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Schlagwort: Primatenhaltung im Zirkus

  • PETA fordert Ende der Berberaffenhaltung im Circus Barus

    PETA fordert Ende der Berberaffenhaltung im Circus Barus

    PETA fordert die Veterinärbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg auf, die Haltung von zwei Berberaffen im Circus Barus zu beenden. Anlass ist ein geplantes Gastspiel des Zirkus in Weiterstadt. Nach PETAs Kenntnisstand führt Circus Barus als letzter deutscher Zirkus weiterhin Primaten auf laufender Tournee mit. In der Pause der Zirkusshows werden die Berberaffen den Besuchenden präsentiert.

    Petition und Schreiben an die Veterinärbehörde

    Die Tierrechtsorganisation verlangt in einer Online-Petition, die Haltung der Tiere zu untersagen und ihre Unterbringung in einer anerkannten, auf Primaten spezialisierten Auffangstation zu veranlassen. Zusätzlich wandte sich PETA nach eigenen Angaben schriftlich an die zuständige Veterinärbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Die Forderung richtet sich damit nicht nur an den Zirkus, sondern unmittelbar an die Behörde, die für die Tierhaltegenehmigung zuständig ist. PETA zufolge werden die Berberaffen weiterhin mit dem Circus Barus von einem Gastspielort zum nächsten transportiert.

    Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche, begründet den Vorstoß mit dem Transport der Affen von Gastspielort zu Gastspielort. Sie sagt, die Berberaffen würden in einem engen Transporter befördert und offenbar auch zum Betteln eingesetzt. PETA fordert die Behörden deshalb auf, ihren Handlungsspielraum zu nutzen und die Tiere in eine geeignete Auffangstation zu bringen. Diese Aussagen sind Positionen der Organisation und keine behördliche oder gerichtliche Feststellung.

    Die PETA-Seite nennt die Berberäffin Daisy und einen Artgenossen. Nach Darstellung der Organisation werden die beiden Tiere weiterhin mit dem Circus Barus von einem Gastspielort zum nächsten transportiert. In der Pause der Vorstellungen würden sie den Besuchern präsentiert. PETA verweist außerdem auf Video- und Bildmaterial, das die Affen in einem Innenbereich eines Lastwagens sowie in einem von Netzen umgebenen Außengehege zeigen soll.

    Frühere Angaben zur Gehegegröße

    Für die aktuelle Forderung spielt auch ein älterer Vorgang aus Offenbach eine Rolle. Laut einer 2022 erteilten Auskunft der Stadt Offenbach am Main war das Innengehege der Affen beim Circus Barus damals etwa zehn Quadratmeter groß. PETA bewertet diese Fläche als weniger als halb so groß wie vorgeschrieben. Welche konkreten Maßnahmen oder Sanktionen daraus folgten, ist in der Mitteilung nicht angegeben.

    Damit treffen zwei unterschiedliche Ebenen aufeinander: PETA leitet aus den dokumentierten Haltungs- und Transportbedingungen die Forderung nach einer dauerhaften Abgabe der Tiere ab. Für eine behördliche Entscheidung müssen dagegen die aktuell festgestellten Bedingungen, die Genehmigung und mögliche Verstöße im konkreten Verfahren geprüft werden. Das Außengehege soll laut Behördenangaben zwar den Mindestanforderungen entsprechen, erschien einer Whistleblower-Meldung und PETA vorliegenden Aufnahmen zufolge jedoch deutlich kleiner. Aus den vorliegenden Angaben ergibt sich nicht, dass die zuständige Behörde bereits eine Untersagung ausgesprochen hat.

    Streit um die Bewertung der Haltung

    PETA kritisiert neben der Affenhaltung auch den Umgang mit weiteren Tieren des Circus Barus. Aufnahmen aus einer Show sollen nach Darstellung der Organisation zeigen, dass Lamas, Ponys und andere Tiere während der Vorführung und in der Pause dem Besucherandrang sowie aus Sicht PETAs unnatürlichen Tricks ausgesetzt seien. Auch diese Einschätzung stammt von PETA und beschreibt keine abschließende veterinärmedizinische Bewertung. Bei einem früheren Gastspiel in Hanau wies der Circus Barus die Vorwürfe laut dem Sender Primavera24 zurück. Der Zirkus verwies demnach auf eine Kontrolle durch das Veterinäramt.

    Bei einem früheren Gastspiel in Hanau wies der Circus Barus die Vorwürfe laut dem Sender Primavera24 zurück. Der Zirkus verwies demnach auf eine Kontrolle durch das Veterinäramt. Diese Gegenposition ist für die Einordnung entscheidend. PETA wirft dem Zirkus vor, die Tiere nicht artgerecht zu halten und sie von Spielort zu Spielort zu transportieren. Die Organisation fordert, die Affen in eine Auffangstation zu bringen. Der Zirkus bestreitet die Vorwürfe und verweist auf eine Kontrolle durch das Veterinäramt.

    Forderung an Bundesminister Alois Rainer

    PETA beschränkt sich nicht auf den Einzelfall. Die Organisation spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft aus. Ende Juni appellierte sie nach eigenen Angaben auch an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, ein bundesweites Verbot der Primatenhaltung in Zirkussen auf den Weg zu bringen. Ein solches politisches Ziel würde über die Entscheidung zur Haltung der beiden Berberaffen im Circus Barus hinausgehen.

    Der aktuelle praktische Entscheidungspunkt liegt jedoch beim Landkreis Darmstadt-Dieburg. PETA hat sich in einem Schreiben an die Veterinärbehörde des Landkreises gewandt. Dort muss sich zeigen, ob die Behörde aufgrund der gegenwärtigen Haltung, der Transportbedingungen und der Genehmigungslage Anlass für Maßnahmen sieht. Für die Affen ist daher nicht die Petition allein entscheidend, sondern die konkrete behördliche Prüfung am jeweiligen Gastspielort.

    Lange Vorgeschichte

    Die Auseinandersetzung reicht nach PETAs Chronik mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Der Circus Barus hielt früher neben Berberaffen auch Paviane; die Affenhaltung sei wiederholt Gegenstand behördlicher Kontrollen, Beschwerden und Gerichtsverfahren gewesen. Beanstandungen hätten unter anderem die Unterbringung und den Transport betroffen, außerdem habe es ein gerichtliches Urteil wegen eines vorsätzlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegeben. Diese Vorgeschichte erklärt, warum PETA die Weiterstädter Station nicht als isolierten Einzelfall behandelt. Rechtlich maßgeblich bleibt dennoch der aktuelle Zustand der beiden Berberaffen und die Entscheidung der zuständigen Veterinärbehörde. Der Streit ist damit offen: PETA fordert die Beendigung der letzten bekannten Primatenhaltung auf deutscher Zirkustournee, während der Circus Barus die Vorwürfe zurückweist.

    Diese Vorgeschichte erklärt, warum PETA die Weiterstädter Station nicht als isolierten Einzelfall behandelt. Rechtlich maßgeblich bleibt dennoch der aktuelle Zustand der beiden Berberaffen und die Entscheidung der zuständigen Veterinärbehörde. Der Streit ist damit offen: PETA fordert die Beendigung der letzten bekannten Primatenhaltung auf deutscher Zirkustournee, während der Circus Barus die Vorwürfe zurückweist.

    Quellen