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Schlagwort: Schlagen gegen Terrarienscheiben

  • Tod einer Lanzenotter im Zoo: Betreiber berichten von Schlägen gegen Terrarienscheiben

    Tod einer Lanzenotter im Zoo: Betreiber berichten von Schlägen gegen Terrarienscheiben

    Eine männliche Lanzenotter ist nach Darstellung von Zoobetreibern gestorben, nachdem Besucherkinder wiederholt gegen Terrarienscheiben geschlagen hatten. Auch bei Weißlippenkobras hätten Mitarbeiter anschließend ineinander verbissene Tiere vorgefunden und getrennt. Wie 5min.at unter Berufung auf eine öffentliche Stellungnahme der Betreiber berichtet, war das Überleben des Kobraweibchens zum Zeitpunkt dieser Stellungnahme ungewiss. Die Betreiber führen die Vorfälle auf die Störungen zurück und kündigen an, Besucher bei fortgesetzter Tierbelästigung nach einer Ermahnung aus dem Zoo zu weisen.

    Ermahnung vor dem Kobraterrarium blieb erfolglos

    Die geschilderte Abfolge beginnt mit einer kleinen Besuchergruppe aus mehreren Erwachsenen und zwei minderjährigen Kindern, die am Vormittag in die Einrichtung gekommen sei. Nachdem die Kinder bereits kurz hinter der Kasse aufgefallen seien, habe ein Mitarbeiter genauer hingesehen. Vor dem Terrarium der Weißlippenkobras habe er heftiges Schlagen mit den Fäusten gegen die Scheiben festgestellt und eine Ermahnung ausgesprochen. Nach Darstellung der Betreiber blieb diese ohne Erfolg: Am nächsten Terrarium, bei den rauhschuppigen Lanzenottern, hätten die Kinder weiter massiv gegen das Glas geklopft.

    Der Mitarbeiter sei danach mit dem Kassendienst beschäftigt gewesen und habe erst später wieder nach den Schlangen gesehen. Dabei habe er festgestellt, dass das Lanzenotterweibchen das Männchen am Kopf gepackt und bereits begonnen hatte, es zu verschlingen. Die Tiere seien getrennt worden, für das Männchen sei jedoch jede Hilfe zu spät gekommen. Weil das Schlagen am Kobraterrarium begonnen habe, sei anschließend auch dort kontrolliert worden; die ineinander verbissenen Weißlippenkobras hätten ebenfalls getrennt und separat untergebracht werden müssen.

    Besucher hielten den Vorgang für eine Fütterung

    Die Betreiber schildern außerdem eine Begegnung mit der Gruppe beim Verlassen des Zoos. Ein Verantwortlicher habe die Besucher draußen noch erreicht und auf ihr Verhalten angesprochen. Diese hätten sich keiner Schuld bewusst gezeigt und erklärt, sie hätten eine normale Fütterung vermutet. Damit steht der von den Betreibern geschilderten gefährlichen Situation zwischen den Schlangen eine ganz andere Wahrnehmung der Besucher gegenüber; deren Erklärung wird ebenfalls nur durch die Stellungnahme der Einrichtung überliefert.

    Für Familien liegt die praktische Konsequenz bereits vor einer solchen Eskalation: Eine Ermahnung des Personals muss das beanstandete Verhalten beenden. Wer mit Kindern einen Zoobesuch unternimmt, sollte ein Schlagen gegen Scheiben unmittelbar unterbinden, statt auf eine sichtbare Reaktion der Tiere zu warten. Die Betreiber begründen ihre Regeln damit, dass gereizte und erschreckte Tiere auch nach anderen Tieren in ihrer Nähe beißen könnten. Das ist ihre Erklärung für das Geschehen, keine unabhängig festgestellte Ursache der beschriebenen Verletzungen und des Todesfalls.

    Forschung untersucht Besucher an Reptilienscheiben

    Dass Besucher an Glasscheiben auf Tiere einwirken, beschäftigt auch die Detroit Zoological Society. In ihrem Holden Reptile Conservation Center entwickelte und erprobte sie ab 2022 unterschiedliche Hinweisschilder; bei Beobachtungen in den Jahren 2022 und 2023 wurden Besucher- und Tierverhalten erfasst. Neben Verbotsschildern kamen Hinweise zum Einsatz, die mögliche schädliche Folgen des Berührens der Scheiben erklärten und andere Beschäftigungsmöglichkeiten anboten. Nach der Projektbeschreibung verringerten diese erklärenden Schilder sowohl laute als auch stille Kontakte mit dem Glas, ohne dass entsprechende Verbesserungen des Tierwohls beobachtet wurden.

    Dieser Unterschied ist für den Umgang mit Besucherregeln wichtig: Weniger Scheibenkontakte und ein nachweisbarer Nutzen für die Tiere sind zwei unterschiedliche Ergebnisse. Die Forschenden beschreiben als mögliche weitere Maßnahme Geländer mit dreidimensional gedruckten Modellen, an denen Besucher ihren Tastimpuls ausleben können. Die Untersuchung erklärt den konkreten Schlangenvorfall jedoch nicht und erlaubt keine Aussage darüber, wodurch die Tiere dort ineinander verbissen waren. Im betroffenen Zoo setzen die Betreiber unmittelbar auf die Durchsetzung ihrer Regeln: Bei extremem und fortgesetztem Belästigen durch Klopfen oder ähnliche Handlungen soll auf eine freundliche Ermahnung im Wiederholungsfall der Verweis aus der Einrichtung folgen.

    Quellen