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Schlagwort: Shedd Aquarium Chicago

  • Meeressäuger aus Marineland Kanada sterben nach der Verlegung in andere Einrichtungen

    Meeressäuger aus Marineland Kanada sterben nach der Verlegung in andere Einrichtungen

    Nach der Schließung des kanadischen Freizeitparks Marineland sind mehrere verlegte Meeressäuger gestorben. Jüngstes Todesopfer ist der Delfin Echo, der im Oceanogràfic im spanischen Valencia behandelt wurde. Die Einrichtung teilte mit, Echo sei bereits mit schweren Sehproblemen und weiteren Vorerkrankungen angekommen.

    Echo starb wenige Wochen nach der Ankunft in Valencia

    Echo war im August gemeinsam mit weiteren Tieren aus dem früheren Freizeitpark an die spanische Einrichtung gebracht worden. Wegen ihres Gesundheitszustands wurde die Delfindame individuell betreut und engmaschig überwacht. Nach Angaben des Oceanogràfic verschlechterte sich ihr Zustand am 23. September rapide.

    In ihren letzten Stunden bekam Echo demnach Probleme beim Schlucken und Atmen. Das Team brachte sie in ein medizinisches Becken, konnte ihren Tod jedoch nicht verhindern. Die Einrichtung erklärte, der Verlust sei besonders schwer für die Pfleger und Tierärzte, die sich seit ihrer Ankunft intensiv um das Tier gekümmert hatten.

    Mit Echos Tod setzt sich eine Serie von Verlusten unter den aus Marineland verlegten Tieren fort. In den Wochen zuvor waren bereits vier Belugas gestorben. Die Tiere waren sowohl in das Shedd Aquarium in Chicago als auch nach Valencia gebracht worden.

    Marineland stand jahrelang in der Kritik

    Der Freizeitpark nahe den Niagara-Fällen wurde 2024 geschlossen. Vorausgegangen waren jahrelange Kontroversen über die Haltung der Meeressäuger. Nach kanadischen Presseberichten starben zwischen 2019 und 2025 mindestens 20 Tiere innerhalb des Parks, darunter 19 Belugas.

    Nach der Schließung standen die Betreiber vor dem Problem, für die verbliebenen Tiere andere Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Sie erklärten, eine Einschläferung könne aus Kostengründen notwendig werden. Dies gelte, falls keine Einrichtungen zur Aufnahme bereitstünden. Die Verlegung ermöglichte eine neue Unterbringung für die Tiere.

    Für die aufnehmenden Einrichtungen bedeutete der Transport zugleich eine erhebliche medizinische Herausforderung. Echos Beispiel zeigt, dass eine Verlegung den Gesundheitszustand schwer erkrankter Tiere nicht automatisch stabilisiert. Die Behandlung kann die Folgen bestehender Erkrankungen begrenzen, ersetzt aber keine frühzeitige medizinische Versorgung.

    Phil Demers sieht Zusammenhang mit früherer Haltung

    Der frühere Marineland-Tiertrainer Phil Demers, der öffentlich über von ihm kritisierte Zustände im Park gesprochen hatte, zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht überrascht über die Todesfälle. Er führte sie auf die aus seiner Sicht schlechten Lebensbedingungen in Marineland zurück. Die Tiere seien bereits krank gewesen, bevor sie verlegt wurden, sagte Demers.

    Diese Einschätzung ist eine Bewertung des ehemaligen Trainers und keine veröffentlichte abschließende veterinärmedizinische Feststellung zur Todesursache aller betroffenen Tiere. Fest steht jedoch, dass mehrere Tiere nach ihrer Ankunft in anderen Einrichtungen starben und zumindest bei Echo bereits bei der Aufnahme erhebliche gesundheitliche Probleme bekannt waren.

    Die zeitliche Nähe zwischen Verlegung und Tod verschärft damit die Debatte über die Verantwortung für die verbliebenen Meeressäuger. Eine neue Einrichtung kann akute Versorgung leisten, übernimmt aber Tiere mit einer Vorgeschichte, deren gesundheitliche Folgen möglicherweise schon weit fortgeschritten sind. Für die Bewertung der früheren Haltung bleibt deshalb entscheidend, welche individuellen Befunde bei jedem Tier dokumentiert wurden und welche Ursachen die veterinärmedizinischen Untersuchungen ergeben.

    Der Fall Echo macht zugleich sichtbar, wie begrenzt die Handlungsmöglichkeiten nach einer Parkschließung sein können. Die Tiere mussten aus Marineland herausgebracht werden, doch die verfügbaren Alternativen waren offenbar mit langen Transporten, neuen sozialen Gruppen und erheblichem medizinischem Aufwand verbunden. Für die noch lebenden Tiere ist daher nicht allein die Unterbringung entscheidend, sondern vor allem eine belastbare Gesundheitsbewertung vor, während und nach jedem weiteren Transfer.

    Quellen