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Schlagwort: Elefant im Livestream

  • Elefant im Livestream: Kritik an Jordan und Semih wegen umstrittener Studio-Aktion

    Elefant im Livestream: Kritik an Jordan und Semih wegen umstrittener Studio-Aktion

    Ein echter Elefant in einem Livestream hat den Content Creators Jordan und Semih massive Kritik eingebracht. Auf den verbreiteten Aufnahmen steht das Tier in einer für Zuschauer ungewöhnlich wirkenden Studiokulisse und bewegt sich wiederholt hin und her. Tierschützer Malte Zierden bezeichnete die Aktion in einem Reaktionsvideo als Tierquälerei. Ob der Elefant tatsächlich tierschutzwidrig behandelt wurde, lässt sich allein anhand der Videoaufnahmen jedoch nicht abschließend beurteilen.

    Elefant als Kulisse für Reichweite

    Jordan und Semih hatten die Aktion zuvor angekündigt und anschließend in einem Livestream umgesetzt. In dem Video ist neben dem Elefanten auch ein Begleiter zu sehen, der dem Tier wiederholt Futter gibt. Die Aufnahmen vermitteln zunächst den Eindruck, der Elefant befinde sich direkt in einem kleinen Studio mit niedriger Decke und wenig Bewegungsraum. Die Aktion stieß anschließend auf deutliche Kritik.

    Spätere Darstellungen ordnen die Szene etwas anders ein. Demnach sollen schwarze Spanplatten die Studiokulisse nachgebildet haben; der Elefant sei offenbar nicht in einen vollständig geschlossenen Raum gebracht worden. Nach Angaben des beteiligten Tierhalters Frankello war ursprünglich sogar geplant, das Tier nach Dortmund zu bringen. Diese Einordnung verändert den entscheidenden Kritikpunkt allerdings nur teilweise: Ein lebendes Wildtier wurde für die Unterhaltung eines Online-Publikums in eine künstlich inszenierte Umgebung gebracht.

    Die Bewegungen des Elefanten werden in sozialen Netzwerken unterschiedlich bewertet. Viele Zuschauer deuteten das wiederholte Hin- und Hergehen als Zeichen von Unruhe oder Stress. Aus dem Verhalten allein lässt sich ein konkreter Gesundheits- oder Tierschutzverstoß jedoch nicht sicher ableiten. Dafür wären unter anderem Kenntnisse über die Haltungssituation, die Dauer des Aufenthalts, die Transportbedingungen und eine fachkundige Beurteilung des Tieres erforderlich.

    Malte Zierden verschärft die Debatte

    Malte Zierden reagierte scharf auf die Aufnahmen. Elefanten seien hochintelligente, soziale und sensible Tiere, die ihre Umgebung und Belastungen sehr genau wahrnähmen, erklärte er. Die Nutzung des Tieres für Klicks und Reichweite bezeichnete Zierden als nicht verantwortungsvoll und warf Jordan und Semih vor, die Aktion ausschließlich aus der Perspektive ihrer Streaming-Unterhaltung zu betrachten. Seine Aussagen verstärkten die öffentliche Debatte über den Umgang mit dem Elefanten.

    Ob der Elefantenhof bereits früher Gegenstand öffentlicher Kritik war, ist für diesen Artikel nicht belegt. Eine solche frühere Kritik lässt daher keine Einordnung der aktuellen Livestream-Szene zu.

    Gelöschtes Video, bleibende Verantwortung

    Jordan und Semih stellten das ursprüngliche Video inzwischen auf YouTube offenbar auf privat. Die Aufnahmen verbreiteten sich dennoch weiter über soziale Netzwerke und lösten Kommentare wie „Tierquälerei“ oder „Das hat nichts mit Unterhaltung zu tun“ aus. Die Reaktionen zeigen, wie schnell eine spektakuläre Streaming-Idee zum öffentlichen Problem werden kann, sobald ein Tier nicht nur beobachtet, sondern zum Mittelpunkt einer Inszenierung gemacht wird. Die Kritik richtete sich dabei gegen die Einbindung des Elefanten in den Livestream.

    Für die Bewertung zählt deshalb nicht allein, ob der Elefant in einem vollständig geschlossenen Raum stand. Entscheidend sind auch die Umstände des Transports, die fachliche Betreuung, die Aufenthaltsdauer, die tatsächlichen Platzverhältnisse und die Frage, ob die Aktion dem Tier einen vermeidbaren Belastungsreiz zugemutet hat. Gerade bei Wildtieren reicht es nicht, eine Szene nachträglich als ungewöhnliche Unterhaltung zu verkaufen; Veranstalter und Influencer müssen die Verantwortung für die gesamte Situation tragen.

    Der Fall bleibt damit vor allem ein Beispiel für die Kluft zwischen digitaler Aufmerksamkeit und verantwortungsvoller Tierpräsentation. Zierdens Vorwurf der Tierquälerei ist eine klare Wertung, keine behördliche oder gerichtliche Feststellung. Sicher ist aber: Die Inszenierung hat eine Debatte ausgelöst, in der Fragen nach dem Schutz des Elefanten unterschiedlich bewertet werden.