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Schlagwort: Feuer als Gefahr für Fossas

  • Fossa-Nachwuchs im Duisburger Zoo: Vier Jungtiere nach Schonzeit zu sehen

    Fossa-Nachwuchs im Duisburger Zoo: Vier Jungtiere nach Schonzeit zu sehen

    Vier im Juni geborene Fossas können nach einer geschützten Anfangszeit von Besuchern im Duisburger Zoo entdeckt werden. Zu dem Wurf gehören drei Männchen und ein Weibchen, wie die Borkener Zeitung unter Berufung auf den Zoo berichtet. Die vier Jungtiere haben ihre Wurfbox im Alter von sieben bis acht Wochen erstmals verlassen. Für die Besucher wird damit eine Entwicklungsphase sichtbar, die zunächst weitgehend im geschützten Bereich stattgefunden hat.

    Beroketas zweiter Wurf erkundet die Umgebung

    Mutter Beroketa hat nach ihrem ersten Nachwuchs von 2024 zum zweiten Mal Junge bekommen. In der Anfangszeit bleibt sie rund um die Uhr bei ihrem Nachwuchs. Die kleinen Fossas brauchen während ihrer ersten Lebenswochen viel Ruhe, ebenso ihre Mutter. Dass Besucher sie erst nach einer Schonzeit beobachten können, gehört damit zum Ablauf der Jungenaufzucht und ist kein ungewöhnlich später Beginn ihrer Erkundungstouren.

    Der Vergleich mit Beroketas erstem Wurf macht diesen Entwicklungsrhythmus anschaulich: Am 26. Juni 2024 brachte sie zwei Jungtiere zur Welt. Auch diese verließen ihre Wurfbox erst im Alter von fast acht Wochen, wie der Zoo damals mitteilte. Revierleiter Mike Kirschner beschrieb die ersten Ausflüge seinerzeit als sehr kurz; mit jeder Woche würden die Jungtiere aktiver und erkundeten mehr von ihrer Umgebung. Beim nun gemeldeten Vierlingswurf liegt das erste Verlassen der Wurfbox mit sieben bis acht Wochen in einem vergleichbaren Zeitfenster.

    Die Aufzucht beginnt bei Fossas mit einer besonderen Voraussetzung: Die sonst einzelgängerisch lebenden Tiere dulden einander nur während der Paarungszeit im Frühjahr, wie der Zoo in seiner Mitteilung zum Wurf von 2024 erläuterte. Schon die Zusammenführung von Männchen und Weibchen ist deshalb ein wichtiger Schritt für die Zucht. Die Tragzeit bezifferte die Einrichtung damals auf rund 50 Tage. Wie klein der Nachwuchs bei der Geburt ist, veranschaulichen die Angaben zu Beroketas ersten beiden Jungtieren: Sie kamen 2024 mit jeweils rund 100 Gramm Gewicht und einer Größe von nur 23 Zentimetern zur Welt.

    Warum Vater Isaloh für das Zuchtprogramm zählt

    Für Vater Isaloh ist der Vierlingswurf der erste Nachwuchs. Eine Zoosprecherin begründet die besondere Bedeutung für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm, kurz EEP, damit, dass seine Gene bislang in Europa nicht vertreten seien. Der Wert des Wurfs liegt aus dieser Sicht also nicht allein in der Zahl von vier Jungtieren, sondern auch in deren väterlicher Abstammung. Die gezielte Auswahl von Partnern ist ein praktischer Bestandteil der Zucht im Zoo; bei den Duisburger Fossas hebt die Einrichtung gerade Isalohs Beitrag hervor.

    Die Fossa-Haltung hat in Duisburg eine lange Geschichte: Sie begann am 14. Juni 1980. In seiner Mitteilung zum Nachwuchs von 2024 bezifferte der Zoo die Zahl der bis dahin aufgewachsenen Jungtiere auf mehr als 70. Im Bericht über den Vierlingswurf werden unter Berufung auf die Einrichtung insgesamt 77 aufgezogene Jungtiere genannt. Die daraus abgeleitete Stellung als weltweiter Spitzenreiter ist eine Einordnung des Zoos selbst.

    Seltene Inselbewohner – und eine klare Bitte an Besucher

    Fossas kommen natürlicherweise ausschließlich auf Madagaskar vor und sind die größten Raubtiere der Insel. Zu ihrer Nahrung gehören Lemuren und andere kleine Säugetiere, daneben auch Reptilien und Insekten. Kräftige Beine und ein schlanker Körper machen sie zu geschickten Kletterern; ihr langer Schwanz hilft beim Balancieren. Für die Tiere in ihrer Heimat sind vom Menschen verursachte, außer Kontrolle geratene Feuer eine Gefahr, weil sie ihren Lebensraum bedrohen und vernichten können.

    Für Gäste in Duisburg hat die Nachricht vom Nachwuchs eine unmittelbar praktische Seite: Der Zoo bittet am Fossa-Warmhaus um ruhiges Verhalten. An die Scheiben soll nicht geklopft werden. Wie zurückhaltend die Betreuung in der sensiblen Aufzuchtphase erfolgt, erläuterte Kirschner bereits beim Wurf von 2024: Das Team beobachte das Heranwachsen mit Abstand und nähere sich der Wurfbox in der Regel nicht. Für den Besuch bei Beroketa und ihren vier Jungen heißt das, die Tiere ohne zusätzliche Störung zu beobachten und ihnen die Initiative bei ihren Erkundungen zu lassen.

    Quellen