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Schlagwort: Fütterung von Gorillas und Schimpansen

  • Berliner Zoo: Bericht über mögliche Umstellung der Ernährung von Menschenaffen

    Berliner Zoo: Bericht über mögliche Umstellung der Ernährung von Menschenaffen

    Im Zoo Berlin steht bei Gorillas, Orang-Utans, Schimpansen und Bonobos offenbar eine deutliche Ernährungsumstellung an: Nach einem Beitrag von „Tichys Einblick“ soll der Obstanteil im Speiseplan zugunsten von Gemüse reduziert werden. Die Begründung dafür ist im vorliegenden Beitrag nicht unabhängig belegt.

    Weniger Banane, mehr Gemüse

    Die Umstellung betrifft nicht irgendeine symbolische Beilage, sondern einen zentralen Bestandteil der täglichen Tierpflege. Statt Bananen, Mangos oder Pfirsichen soll der Obstanteil im Speiseplan zugunsten von Gemüse reduziert werden. Der zugrunde liegende Gedanke wird im Beitrag mit dem höheren Zuckergehalt kultivierter Früchte begründet; ob diese konkrete Maßnahme medizinisch erforderlich ist, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

    Allerdings bedeutet die neue Fütterung nicht, dass Menschenaffen grundsätzlich keine Früchte vertragen. Entscheidend sind Menge, Zusammensetzung und der gesamte Energieverbrauch. Im Zoo bewegen sich die Tiere unter anderen Bedingungen als in freier Wildbahn. Deshalb müssen Futterpläne nicht nur an die jeweilige Tierart, sondern auch an Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Aktivität einzelner Tiere angepasst werden.

    Individuelle Futterpläne statt Einheitsdiät

    Dass Zoos die Ernährung ihrer Tiere regelmäßig überprüfen, ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Der Tierpark Berlin weist darauf hin, dass für jedes Tier ein individueller Speiseplan zusammengestellt wird. Gemüse spielt dort bereits eine wichtige Rolle; nach Angaben der Einrichtung werden für die rund 10.000 Tiere große Mengen an Karotten, Heu und Paprika eingeplant. Bananen landen demnach wegen ihres hohen Zuckergehalts nur selten auf dem Speiseplan.

    Diese Angaben stammen zwar vom Tierpark Berlin und nicht direkt vom Zoo Berlin, zeigen aber den allgemeinen praktischen Rahmen moderner Zootierhaltung: Fütterung wird zunehmend als Teil eines kontrollierten Gesundheits- und Beschäftigungsprogramms verstanden. Die Tiere müssen ihr Futter teilweise suchen oder sich den Zugang dazu erarbeiten. Das verbindet Ernährung mit Bewegung und geistiger Beschäftigung.

    Für die Besucher verändert sich dadurch vor allem das Bild der kommentierten Fütterung. Die klassische Banane als sichtbares Symbol der Affenfütterung verliert an Bedeutung. Eine Gemüseportion wirkt weniger spektakulär, kann für die tägliche Versorgung aber besser geeignet sein. Ob die Umstellung bei allen betroffenen Arten vollständig und dauerhaft umgesetzt wird, hängt vom jeweiligen Haltungs- und Gesundheitskonzept ab.

    Satirischer Seitenhieb auf die Politik

    Die Meldung wurde in einem Beitrag von „Tichys Einblick“ zugleich als Anlass für politische Satire genutzt. Der Autor vergleicht die Entscheidung des Zoos mit politischen Reformen und schlägt ironisch vor, Ideen von Politikern wie Lars Klingbeil, Friedrich Merz oder Bärbel Bas zunächst in einem begrenzten „Reallabor“ im Zoo zu testen. Auch mögliche Abgaben auf Obst und andere politische Maßnahmen werden in diesem Zusammenhang überspitzt dargestellt.

    Dieser politische Teil ist keine Aussage des Zoos und beschreibt auch keine tatsächliche Zusammenarbeit zwischen der Einrichtung und dem Finanzministerium. Er gehört zur kommentierenden Perspektive des Beitrags, nicht zur fachlichen Begründung der Futterumstellung. Für die Tiere ist dagegen entscheidend, ob die neue Ration wissenschaftlich geplant, verträglich und auf die Bedürfnisse der einzelnen Individuen abgestimmt ist.

    Die praktische Bedeutung der Entscheidung liegt daher weniger in der politischen Pointe als in der Frage, wie Zoos mit energiereichem Futter umgehen. Die Berliner Menschenaffen werden nicht einfach auf eine pauschale „Diät“ gesetzt. Maßgeblich ist, ob Gemüse, Obst und weitere Bestandteile so kombiniert werden, dass Versorgung, Beschäftigung und Gesundheitsvorsorge zusammenpassen. Genau daran muss sich die neue Fütterung im Alltag messen lassen.