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Schlagwort: Sachschaden in Millionenhöhe

  • Brand auf Bauernhof in Grosselfingen: Rund 400 Gänse und Hühner verendet – Millionenschaden

    Brand auf Bauernhof in Grosselfingen: Rund 400 Gänse und Hühner verendet – Millionenschaden

    Bei einem Großbrand auf einem Aussiedlerhof in Grosselfingen im Zollernalbkreis sind am Samstag, dem 19. September 2026, Hunderte Gänse und Hühner verendet. Nachdem die Polizei zunächst von rund 600 toten Tieren ausgegangen war, korrigierte sie die Zahl am Montag auf etwa 400. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen und wurde bei der schwierigen Löschwasserversorgung von benachbarten Landwirten unterstützt. Der Sachschaden wird vorläufig auf Millionenhöhe geschätzt, während die Ursache des Feuers weiterhin ungeklärt ist.

    Großbrand auf einem Aussiedlerhof

    Der Brand auf dem Bauernhof in Grosselfingen brach am Samstagnachmittag in der Straße Hinter dem Weiher aus. Gegen 15.45 Uhr meldeten zahlreiche Anrufer eine weithin sichtbare Rauchwolke, die auch in benachbarten Gemeinden bemerkt wurde. Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, stand ein etwa 60 Meter langes Gebäude des Aussiedlerhofs bereits größtenteils in Flammen. Darin befanden sich neben Geflügel auch Heu und hochwertige landwirtschaftliche Maschinen.

    Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und konnte den Brand gegen 17.15 Uhr unter Kontrolle bringen. Damit war die Gefahr allerdings noch nicht vollständig gebannt, denn in den betroffenen Gebäudeteilen brannten weiterhin große Mengen Heu und Stroh. Zudem mussten die Einsatzkräfte verhindern, dass die Flammen auf weitere Gebäude des landwirtschaftlichen Betriebs übergriffen. Zwei Feuerwehrangehörige erlitten bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen und wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

    Landwirte unterstützen die Feuerwehr bei der Wasserversorgung

    Die abgelegene Lage des Aussiedlerhofs stellte die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. Nach Angaben des Grosselfinger Feuerwehrkommandanten Rainer Knoll verfügte das Anwesen lediglich über einen Hauswasseranschluss und nicht über einen Hydranten, der die benötigten Löschwassermengen hätte liefern können. Deshalb mussten zusätzliche Löschzüge angefordert und längere Wasserleitungen zu benachbarten Höfen sowie nach Hechingen-Weilheim aufgebaut werden. Ohne eine zusätzliche Wasserversorgung wäre die Bekämpfung des Großbrandes erheblich erschwert worden.

    Besonders wichtig war deshalb die Unterstützung durch Landwirte aus der Umgebung, die mit ihren Güllefässern große Mengen Wasser zur Brandstelle transportierten. Sie organisierten einen Pendelverkehr und versorgten die Feuerwehr auch während der Nacht mit zusätzlichem Löschwasser. Gleichzeitig mussten die Einsatzkräfte brennendes Heu mit Baggern auseinanderziehen, um die im Inneren verborgenen Glutnester erreichen zu können. Knoll bedankte sich ausdrücklich bei den beteiligten Landwirten, deren praktische Hilfe wesentlich zur Bewältigung des Einsatzes beitrug.

    Hunderte Gänse und Hühner sterben bei dem Brand

    Besonders schwer traf das Feuer den auf dem Hof gehaltenen Geflügelbestand. Teile des brennenden Hallengebäudes stürzten ein, während sich noch zahlreiche Gänse und Hühner im betroffenen Bereich befanden. Nach Angaben von Feuerwehrkommandant Knoll verendeten einige Tiere auch im Freigehege durch die enorme Hitzeentwicklung. Obwohl die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf zwei weitere Gebäude verhindern konnte, ließ sich der Tod Hunderter Tiere nicht mehr verhindern.

    Die genaue Zahl der verendeten Tiere wurde im Verlauf der folgenden Tage mehrfach korrigiert. In ihrer ersten Pressemitteilung vom Samstagabend ging die Polizei noch von ungefähr 600 toten Gänsen und Hühnern aus. Am Sonntag sprach Feuerwehrkommandant Knoll gegenüber dem SWR von etwa 470 verendeten Tieren, bevor die Polizei am Montag ihre Schätzung auf rund 400 reduzierte. Die unterschiedlichen Angaben beruhen somit auf fortlaufend aktualisierten Erkenntnissen und sollten nicht als endgültig festgestellte Tierzahlen verstanden werden.

    Millionenschaden und weiterhin ungeklärte Brandursache

    Neben dem Verlust der Tiere entstand auf dem landwirtschaftlichen Betrieb erheblicher materieller Schaden. In der vom Feuer betroffenen Halle befanden sich nach Angaben der Polizei hochwertige landwirtschaftliche Maschinen, außerdem wurden große Mengen Heu und weitere Betriebseinrichtungen beschädigt oder zerstört. Bereits am Samstag schätzte das Polizeipräsidium Reutlingen den Sachschaden vorläufig auf Millionenhöhe. Eine abschließende Bewertung der zerstörten Gebäude, Maschinen und landwirtschaftlichen Vorräte lag zunächst nicht vor.

    Auch die Ermittlungen zur Brandursache gestalteten sich schwierig, weil im Inneren der Brandruine noch am Montag Strohballen brannten. Die enorme Hitze verhinderte zunächst, dass Sachverständige die betroffenen Bereiche gefahrlos betreten und untersuchen konnten. Deshalb mussten die Strohballen zunächst mit schwerem Gerät auseinandergezogen und die verbliebenen Glutnester bekämpft werden. Ob ein technischer Defekt, eine andere unbeabsichtigte Ursache oder ein äußerer Einfluss das Feuer ausgelöst hat, lässt sich ohne die Ergebnisse der Brandermittlungen nicht beurteilen.

    Brand auf Bauernhof in Grosselfingen zeigt Herausforderungen bei Stallbränden

    Der Großbrand verdeutlicht, wie schwierig die Brandbekämpfung auf abgelegenen landwirtschaftlichen Betrieben werden kann. Große Mengen brennbarer Materialien, landwirtschaftliche Maschinen und die Haltung zahlreicher Tiere stellen die Feuerwehr vor unterschiedliche Herausforderungen, die gleichzeitig bewältigt werden müssen. Im konkreten Fall kam erschwerend hinzu, dass die benötigten Löschwassermengen nicht unmittelbar am Hof zur Verfügung standen. Dass benachbarte Landwirte kurzfristig ihre Fahrzeuge und Güllefässer zur Verfügung stellten, zeigt zugleich, welche Bedeutung die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Landwirtschaft bei solchen Unglücksfällen haben kann.

    Auch frühere Stallbrände mit zahlreichen verendeten Tieren  verdeutlichen, wie schwerwiegend die Folgen eines Feuers für einen landwirtschaftlichen Betrieb sein können. Im September waren beispielsweise bei einem Stallbrand in Molbergen  120 Schweine verendet. Welche konkreten Maßnahmen den Brand in Grosselfingen hätten verhindern oder seine Folgen begrenzen können, lässt sich erst nach Klärung der Brandursache und Untersuchung der örtlichen Gegebenheiten beurteilen. Bis dahin stehen die dokumentierten Ereignisse, der Verlust Hunderter Tiere und der erhebliche wirtschaftliche Schaden für den betroffenen Betrieb im Mittelpunkt.

    Quellen