierärzte

  • Roter Panda Jordan im Rostocker Zoo gestorben: Schwerer Sturz beim Klettern

    Roter Panda Jordan im Rostocker Zoo gestorben: Schwerer Sturz beim Klettern

    Das dreijährige Rote-Panda-Weibchen Jordan musste nach einem schweren Kletterunfall im Rostocker Zoo eingeschläfert werden. Am 22. Oktober stürzte es auf der Außenanlage von einem Ast, der sich nach Darstellung des Zoos plötzlich löste. Tierpfleger und Tierärzte waren umgehend im Einsatz, konnten das Tier aber nicht retten. Mit Jordan verliert Rostock den ersten Roten Panda seiner Zoogeschichte.

    Ein gelöster Ast und schwere Verletzungen

    Der Zoo beschreibt einen Unfall bei einer für Rote Pandas typischen Tätigkeit: dem Klettern. Die auch Katzenbären genannten Tiere verbringen einen großen Teil ihres Lebens in Baumkronen und gelten als geschickte Kletterer. Jordans Verletzungen waren nach Angaben der Einrichtung jedoch so schwerwiegend, dass sie eingeschläfert werden musste. Welche Verletzungen sie im Einzelnen erlitten hatte, teilte der Zoo nicht mit.

    Für das Pflegeteam endet damit eine Betreuung, die im Mai 2024 begonnen hatte. Jordan war am 23. Juni 2023 im tschechischen Zoopark Chomutov geboren worden und noch vor ihrem ersten Geburtstag nach Rostock gekommen. Tierpfleger Max Müller erinnert sich an ein zunächst schüchternes Weibchen, das sich schnell eingelebt habe. Später habe er Jordan als sehr ruhig und aufgeschlossen erlebt.

    Vertrauen entstand Schritt für Schritt

    Müller kümmert sich nach eigenen Angaben fast täglich um die Roten Pandas und arbeitet seit rund acht Jahren im Rostocker Zoo. Medizinisches Training und Beschäftigungsangebote seien für Jordan bei ihrer Ankunft neu gewesen. Sie habe damit in Rostock ihre ersten Erfahrungen gesammelt, während die Pfleger Schritt für Schritt Vertrauen aufbauten. „Auch für uns Pfleger war das eine ganz besondere Zeit des gegenseitigen Kennenlernens“, sagt Müller. Entsprechend schwer falle dem Team der Abschied.

    Auch Zoodirektorin Antje Angeli hebt Jordans besondere Rolle für die Einrichtung hervor. Als erster Roter Panda des Zoos habe das Weibchen einen besonderen Platz eingenommen. Angeli bezeichnet Jordan als wichtige Botschafterin für den Schutz ihrer bedrohten Artgenossen im Himalaya. Der Verlust treffe das gesamte Team sehr, erklärt die Direktorin. Damit verbindet sie die persönliche Trauer um das einzelne Tier mit dem Bildungsanliegen, das der Zoo mit seiner Panda-Haltung verfolgt.

    Pjat bleibt auf der 860 Quadratmeter großen Anlage

    Auf der Panda-Anlage lebt weiterhin das Männchen Pjat, das im Mai 2025 aus dem Zoo Kopenhagen nach Rostock kam. Es wurde dort am 9. Juli 2024 geboren und im folgenden Mai nach einer Eingewöhnungsphase hinter den Kulissen öffentlich vorgestellt. Die damalige Mitteilung vom 27. Mai 2025 beschrieb einen zunächst vorsichtigen Start: Pjat sollte Jordan auf der insgesamt 860 Quadratmeter großen Anlage erst durch einen Zaun kennenlernen. Eine behutsame Zusammenführung stellte Angeli damals für den Fall in Aussicht, dass beide Tiere Interesse aneinander zeigten. Die Haltung zweier Roter Pandas war damit von Beginn an mit Rücksicht auf ihr einzelgängerisches Verhalten geplant.

    Schon bei Pjats Vorstellung hatte die Direktorin erklärt, dass Nachwuchs zwar perspektivisch wünschenswert sei, die Zucht aber nicht im Vordergrund stehe. Vorrangig wolle der Zoo seine Besucher für die Gefährdung der Tierart sensibilisieren. Als Bedrohungen nennt die Einrichtung den Verlust natürlicher Lebensräume, illegale Bejagung und die Zersplitterung verbliebener Rückzugsgebiete in Asien. Die Zahl ausgewachsener Roter Pandas in freier Wildbahn beziffert der Zoo auf schätzungsweise weniger als 10.000 Tiere.

    Für Pjat bedeutet Jordans Tod vorerst die alleinige Nutzung des Geheges. Der Zoo erklärt, dass er damit gut zurechtkomme, weil Rote Pandas außerhalb der Paarungszeit ausgeprägte Einzelgänger seien. Das Alleinleben ist bei dieser Tierart deshalb anders einzuordnen als bei einem Tier, das auf dauerhaften Gruppenanschluss angewiesen ist. Für die weitere Betreuung Pjats ist somit sein arttypisches Sozialverhalten maßgeblich: Die vorübergehende Haltung ohne ein zweites Tier entspricht nach Einschätzung des Zoos seinen Bedürfnissen.

    Quellen