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Schlagwort: Nubische Giraffe

  • Giraffengeburt im Schweriner Zoo: Weibliches Kalb für die Erhaltungszucht

    Giraffengeburt im Schweriner Zoo: Weibliches Kalb für die Erhaltungszucht

    Im Schweriner Zoo ist am 13. Oktober 2026 um 14 Uhr ein weibliches Kalb der Nubischen Giraffe geboren worden. Die siebenjährige Mutter Kahlua zieht damit ihr zweites Jungtier auf. Bei der Bekanntgabe am 19. Oktober beschrieb der Zoo Mutter und Tochter als wohlauf; das Kalb sei mobil und trinke gut. Für Besucher bedeutet die Geburtsnachricht allerdings noch keinen verlässlich planbaren Blick auf den Nachwuchs: Bei der Entscheidung über den ersten Aufenthalt auf der großen Außenanlage spielt auch das Wetter eine Rolle.

    Der Geburtstermin blieb trotz Vorbereitung eine Überraschung

    Das Tierpflegeteam hatte mit der Geburt gerechnet, konnte ihren konkreten Zeitpunkt aber nicht zuverlässig bestimmen. Die schwankende Tragzeit bei Giraffen erschwert diese Planung, weshalb die Beschäftigten täglich anhand ihrer Beobachtungen entscheiden, ob die Tiere auf die Außenanlage gehen. Noch am Vormittag des 13. Oktober hatte Kahlua keine Anzeichen einer unmittelbar bevorstehenden Geburt gezeigt. Als typische Hinweise nennt die städtische Mitteilung Unruhe und die Verweigerung von Futter – Verhaltensänderungen, auf die das Team bei seiner täglichen Einschätzung achtet.

    Als die Geburt einsetzte, brachten die Mitarbeitenden Kahlua zügig in einen rückwärtigen Bereich. Das Kalb kam in einem abgetrennten Anlagenteil unmittelbar neben dem Stall zur Welt. Zoodirektor Tim Schikora erläuterte, eine Geburt im Stall sei für Tiere und Team grundsätzlich günstiger, weil dort mehr Ruhe herrsche und Mutter und Nachwuchs sich an die neue Situation gewöhnen könnten. Die Vorbereitung ermöglichte dem Team somit, trotz des überraschenden Zeitpunkts rasch zu reagieren und Kahlua in einen ruhigeren Bereich zu bringen.

    Ruhe und Betreuung bestimmen die ersten Wochen

    Schikora beschrieb das Jungtier als sehr agil und aufgeweckt. Kahlua lasse ihre Tochter problemlos trinken und kümmere sich fürsorglich um sie. Die Mutter hat bereits Aufzuchterfahrung. Ihr erstes Jungtier Mojo wurde 2025 geboren. Der Zoo schildert ihren Umgang mit dem neuen Kalb ähnlich positiv wie beim ersten Nachwuchs.

    Für die weitere Aufzucht kündigte der Zoo zunächst eine Trennung von den übrigen Giraffen an, um Mutter und Tochter ausreichend Ruhe zu geben. Anschließend sollen beide behutsam mit der Gruppe zusammengeführt werden. Der gute erste Eindruck ersetzt dabei noch keine längerfristige Beurteilung der Entwicklung: Schikora rechnete bei der Bekanntgabe mit mehreren Wochen, bis sich diese zuverlässig einschätzen lasse. Bis dahin sollen Mutter und Kalb engmaschig betreut werden; für den Gang auf die große Anlage wird zusätzlich die Witterung berücksichtigt. Ein Besuchstermin sollte deshalb nicht allein an die Erwartung geknüpft werden, das Jungtier bereits draußen beobachten zu können.

    Fünf Giraffen und ein angekündigter Umzug

    Mit dem neugeborenen Weibchen umfasst die Schweriner Giraffengruppe nach dem mitgeteilten Stand fünf Tiere. Dazu gehören Kahlua, ihre Schwester Daisy sowie die Bullen Madiba und Mojo. Für Mojo ist ein Wechsel in einen anderen Zoo vorgesehen, wobei am 19. Oktober noch kein genauer Umzugstermin feststand. Geburt und geplanter Wechsel verändern die Gruppe somit auf unterschiedliche Weise: Während für das Kalb zunächst Betreuung und Eingliederung anstehen, ist für Kahluas älteren Nachwuchs bereits eine spätere Unterbringung außerhalb Schwerins vorgesehen.

    Der Nachwuchs gehört zu einer größeren Zuchtpopulation

    Der Zoo ordnet die Geburt dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Giraffen zu. Nach seinen Angaben umfasst dieses Programm rund 776 Tiere in 305 Einrichtungen, darunter etwa 440 Nubische Giraffen – also mehr als die Hälfte des genannten Bestands. Als Ziel nennt die Einrichtung den Aufbau und langfristigen Erhalt einer gesunden Reservepopulation. Eine vergleichbare Verbindung zwischen mütterlicher Aufzucht und Erhaltungszucht beschreibt auch der GERATI-Beitrag über den weiblichen Weißscheitelmangaben-Nachwuchs im Zoo Heidelberg.

    Die Nubische Giraffe zählt zu den Nördlichen Giraffen, deren wildlebenden Bestand der Zoo mit knapp 7.000 Tieren angibt. Diese Zahl betrifft die übergeordnete Art, während sich die genannten etwa 440 Tiere im Zuchtprogramm auf die Nubische Giraffe beziehen. Das Schweriner Weibchen gehört damit zu einer koordiniert betreuten Population in zoologischen Einrichtungen. Für seine Aufzucht ist zunächst die angekündigte engmaschige Betreuung entscheidend: Erst über mehrere Wochen lässt sich nach Schikoras Einschätzung zuverlässig beurteilen, ob sich das Kalb gesund entwickelt.

    Quellen