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Schlagwort: Pulpaüberkappung

  • Tierpark Berlin: Elefant Simon nach Stoßzahn-OP wieder bei seiner Mutter

    Tierpark Berlin: Elefant Simon nach Stoßzahn-OP wieder bei seiner Mutter

    Verletzung beim Spielen erforderte schnellen Eingriff

    Der zweijährige Elefantenbulle Simon ist im Tierpark Berlin an einem gebrochenen Stoßzahn operiert worden. Die Verletzung entstand beim Spielen; entscheidend war, das freiliegende lebende Zahnmark zu erhalten und damit die Möglichkeit für weiteres Wachstum des Stoßzahns zu bewahren. Den Eingriff führte der auf Veterinärzahnmedizin spezialisierte Yves Debosschere am 12. Oktober 2026 unter Vollnarkose durch. Die Behandlung verlief nach Mitteilung des Tierparks erfolgreich.

    Bei einem Bruch mit freiliegendem Zahnmark zählt nach Einschätzung Debosscheres die Zeit. Eine Behandlung innerhalb der ersten 48 Stunden biete die besten Chancen, das Zahngewebe vital zu erhalten, erklärte der Spezialist. Er bezeichnete eine solche Verletzung unabhängig vom Alter des Elefanten als medizinischen Notfall. Eine langfristige Garantie für die vollständige Erhaltung und das normale Weiterwachsen des Stoßzahns gibt es allerdings nicht.

    Pulpaüberkappung soll Zahngewebe schützen

    Vor der Behandlung wurde der beschädigte Stoßzahn geröntgt, um das Ausmaß der Verletzung festzustellen. Anschließend behandelte Debosschere das verletzte Zahngewebe und versiegelte die betroffene Stelle. Das Verfahren wird als Pulpaüberkappung bezeichnet und soll das lebende Zahnmark vor weiteren Schäden schützen. Wegen der Größe des Stoßzahns benötigte das Team deutlich größere Instrumente und erheblich mehr Füllmaterial.

    Die Dimensionen unterscheiden den Eingriff deutlich von einer Behandlung beim Menschen. Nach Angaben des Tierparks wurde ungefähr die zwanzigfache Materialmenge verwendet, die bei einem menschlichen Zahn erforderlich wäre. Der medizinische Zweck blieb dennoch derselbe: Das empfindliche Gewebe im Inneren sollte vital bleiben, damit der Stoßzahn weiterwachsen kann. Debosschere reiste für die Behandlung aus Belgien an und gilt nach Angaben des Tierparks als europaweit gefragter Spezialist für die Versorgung beschädigter Elefantenstoßzähne. Die Operation wurde damit zu einem Zusammenspiel aus spezialisierter Zahnmedizin, der Erfahrung des Tierpark-Teams und einer besonders sorgfältig geplanten Narkose.

    Narkose ohne Komplikationen

    Die Anästhesie begleiteten drei weitere Tierärzte des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Unterstützt wurden sie vom Veterinärteam des Tierparks. Frank Göritz, leitender Tierarzt am IZW, betonte, dass die Narkose eines Elefanten auch bei einem Jungtier keine Routineangelegenheit sei und kontinuierliche Überwachung sowie genaue Abstimmung erfordere. Nach Angaben des Behandlungsteams verlief Simons Narkose ohne Komplikationen. Nach dem Eingriff erhielt der Jungbulle weiterhin Schmerzmittel und blieb unter tierärztlicher Beobachtung. Für die Tierhaltung bedeutet das: Mit der Operation war die akute Versorgung abgeschlossen, die Entwicklung des Zahns muss nun über die weitere Erholungsphase hinweg kontrolliert werden.

    Simon sucht sofort die Nähe zu Tana

    Ein positives Zeichen zeigte Simon bereits kurz nach dem Aufwachen. Er wurde wieder aktiv, suchte die Nähe seiner Mutter Tana und trank bei ihr. Tierärztin Frauke Vißmann wertete auch seine schnelle Rückkehr zu diesem vertrauten Verhalten erleichtert und hoffte, dass der Stoßzahn normal weiterwächst. Der aktuelle Erfolg lässt deshalb noch keine endgültige Aussage über das langfristige Ergebnis zu. Die unmittelbare Reaktion des Elefanten spricht jedoch dafür, dass Simon den Eingriff zunächst gut überstanden hat.

    Quellen