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Schlagwort: Desinteresse zwischen Männchen und Weibchen

  • Nasenbärenzucht im Zoo Leipzig: Gastmännchen Carlos soll Mirabell Nachwuchs ermöglichen

    Nasenbärenzucht im Zoo Leipzig: Gastmännchen Carlos soll Mirabell Nachwuchs ermöglichen

    Ein Gastmännchen aus dem hessischen Opel-Zoo soll bei den Weißrüssel-Nasenbären im Zoo Leipzig für Nachwuchs sorgen – besonders bei der zweieinhalbjährigen Mirabell. Der Neuankömmling heißt Carlos, genauso wie das bereits seit Jahren in Leipzig lebende Männchen. Hinter der ungewöhnlichen Namensdopplung steckt eine konkrete Zuchtentscheidung: Der bisherige Carlos ist Mirabells Vater. Für den Gast hat er deshalb vorübergehend seinen Platz geräumt, wie der Zoo zur Folge „Der doppelte Carlos“ von „Elefant, Tiger & Co.“ erläutert.

    Für Mirabell braucht es einen unverwandten Partner

    Tierpfleger Florian Ludwig erklärt im Bericht von TAG24, der neue Carlos sei mit Mirabell nicht verwandt und gezielt als Zuchtmännchen hinzugekommen. Der bisherige Carlos sei dagegen zwar für die anderen drei Weibchen ein unverwandter Partner, für seine eigene Tochter komme diese Rolle jedoch nicht infrage. Damit unterscheidet sich Mirabells Situation innerhalb derselben Gruppe wesentlich von derjenigen der übrigen Weibchen. Der Wechsel eröffnet gerade ihr eine Paarungsmöglichkeit mit einem unverwandten Männchen.

    Ludwig möchte Mirabell nach seiner bei TAG24 wiedergegebenen Einschätzung nicht noch länger auf Nachwuchs warten lassen. Er begründet dies damit, dass der Einstieg in die Zucht mit zunehmender Wartezeit schwieriger werde. Der Gast soll sich allerdings nicht ausschließlich mit dem jüngsten Weibchen paaren. Ludwig hofft auch bei den anderen Weibchen auf Nachwuchs und hält es für wünschenswert, wenn mehr als eines trächtig würde.

    Die Leipziger Entscheidung macht einen praktischen Aspekt der Zucht im Zoo anschaulich: Entscheidend ist hier die Verwandtschaft der möglichen Partner. Ein Männchen kann für mehrere Weibchen als Zuchtpartner infrage kommen und zugleich für ein anderes wegen seiner Vaterschaft ausscheiden. Für Mirabell verändert die Leihgabe deshalb mehr als nur die Zusammensetzung ihrer Umgebung. Mit dem zusätzlichen Carlos erhält die Leipziger Zuchtplanung eine Möglichkeit, die der bisherige Carlos für seine Tochter nicht bietet.

    Erst eigene Räume, dann ein verhaltener Kontakt

    Der Beginn des Aufenthalts verlief dem TAG24-Bericht zufolge zunächst mit einer separaten Unterbringung des Gastmännchens. Ludwig beschrieb dort, wie Carlos mit seinem Hinterteil über Röhren rutschte und markierte. Der Pfleger deutete das als Überdecken der Geruchsspuren des anderen Carlos mit der eigenen Duftnote. Als die Weibchen anschließend in das gegenüberliegende Gehege gelassen wurden, reagierten beide Seiten zunächst unbeeindruckt aufeinander.

    Bei der täglichen Betreuung fiel Ludwig außerdem ein Unterschied in der Sauberkeit auf. TAG24 gibt seine Beobachtung wieder, der Gast sei deutlich reinlicher als die Leipziger Weibchen. Vom Wesen her beschrieb der Pfleger beide gleichnamigen Männchen als sehr lieb, den Neuankömmling zugleich aber als ein anderes „Kaliber“. Diese persönlichen Eindrücke aus dem Pflegealltag begleiten den Zuchtversuch; ob aus der ersten Begegnung tatsächlich Nachwuchs entsteht, ist damit noch offen.

    Die Folge über den ungewöhnlichen Männertausch wurde für den 30. Oktober 2026 angekündigt. Der darin beschriebene Stand zeigt den Beginn des Zuchtversuchs mit dem Gast aus Hessen. Die anfängliche Zurückhaltung der Tiere ist dabei noch keine Entscheidung über dessen Ausgang. Für Mirabell zählt letztlich, ob aus der neu eröffneten Paarungsmöglichkeit mit dem unverwandten Carlos tatsächlich eine Trächtigkeit wird.

    Quellen